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Für wen ist der neue Fußballplatz?

Friedersdorf kriegt einen Kunstrasenplatz. Der Ort hat aber gar keinen Fußballverein. Wieso das trotzdem Sinn macht und warum auch Dynamo dort spielen könnte.

Symbolfoto
Symbolfoto ©  dpa

Jetzt geht es los: In Friedersdorf soll ein neuer Kunstrasenplatz gebaut werden. Allerdings: der Ort hat gar keinen Fußballverein. "Das stimmt", sagt Bürgermeister Matthias Lehmann. Aber Neusalza-Spremberg hat einen. "Und wir sind ja eine Gesamtstadt", betont Lehmann. "Wir denken nicht mehr in Ortsteilen." Der FSV Neusalza-Spremberg ist erfolgreich, braucht deshalb mehr Trainingskapazitäten für seine Mannschaften.

Bislang haben sie dafür den Rasenplatz in Neusalza-Spremberg am Sonneberg zur Verfügung. Mit einem zusätzlichen Platz könnten mehr Mannschaften gleichzeitig trainieren. Außerdem: So ein Echt-Rasen braucht auch mal eine Pause, der Kunstrasen ist hingegen das ganze Jahr über bespielbar. Der Rasen ist im Winter einerseits zu feucht, zum anderen wird er auch mal gedüngt und braucht dann Ruhe, um zu regenerieren, erklärt Matthias Lehmann. Da darf dann nicht darauf herumgetrampelt werden. 

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Lehmann geht davon aus, dass künftig auch in den Wintermonaten mehr Fußball gespielt wird. "Der Winter ist ja bloß noch eine Randerscheinung." Und da sei so ein Kunstrasenplatz ideal - auch für Mannschaften aus anderen Orten, die ihn dann nutzen könnten. Auch die Friedersdorfer Handballer könnten zum Beispiel hier spielen. "Handball geht auch auf Kunstrasen", bestätigt Lehmann. 

Fußballschule braucht Platz

Ausschlaggebend war außerdem eine Anfrage der Fußballschule Kickfixx aus Oppach, sagt Lehmann. Das Team trainiert mit Kindern aus Schulen und Kitas auf den örtlichen Fußballplätzen. Ziel ist, dass jedes Kind die Chance hat, Fußball zu spielen - auch außerhalb einer Vereinsmitgliedschaft. Weil die Nachfrage groß ist und Kickfixx viele Gruppen trainiert, braucht die Fußballschule auch immer wieder zusätzliche Trainingsplätze. 

Und da finanzielle Unterstützung aus einem Förderprogramm zur Verfügung stand, entschied sich die Stadt zum Bau. In Friedersdorf bei der Turnhalle gibt es bereits einen alten Sportplatz, auf dem unter anderem die Handballer und Volleyballer bereits trainierten. Diese Fläche wird der Standort des neuen Kunstrasenplatzes.

In den nächsten Tagen wird der Tiefbau für den neuen Platz beginnen, so der Bürgermeister. Bislang sei der Boden noch zu feucht gewesen. Momentan ist die beauftragte Firma an einer anderen Baustelle in Neusalza-Spremberg beschäftigt. Ist sie dort fertig, geht es in Friedersdorf mit dem Fußballplatz weiter.

Für 250.000 Euro erledigt die Firma den Tiefbau, richtet also den Untergrund für den Sportplatz her. 300.000 Euro hatte ein Ingenieurbüro im Vorfeld als Kosten eingeschätzt. Bei allen Positionen, die der Stadtrat jetzt für den Bau des Platzes vergeben hat, liegen die tatsächlichen Angebote unter der Kostenschätzung. Das liege auch daran, sagt Lehmann, dass sich wieder mehr Firmen auf die Ausschreibungen bewerben, die Auswahl größer ist. "In den letzten Jahren musste man ja froh sein, wenn sich überhaupt eine Firma bewarb." Jetzt habe es bis zu zehn Teilnehmer an einer Ausschreibung gegeben. Das senke automatisch auch die Preise. 

Dynamo zur Eröffnung?

Außerdem wurden schon Aufträge vergeben für die Elektrik - der Platz soll auch Flutlicht bekommen - für den Zaun und den Kunstrasen selbst. Der ist mit 190.000 Euro sogar 90.000 Euro günstiger, als bei der Kostenschätzung ursprünglich veranschlagt. "Bei der Auswahl haben wir die Vereine mit einbezogen und uns für einen hochwertigen Kunstrasen entschieden", so Bürgermeister Lehmann. "Er soll ja lange halten und wir wollen nicht nach ein paar Jahren schon wieder reparieren." 

Bis August soll der neue Kunstrasenplatz fertig sein - wenn alles nach Plan läuft. "Natürlich könnte uns da auch die Corona-Krise noch einen Strich durch die Rechnung machen", ist sich der Bürgermeister bewusst. Zum Beispiel, wenn Bauleute ausfallen oder Material nicht rechtzeitig geliefert werden kann. In diesem Jahr soll der Platz aber auf jeden Fall fertig werden. 

Einen Wunsch für eine Eröffnungsfete - wenn dann wieder mal eine stattfinden kann - hat Matthias Lehmann auch schon: "Dynamo war ja schon mal bei uns zu einem Freundschaftsspiel in Neusalza-Spremberg. Das könnte ich mir noch einmal gut vorstellen auf unserem neuen Platz." Die beiden Klubs - Dynamo und der FSV Neusalza-Spremberg - haben den gleichen Sponsor: die Internetfirma All Inkl. Dessen Inhaber René Münnich ist in Neusalza-Spremberg zuhause. 

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