merken
PLUS Weißwasser

Neuer Ort, starkes Team

Die Geoparks-Verwaltung befindet sich jetzt in der Alten Ziegelei Klein Kölzig. Der feierliche Einzug musste ausfallen.

Seit dem 1. Juni befindet sich der Sitz der Verwaltung des UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen/Luk Muzakowa in der Alten Ziegelei in Klein Kölzig.
Seit dem 1. Juni befindet sich der Sitz der Verwaltung des UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen/Luk Muzakowa in der Alten Ziegelei in Klein Kölzig. © Jost Schmidtchen

Seit dem 1. Juni befindet sich der Sitz der Verwaltung des Unesco-Geoparks Muskauer Faltenbogen in der Alten Ziegelei in Klein Kölzig. Von hier aus werden zukünftig die Geschicke für den brandenburgischen, sächsischen und polnischen Teil des Geoparks gelenkt.

Ein sechsköpfiges Team unter der Führung von Diplom-Geografin Nancy Sauer wurde dafür seit 2017 geformt. Gesucht wird derzeit noch eine Geologin oder ein Geologe; die Stelle soll in den nächsten Wochen besetzt werden. Polnische Fachleute sind gern gesehen. Das liegt auf der Hand, denn das neue Team vereint schon jetzt deutsche und polnische Fachleute. Alle haben ihre klar definierten Aufgabenbereiche und gut zueinander gefunden. Der Umzug aus der ehemaligen Geschäftsstelle in Döbern brauchte einige Wochen, und selbst jetzt sind noch nicht alle Umzugskisten ausgepackt. Döbern bleibt Außenstelle, sie ist bei Touristen bekannt und deshalb weiterhin wichtig.

Anzeige
Sachsen entdecken und erleben
Sachsen entdecken und erleben

Lernen Sie unbekannte Orte der Region kennen - wir geben Ihnen Insidertipps um die Schönheit und Einzigartigkeit Sachsens neu zu entdecken.

Einweihungsfeier im Herbst geplant

Die Alte Ziegelei als Sitz der Verwaltung ist zugleich eines von drei angedachten Geopark-Besucherzentren: Klein Kölzig für den nordwestlichen Teil des Muskauer Faltenbogens, der Bahnhof Weißwasser als Scheitelpunkt zu Sachsen und die Alte Tischlerei in Leknica für den östlichen (polnischen) Teil bis Żary reichend. Alle sollen als Indoor-Zentren das Bildungsangebot bei Schlechtwetter ergänzen. Gedacht ist dieses nicht nur für Schulklassen. „Wie es in Weißwasser weitergeht mit dem Bahnhof, das liegt allerdings nicht in unserer Hand“, so Nancy Sauer, „sondern ist Angelegenheit der Stadt“.
Die für den 24. April vorgesehene Einweihungsfeier in Klein Kölzig konnte wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nicht stattfinden. Sie soll aber im Herbst in geeigneter Form nachgeholt werden.

Aus gleichem Grund sind derzeit weiterhin die Veranstaltungen eingeschränkt. Dabei ist in Normalzeiten die Palette der Angebote groß. Zumindest zum Schuljahresbeginn im August/September sollen die Projekte wieder anlaufen: für die „Kleinen Geostrolche“ und die Schulklassen – wenn es die Situation erlaubt. Für die Geostrolche gibt es schon seit mehreren Jahren ein offenes Angebot. Es umfasst für die acht- bis zwölfjährigen Kinder Wanderungen, Exkursionen und Experimentiertage, alles altersgerecht vorbereitet. Für die größeren Schulkinder der Klassen fünf bis acht existieren Projekte zwischen dem Landau-Gymnasium Weißwasser und der Grundschule Trzebiel. Im monatlichen Wechsel finden Treffen in Weißwasser und Trzebiel statt. Inhalte sind dabei die Besonderheiten im Muskauer Faltenbogen, so die Industriegeschichte, Landschaft und Natur. Auch politische und Umweltthemen werden behandelt. Die gleichaltrigen Kinder haben in etwa den gleichen Bildungsstand. Zwar sind die Schulsysteme in Deutschland und Polen unterschiedlich, aber die Wissensvermittlung in den Altersstufen ist ähnlich.

Im Geoparkzentrum Klein Kölzig wird natürlich auch an die Erwachsenen gedacht. Für sie gibt es Führungen durch die Natur des Altbergbaus, Vorträge und künftig auch Ausstellungen, für die die neuen Räumlichkeiten in der Alten Ziegelei besonders gut geeignet sind.

Auf dem Bild versammelt sich ein großer Teil des deutsch-polnischen Teams: Detlef Nickel, Ines Bräunlich, Ewa Brauer, Nancy Sauer, Beatrice Schmidt, Krzysztof Czahajda und Katarzyna Jagiello (v.l.n.r.).
Auf dem Bild versammelt sich ein großer Teil des deutsch-polnischen Teams: Detlef Nickel, Ines Bräunlich, Ewa Brauer, Nancy Sauer, Beatrice Schmidt, Krzysztof Czahajda und Katarzyna Jagiello (v.l.n.r.). © Jost Schmidtchen

Ohne die Nachbarn kann die Geoparkverwaltung freilich nicht leben. Deshalb wird auf die Zusammenarbeit mit den Heimatstuben Döbern, Groß Kölzig, Klein Kölzig und den Museen Bloischdorf und Sagar großer Wert gelegt. Sie sind Fundgruben für die Historie des Muskauer Faltenbogens, zumal die Heimatstube Klein Kölzig ihr neues Domizil ebenfalls in der Alten Ziegelei gefunden hat. Aus gutem Grund: In Klein Kölzig begann der Braunkohleabbau, am nördlichen Rand des Muskauer Faltenbogens, im Jahr 1851 mit dem Aufschluss des Bergwerks „Franz“. Weitere Partner in Heimatstuben und Vereinen hat die Geoparkverwaltung in Krauschwitz, Bronowice, Nowe Czaple und Żary.
Nutzer der Alten Ziegelei ist jetzt neben der Geoparkverwaltung auch der Ziegeleibahnverein. Nancy Sauer und ihr Team sind dabei, die touristische Attraktivität mit dem Ziegeleibahnverein zu erweitern, beispielsweise wird auf dauerhafte gemeinsame Angebote hingearbeitet – besonders bei der 600-Millimeter-Spur der Ziegeleibahn, deren neu aufgebauter Rundkurs jetzt 4,7 Kilometer beträgt. So lang war die Strecke schon 1920.

Das Team am neuen Standort weiß, worum es geht: Die internationale Aufwertung des Geoparks, auch für Touristen aus ganz Europa, hat hohen Stellenwert.

Jost Schmidtchen

Mehr zum Thema Weißwasser