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Neuer Radweg wird schon genutzt

Bald soll die Trasse von Cunewalde nach Löbau fertig sein. Anderswo steht ein Baustart weiter in den Sternen.

Von Gabriel Wandt

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Wenn die Ferne ruft

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N un fehlt nicht mehr viel: Asphalt, Bankette, Geländer – wesentlich mehr ist nicht zu tun am letzten Bauabschnitt des 15 Kilometer langen Radwegs zwischen Löbau und Cunewalde. Damit kann es als gesichert gelten, dass Sportradler, Freizeitbiker und Familien die Strecke durch eine herrliche Landschaft im Frühsommer in Betrieb nehmen können. Dann geht der größte Radwegbau der letzten Jahre in der Region zu Ende. Die frühere Bahntrasse ist nach dem Aus der Zugverbindungen damit dem langjährigen Dornröschenschlaf entrissen und wird bald noch mehr Publikum anziehen.

Denn in Besitz genommen haben Radfahrer und Landschaftsliebhaber die fertigen Teile längst, das weiß auch Löbaus Radwegewart Martin Noack. Und er kann berichten, dass die Radler begeistert sind. „Es kommen sehr viele positive Kritiken“, sagt er. Also alles richtig gemacht? Offenbar schon, auch wenn während der einzelnen Bauphasen immer wieder Stimmen laut wurden, die der alten Bahnverbindung hinterhertrauern und denen eine Neubelebung im Personenverkehr lieber gewesen wäre.

Nun wird der Radweg ein Zugewinn für die Region. Ganz praktisch ermöglicht er es den Menschen, das Auto auch einmal stehen zu lassen und zwischen den Orten mit dem Rad unterwegs zu sein, ohne dass man vor Autos oder Lastern Angst haben müsste. Egal ob zur Arbeit oder zum Freunde-Besuchen: Hier ist eine echte Alternative entstanden. Und für Sport und Freizeit gilt das Gleiche: Eine sehr gut hergerichtete Strecke, wo Sportler trainieren können, Kinder das Radeln gefahrlos üben oder Inlineskater den glatten Asphalt nutzen können. Jetzt im Winter haben auch die Skilangläufer die Trasse genutzt.

Rund um Löbau gibt es bislang 18 empfohlene Radtouren, der Weg nach Cunewalde kommt nun hinzu. In einer neuen Radwanderkarte des ADFC ist er schon verzeichnet, weitere Ideen der touristischen Vermarktung entstehen derzeit. Martin Noack vertritt zwar den Standpunkt, dass das Radwegenetz für Löbau gut ausgebaut ist, begrüßt die neue Trasse aber dennoch. Gerade für Alltagsradler sei sie sehr gut geeignet. Problematisch sei die Wegführung lediglich in Cunewalde, wo Radler gleich mehrfach Vorfahrt beachten müssten. Positiv findet er, dass Löbau damit auch an den Spreeradweg angeschlossen ist.

In Löbau reicht der Radweg bis zur B 178, die westlich von Löbau als Ortsumgehung fungiert. Ein Weiterführen der Trasse bis in die Innenstadt ist erst einmal nicht vorgesehen. Abgeschnitten sind die Löbauer von der neuen Trasse dennoch nicht. Verschiedene Wirtschaftswege führen in die Stadt, sodass die Staatsstraße 151 Lawalde-Löbau nicht von den Radlern genutzt werden muss.

Der Radwegbau westlich von Löbau ist eines von vier Radwegprojekten in Löbau-Zittau, die dieses Jahr in Angriff genommen werden. Die drei anderen betreffen Zittau, Mittelherwigsdorf und Seifhennersdorf. In Lawalde wird derzeit ein Geh-und Radweg erneuert, ansonsten sind in Löbau keine weiteren Bauvorhaben bekannt. Dabei ist ein großes Radwegprojekt am östlichen Ortsausgang von Löbau weiter offen. Zwischen Löbau und Reichenbach soll seit Jahren schon ein Weg entstehen, der auch als Schulweg für die Kinder aus Rosenhain wichtig ist. Doch trotz vieler Forderungen der Eltern geht es in diesem Bereich kaum voran. Zwar liegen die Baupläne vor, und es hat einen Erörterungstermin gegeben, bei dem Beteiligte ihre Bedenken vortragen konnten. Nun allerdings läuft die Auswertung dieser Einwendungen. Wie lange dies dauert, und wann es einen endgültigen Beschluss zum Bau dieses Radwegs geben wird, kann Lasuv-Sprecherin Siebert nicht sagen. Dies könne aufgrund des jetzigen Verfahrensstands nicht eingeschätzt werden, erklärte sie auf Nachfrage.

Ein Schritt, der weitere Probleme aufwerfen kann, folgt zudem erst noch: Das Landesamt muss Grundstücke für den Radwegbau kaufen. Dies beginnt erst, wenn der Planfeststellungsbeschluss vorliegt.

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