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Neuer Kleiderladen für Bedürftige öffnet in Reick

Die Heilsarmee hat ihren eigenen Laden. Dort gibt es günstige und kostenlose Kleidung sowie offene Ohren.

© Jörn Haufe

Von Annechristin Kleppisch

Regale voller warmer Sachen, Bücher, die Rücken an Rücken aneinandergereiht sind und Körbe mit Socken, Handschuhen, Tüchern und Mützen. Lange stand das Geschäft an der Keplerstraße leer. Die Drogerie hatte vor zwei Jahren geschlossen. Danach hatte sich kein neuer Mieter gefunden. Nun hat hier der Kleiderladen „Zweite Chance“ der Heilsarmee geöffnet. Von Montag bis Sonnabend 10 bis 17 Uhr gibt es günstige und auch kostenlose Kleidung.

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Für Gert Scharf, Chef der Heilsarmee, ist damit nicht nur neues Leben in den Laden gezogen, sondern auch ein langes Provisorium beendet. Denn bisher hatte die Heilsarmee lediglich eine Ausgabe von kostenloser Kleidung im Stammhaus an der Reicker Straße geöffnet. Bis zu 70 Leute kamen dort täglich vorbei. „Kostenlos geben wir Kleidung an absolut Bedürftige aus“, sagt Gert Scharf. Das sind Menschen mit Hartz-IV-Bescheid, Rentner, die unter 840 Euro im Monat zur Verfügung haben sowie Dresden-Pass-Inhaber. Doch der Platz in der Kleiderkammer zum Sammeln der Spenden, Sortieren und Auslegen war schon lange knapp. Nun hat die Heilsarmee 300 Quadratmeter gemietet. „Wir hoffen, unsere Kosten durch den Verkauf der Kleidung reinzubekommen“, sagt er.

Kleidung kaufen darf in dem Laden jeder, ohne über sein Einkommen Auskunft zu geben. Gespendete Anziehsachen, aber auch Trödel, elektrische Kleingeräte und Bücher werden günstig abgegeben. Ein Herrenanzug kostet so nur 20 Euro. Kunden kommen vor allem aus Prohlis, Strehlen und Reick. „Wir sind gut ausgestattet“, sagt Gert Scharf. Jetzt in der Winterzeit können aber durchaus weitere Spenden gebracht werden. Vor allem Handschuhe, Schals und warme Jacken sind gefragt. Fast täglich kommen Spenden im Laden an. Neben den beiden festen Mitarbeitern der Heilsarmee kümmern sich 35 ehrenamtliche Helfer sowie Jugendliche, die Sozialstunden leisten, um die Organisation.

Die Kunden sollen nicht nur zum Kaufen kommen. Tische und Stühle stehen ebenfalls im Laden. Noch gibt es nur einen Kaffeeautomaten. In zwei Wochen soll aber ein Bäcker öffnen. Noch wird dafür in einem Teil des Ladens auf 40 Quadratmetern gebaut. Auch diese Mieteinnahmen sollen helfen, damit sich das Angebot langfristig trägt. Wer allein ist oder gern reden möchte, findet dann sicher einen Gesprächspartner.