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Bischofswerda

Neuer Orthopäde in Bischofswerda

Dr. Markus Bänsch hat eine Privatarztpraxis eröffnet. Er behandelt aber nicht nur Privatpatienten.

Dr. Markus Bänsch arbeitet mit ausgefeilter Orthopädietechnik. Die therapeutischen Wirkungen des modernen Induktionswellengerätes ermöglichen Schmerzlinderung, eine schnellere Frakturheilung, Muskelaufbau oder auch Gelenkmobilisation.
Dr. Markus Bänsch arbeitet mit ausgefeilter Orthopädietechnik. Die therapeutischen Wirkungen des modernen Induktionswellengerätes ermöglichen Schmerzlinderung, eine schnellere Frakturheilung, Muskelaufbau oder auch Gelenkmobilisation. © Steffen Unger

Bischofswerda. Im Internet ist seine Arztpraxis noch nicht zu finden – im realen Leben schon. Dr. Markus Bänsch praktiziert im ehemaligen Arbeitsamtsgebäude an der Stolpener Straße in Bischofswerda. In der vierten Etage, direkt unterm Dach, sind die Praxisräume des Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie zu finden und dank Fahrstuhl barrierefrei zu erreichen. Dies sei auch Bedingung für eine Orthopädie, weiß der großgewachsene, 44-jährige Mediziner mit dem offenen Lächeln zu berichten.

Seit Anfang Juni bieten der Facharzt und seine drei Mitarbeiterinnen ihre Dienste an. Viele Leute bringen sein Fachgebiet mit Stützstrümpfen, Prothesen, Rollstühlen und anderen medizinischen Hilfsmitteln in Verbindung. Doch die Orthopädie umfasst noch mehr. Der typische Patient, der ihn aufsuche, leide meist an Fehlbildungen oder Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems. Oft stehen dabei Rückenschmerzen im Vordergrund. Einen Termin machen auch diejenigen, bei denen Verschleißerscheinungen, nachlassende Muskelkraft oder auch Entzündungen zu Einschränkungen der Beweglichkeit führen oder sich als schmerzhafte Beschwerden bemerkbar machen.

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Auch Kassenpatienten willkommen – als Selbstzahler

Allen möchte der Facharzt, der auf konservative Behandlung setzt, helfen. Dafür wählte er nicht den üblichen Weg. Er machte sich statt dessen mit einer Privatarztpraxis selbstständig. Das heißt, er hat keinen Vertrag mit den Versicherern der Gesetzlichen Krankenversicherung. Von Nachteil sei das nicht, erklärt Dr. Bänsch. Im Gegenteil. Es kann durchaus Vorteile bringen, nicht an die Vorgaben der Krankenkassen gebunden zu sein. „So kann ich meine ärztliche Tätigkeit freier gestalten.“ Seine Praxis steht aber nicht nur Privatpatienten offen. Kassenpatienten sind auch willkommen. Allerdings als Selbstzahler.

Niedergelassene Orthopäden können beispielsweise nur etwa zehn Minuten pro Patient einplanen. Viel mehr lässt das Honorarsystem, welches vorschreibt, wie sie zu behandeln haben, nicht zu. Dr. Bänsch nimmt sich beim ersten Besuch eine halbe Stunde Zeit. Hört sich an, wo ein Patient Schmerzen hat, lässt sich Lebensumstände erklären. Die Untersuchung erfolge in ruhiger Atmosphäre und ohne Zeitdruck. „Ich möchte, dass sich die Patienten wohlfühlen, Vertrauen entwickeln. Dazu gehört für mich, für jeden ganz individuell die entsprechende Zeit einzuplanen.“ Eine gründliche, ganzheitliche Untersuchung sei unerlässlich. „Ich schaue mir den Patienten von oben bis unten an, nicht beispielsweise nur die Schulter“, so der Mediziner, der auch dafür plädiert Frakturen konservativ zu behandeln oder physikalische Therapien zu nutzen. In der Praxis seines Vaters – der ein versierter Physiotherapeut ist und durch den er sich für die Orthopädie entschied – habe er die Therapieerfolge beobachten können. Vorteilhaft sei auch, Orthopädietechnik optimal zu nutzen. In seiner Praxis steht beispielsweise ein funkelnagelneues Induktionswellengerät. „Das hat hier sonst kaum einer.“ Die Technologie basiert auf der Wirkung eines hochintensiven Induktionsfeldes, welches einen positiven Einfluss aufs menschliche Gewebe hat. Hochfrequente, elektromagnetische Wellen werden über ein Strahlenfeld in den Körper geschickt. Dabei entsteht im Gewebe Wärme. Die führt zu einer besseren Durchblutung. Dadurch komme es unter anderem zu Schmerzreduktion oder Entspannung der Muskulatur.

Viel Unterstützung durch die Stadt

Dr. Bänsch hat damit schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Ein Patient, der sonst etwa zehn Wochen an seiner Fraktur laboriert hätte, war nach sechs Wochen wieder fit. „Wer konservativ behandelt, ist kein Orthopäde oder Unfallchirurg zweiter Klasse.“ Doch die meisten Ärzte würden zu schnell Tabletten verschreiben oder Operationen durchführen, ist seine Erfahrung. Dr. Markus Bänsch weiß, wovon er spricht. Zu Stationen seiner beruflichen Laufbahn zählen das Krankenhaus in Bischofswerda, wo er als Arzt im Praktikum arbeitete, die Uniklinik in Jena, wo er seine Facharztausbildung als Orthopäde und Unfallchirurg absolvierte und die Hohwaldklinik in Neustadt. Er kennt sich also auch in der Krankenhausmedizin aus. So richtig zufrieden war er dort allerdings nicht. Und so reifte der Gedanke, es anders zu machen.

Etwa ein Jahr hatte er die Idee, sich selbstständig zu machen, im Kopf. Bei der Suche nach geeigneten Räumen habe ihn Bischofswerdas Oberbürgermeister Holm Große sehr unterstützt, erzählt der Mediziner. Den Umbau der Praxis im Gebäude der Firma Pro Stein habe er ab Eingangstür selbst finanziert. Für das Objekt sprachen neben der Barrierefreiheit auch gute Erreichbarkeit und Parkmöglichkeiten.

Nun will der Orthopäde zunächst seine Privatpraxis aufbauen. Später hat er vor, auch wieder zu operieren. Denn in manchen Fällen sei eine OP durchaus angebracht. Allerdings will Dr. Bänsch das nicht in seiner Praxis tun. Er könnte sich vorstellen, dafür einen Tag in der Woche oder im Monat wieder im Krankenhaus zu arbeiten.

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