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Neuer Glanz für den Sowjetstern

Meißens sowjetische Soldatenfriedhöfe verändern sich. Vor allem das Denkmal am Trinitatisfriedhof muss besonders gepflegt werden.

Roland Seidel und André Förster arbeiten seit zwei Wochen am Denkmal am Trinitatisfriedhof.
Roland Seidel und André Förster arbeiten seit zwei Wochen am Denkmal am Trinitatisfriedhof. © Claudia Hübschmann

Meißen. Der rote Stern über dem sowjetischen Ehrenmal neben dem Trinitatisfriedhof leuchtet wieder. Zwei Wochen lang haben die beiden Trockenbau-Spezialisten Roland Seidel und André Förster das Mahnmal aus rotem Meißner Granit herausgeputzt – alte Fugen herausgebrochen und erneuert, sowie dem ausgeblichenen Hammer und der Sichel einen leuchtend goldgelben Anstrich verpasst.

Ein kostenintensives Unterfangen: Mehrere 100.000 Euro seien schon in die Restaurierung der Meißner Kriegsgräber geflossen, sagt Krematoriums-Chef Jörg Schaldach. Seit vierzig Jahren kümmert er sich darum, dass die Sanierungsarbeiten nicht zu kurz kommen. Ein Einsatz, der ihm sogar schon ein Dankschreiben vom russischen Präsidenten Wladimir Putin höchstpersönlich einbrachte, erzählt er und seine Augen leuchten.

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Die meisten Kosten verursacht das beschriebene Mahnmal am Trinitatiskirchweg. Denn auch wenn an der Gedenktafel in kyrillische Buchstaben etwas von ewigem Gedenken der Helden steht, ist es mit seinem Fundament auf Sand wahrlich nicht für die Ewigkeit gebaut.

 Auch nicht, nachdem bei der letzten Restaurierung der gesamte Treppenaufstieg abgerissen wurde, um den Untergrund zu verstärken. Nach wie vor würde das Denkmal ohne stetige Pflege ganz langsam absinken. Ganz so weit gehen die Arbeiten diesmal nicht und trotzdem war jede Menge zu tun, weil der Sandboden auch die Fugen wandern lässt.

Gegen die Namenlosigkeit

Gleich im nächsten Jahr geht es mit Restaurierungsarbeiten auf dem Johannesfriedhof weiter: Mit der Hilfe von freiwilligen Jugendlichen bekommen viele der bislang namenlosen sowjetischen Gräber eine neue Gravur. Denn auch 75 Jahre nach Kriegsende sei die Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen, erklärt Schaldach. 

Zu DDR-Zeiten hätten die russischen Kriegsregister der gefallenen Soldaten etwa 20 Millionen Einträge umfasst. Mittlerweile seien bei über 26 Millionen Einträgen viele neue Namen rekonstruiert worden.

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Ein weiterer Grund, warum sich auf den Gedenkstätten bald etwas ändert, liegt an den anhaltenden Trockensommern. Noch ist der Ehrenfriedhof von Thujen, den sogenannten Lebensbäumen geprägt. Doch die braunen Stellen an den Bäumen sind mittlerweile unübersehbar. In Zukunft wird deshalb ausschließlich auf Eiben und Stauden gesetzt werden, die mit der Hitze besser zurechtkommen.

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