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Neuer Glanz für die Türme auf der Landeskrone

Das Wetter setzt den Gebäuden jedes Jahr kräftig zu. Bei der Renovierung gibt es immer wieder Ärger.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Jenny Thümmler

Das Osterfest ist nah, und für viele Görlitzer steht bei schönem Wetter ein Ausflug auf die Landeskrone im Plan. Doch wer ganz hoch hinaus will, muss das auf eigene Gefahr tun. Die Renovierung des Aussichtsturms ist noch nicht abgeschlossen. Er ist zwar geöffnet und begehbar, ein Schild weist aber auf das Betreten in eigener Verantwortung hin. „Der Zeitablauf klappte leider nicht so wie geplant“, sagt Turm- und Hotelpächter Christian Daume. „Das Wetter hat uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

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Und das ist dort oben auf dem Berg viel strenger als unten in der Stadt, erklärt Daume. So sei der Wind deutlich stärker und mache Arbeiten am Turm mitunter sogar gefährlich. Zudem könnten die Gebäude keinen neuen Anstrich bekommen, wenn die Mauern nass sind. Diese Umstände haben nicht nur den Zeitplan für den kleinen Aussichtsturm gestört, sondern auch die Sanierung des großen Turms, der die vielen Antennen trägt. Dieser jedoch soll Ostern fertig sein und in neuem Glanz erstrahlen. Wenn alles klappt, wird das Gerüst morgen abgebaut. Dann ist auch die dortige Treppe wieder frei. „Wir haben ihn rundum repariert, den Putz erneuert, und er bekommt noch neue Farbe. Da ist viel passiert in den vergangenen Wochen.“ Am kleineren Aussichtsturm seien bislang wenige Handwerkerarbeiten erledigt, weil erst einmal die Sanierung des großen Turms abgeschlossen werden soll. „Wir wollten nicht mehrere Baustellen anfangen.“

Zum Verdruss mehrerer Görlitzer. Sie haben sich an den schönen Wochenenden der vergangenen Wochen gewundert, warum sie den Turm ihres Hausbergs nicht besteigen dürfen. Und warum er so verfallen aussieht. „Dieser Zustand des Wahrzeichens von Görlitz sollte unsere Stadtväter zum Nachdenken anregen“, sagte zum Beispiel Hans-Jürgen Horschig.

Investor Christian Daume ärgert das. „Ich finde es sehr schade, wenn Leute denken, wir würden nichts tun.“ Dabei gebe es jedes Jahr Renovierungsarbeiten an Hotel und Türmen, die die Witterung aufgrund der Höhe nötig macht. „Leider haben viele Leute wenig Verständnis, wenn wegen dieser Arbeiten der Turm eben eine Zeit lang auch mal zu sein muss.“ Wenn Handwerker innen Putz abhacken, wolle wohl niemand gern hinein.

Zudem erschweren Randalierer und „Schmutzfinken“ das idyllische Leben auf dem Berg. Christian Daume berichtet von regelmäßigen Müllentsorgungen von Besuchern, die ihr Picknick auf der Landeskrone machen, ihren Müll aber nicht wieder mit hinunter nehmen wollen. Nachts geschehe weiterer Unfug. „Alle zwei Jahre bekommt der Turm eine neue Tür, weil die alte durch Randale kaputt ist.“ Trotzdem ist es für Christian Daume derzeit keine Option, etwas Geld für den Aufgang zum Turm zu verlangen. Zum Vergleich: Bei den meisten anderen Aussichtstürmen der Region – Görlitzer Stadtgebiet, Löbau, Neuberzdorfer Höhe, Groß-Radisch – ist das seit Jahren üblich. Auch die Stadtverwaltung beschäftigt sich nun mit dem Thema, da es bislang dazu keine Regelung im bestehenden Vertrag gibt, teilt eine Sprecherin mit. Christian Daume jedoch glaubt, dass sich ein Euro Eintritt oder ähnliches nicht rentieren würde. „Da braucht man schon ein bis zwei Jahre, bis die Kosten für den Automaten wieder drin sind.“ Er würde sich viel mehr freuen, wenn die Besucher stattdessen einen Kaffee in der Gaststätte trinken.

Auf dem Berg bleibt also vorerst alles wie gewohnt. Ostern ist die Tür des Aussichtsturms geöffnet, damit Spaziergänger trotz Bauarbeiten hinauf können – aber eben auf eigene Gefahr. Daume hofft, dass der Turm drei Wochen nach Ostern fertig ist. Laut Rosita Vogt, Geschäftsführerin des Burghotels, ist er immer auf, wenn auch die Gaststätte geöffnet ist. Also in der Regel ab 10 Uhr. „Wenn jemand eher oben ist, auf den Turm möchte und bei uns fragen kommt, machen wir das auch eher möglich.“ Generell können Besucher sich immer in der Gaststätte melden, auch bei Fragen zum Geschehen am Turm.