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Neuer Plan für den Ausbau der B 169

Rund zehn Kilometer lang ist der Abschnitt von der Abfahrt A 14 nach Salbitz. Die inzwischen vierte Variante ist ein Kompromiss. Doch entschieden ist noch nichts.

Der Ausbau der B 169 ist mit vordringlichem Bedarf eingestuft worden
Der Ausbau der B 169 ist mit vordringlichem Bedarf eingestuft worden © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Debatte um die B 169 geht in die nächste Runde. Am Dienstag ist im Gemeinderat Ostrau die inzwischen vierte Variante des Ausbaus der Bundesstraße zwischen der Anschlussstelle A 14 Döbeln-Nord und Salbitz vorgestellt worden.

Diese kann durchaus als Kompromiss zwischen den Belangen des Landesamtes für Straßenbau- und Verkehr (Lasuv), dem Trinkwasserschutz und der Gemeinde gesehen werden. Denn die neue Variante entspricht im Wesentlichen dem ersten Vorschlag, der zum großen Teil am bisherigen Verlauf der Straße festhält und bisher vom Lasuv bevorzugt worden ist, und nun hinsichtlich der Belange des Trinkwasserschutzes sowie der Gemeinde Ostrau überarbeitet wurde.

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So sind in der neuen Variante die Anordnung sowie Ausbauform der Kreuzungen im Bereich Ostrau neu betrachtet worden, informiert Rosalie Stephan von der Pressstelle des Lasuv. Geplant sind nun zwei Abfahrten im Bereich Ostrau. Die erste aus Richtung Döbeln könnte laut den Planungen kurz nach der derzeitigen ersten Abfahrt im Bereich Wutzschwitz entstehen. 

Die zweite Abfahrt ist am Auegraben nach Ostrau vorgesehen. In Variante eins gab es lediglich eine Abfahrt noch vor Wutzschwitz aus Richtung Döbeln. Damit wäre, nach Ansicht der Gemeinde, die Trennung der Ortslage und des Gewerbegebietes durch die B 169 noch weiter verschärft worden. Zudem gab es Bedenken hinsichtlich der Verkehrsbelastung für Ostrau. In Variante zwei und drei, in welchen die Bundesstraße westlich am Gewerbegebiet vorbeigeführt wird, war ebenfalls nur eine Abfahrt auf Höhe des Abzweigs nach Auerschütz vorgesehen.

Grund für die wenigen Abfahrten ist die Tatsache, dass die Bundesstraße als Schnellstraße ausgebaut werden soll, auf der durchgängig 110 km/h gefahren werden darf. Abfahrten mit Ampelregelungen wie bisher sind da nicht vorgesehen, sondern lediglich Abfahrten, die denen auf Autobahnen gleichen. Für Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) nicht nachvollziehbar, da auf der B 169 in Richtung Greifendorf ebenfalls mehrere Ampelkreuzungen zu finden seien. Am liebsten würde der Bürgermeister auch im Neubau an den drei Abfahrten wie bisher festhalten. Doch nicht nur das Thema sprach gegen Variante eins des Ausbaus, sondern auch Belange des Trinkwasserschutzes.

In der neuen Variante ist nun im Bereich der Trinkwasserschutzzonen I und II ein zweistreifiger Ausbau der dreispurig geplanten neuen B 169 vorgesehen. Damit soll der Konflikt mit dem Trinkwasserschutz gemindert werden, so die Sprecherin des Lasuv. An dem weitestgehend bestandsnahen Ausbau wie in Variante eins wird weiter festgehalten. Dadurch solle die Versiegelung und Zerschneidung hochwertiger Ackerböden auf ein Minimum begrenzt bleiben, meint Rosalie Stephan. Im Rahmen der Vorplanung gelte die neue Variante vier nun als Vorzugsvariante.Die neuen Pläne wurden von den Gemeinderäten und Gästen am Dienstagabend zunächst zur Kenntnis genommen. Eine weitreichende Diskussion dazu gab es noch nicht. Bis zum 8. September haben die Kommunalpolitiker nun Zeit, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. In der nächsten Sitzung des Gemeinderates nach der Sommerpause wird es um die Stellungnahme der Kommune zu der vierten Variante gehen. Diese sollte bis Ende September beim Lasuv vorliegen.

Einwohnerversammlung möglich

Um auch den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, legt die Kommune die Pläne eine Zeit lang in begrenztem Rahmen auch öffentlich aus. Obwohl dies gesetzlich nicht vorgeschrieben sei, so Dirk Schilling. Für das Gemeindeoberhaupt ist auch eine Einwohnerversammlung zu dem Vorhaben denkbar.

Die Gemeinde Ostrau ist einer von vielen Trägern öffentlicher Belange, die derzeit zur Vorplanung angehört werden. Das Ergebnis der Anhörung bleibe abzuwarten, sagt die Sprecherin des Lasuv. „Im nächsten Schritt ist die Vorzugsvariante im Rahmen des sogenannten Vorentwurfs entwurfstechnisch als auch seitens der Umweltbelange zu vertiefen und die Kosten zu berechnen“, äußert sich Rosalie Stephan zum weiteren Vorgehen.

Auf den Vorentwurf folge die Vorbereitung der Planfeststellungsunterlagen. Mit dieser wird der Planfeststellungsbeschluss bei der Landesdirektion Sachsen beantragt, die letztendlich die Baugenehmigung für das Vorhaben erteilt. Erst mit dem Planfeststellungsbeschluss und der Bereitstellung der notwendigen Baumittel könne mit der Ausschreibung der Bauleistung und Umsetzung des Vorhabens begonnen werden, so die Lasuv-Sprecherin. Einen belastbaren Zeitpunkt für den Beginn der Bauarbeiten kann Stephan aufgrund der zahlreichen Genehmigungen und formellen Verfahren, die in Bezug auf den Ausbau noch bevorstehen, nicht benennen.

Rund zehn Kilometer umfasst der Abschnitt zwischen der Abfahrt Döbeln-Nord und Salbitz. Seit Juli 2011 laufen bereits die Vorplanungen für diesen Abschnitt. Jener ist Teil des Gesamtprojektes B169 A 14 - Elsterwerda, der im Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen ist.

29 Millionen Euro Baukosten

Im Rahmen des Bedarfsplans ist der Ausbau der Straße mit vordringlichem Bedarf eingestuft. Daher werde trotz Corona-Krise und den damit verbunden zusätzlichen Ausgaben im Bund auch an dem Vorhaben weiter festgehalten. Die Kosten für den Ausbau, die 2014 ohne Planungskosten für den Abschnitt A 14 bis Salbitz bei rund 29 Millionen Euro veranschlagt worden sind, werden komplett vom Bund getragen, der auch Baulastträger ist, so Rosalie Stephan.

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