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Neuers neuer Laden

Architekt Daniel Neuer eröffnet eine Boutique am Schillerplatz in Dresden. Kaufen kann man da mehr als nur Damenbekleidung.

Von Anja Beutler

Neuer baut. Die knallgelben Schilder mit dieser schwarzen Aufschrift kennt wohl jeder, der in der Region unterwegs ist und an Baustellen vorbeikommt. Der Herrnhuter Architekt Daniel Neuer ist mit seinem Büro mit Sitz in Berthelsdorf gut im Geschäft, allein in Herrnhut ist er zurzeit im Auftrag der Sterne GmbH ebenso unterwegs wie für das Zinzendorfschloss. Er entwickelte die Pläne für das geplante, neue Zinzendorf-Gymnasium oder die Förderschule. An diesem Sonnabend nun erweitert der Architekt seinen Baukasten um einen ungewöhnlichen Schmuck-Stein, der auf den ersten Blick ziemlich artfremd wirkt. Sein Slogan müsste demnach nun heißen: Neuer kleidet ein. Denn der groß gewachsene Mann eröffnet in Dresden eine Boutique – für stilvolle und gehobene Damenmode. Was er hier bieten will, ist mehr als noch ein Geschäft, in dem sich Frau stilvoll einkleiden kann. Er will hier Dinge kombinieren, die nicht zusammenzupassen scheinen, für Neuer selbst aber sehr wohl miteinander harmonieren: „In dem Laden können Sie dann auch die Einrichtung zum Teil kaufen“, sagt er. Unikate hat er anfertigen lassen. Stahltische mit verschiedenen Oberflächen, mit extra aufgebrachten Störelementen, die wie Metall-Wunden aussehen. Hier werden die Kollektionen in dem rund 70 Quadratmeter großen Geschäft präsentiert werden. Aber man kann eben auch den Tisch unter der Bluse kaufen. „Uns geht es darum, dass man in unserem Geschäft N vogue Dinge kaufen kann, die man auch im Internet nicht auf den ersten Klick bekommt“, sagt Neuer und lächelt. Mit wir meint er vor allem auch Susan Herrmann. Die 29-jährige Erzgebirglerin hat einen großen Anteil daran, dass der Architekt nun dieses Experiment wagt. Neuer kennt sie seit der Zeit, in der seine Firma für ihren früheren Chef am Schillerplatz einen Mode-Laden einrichtete. Wie es der Zufall wollte, sind über Susan Herrmanns Kunden – aus Gesprächen – für den Architekten Neuer Aufträge in und um Dresden entstanden. Frau Herrmanns Kunden wurden zu Auftraggebern von Daniel Neuer. Ein Umstand, den der Herrnhuter so zunächst gar nicht erwartet hatte.

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Als vor Kurzem der Chef von Frau Herrmann den bisherigen Laden aufgeben wollte, waren sich Daniel Neuer und die Verkaufs-Expertin schnell einig, dass sich die rund 2 000 Stammkunden sicherlich über eine neue Boutique freuen würden.

Und so richtete Daniel Neuer ebenfalls am Schillerplatz in Dresden, aber in einem anderen Haus nun das neue Geschäft ein. Für Neuer war das zugleich eine unwiderstehliche Chance, den Laden ganz nach seinem Geschmack herzurichten: Zu der Stuckdecke in dem Haus wählte er Schwarz und Gold als tragende Farben. Er mixte Modernes und Altes. So stehen nun in dem Laden uralte Schränke aus der Alten Apotheke in Löbau. Sie stammten aus der Anfangszeit und Neuer hatte sie beim Umzug der Apotheke vor einigen Jahren gekauft. Die Schränke habe er ein bisschen verfremdet. Und alles mit modernen Stahlelementen kombiniert. Auch das Lichtdesign hat er aus der Region mitgenommen: „Das hat André Grohmann aus Mittelherwigsdorf entwickelt, der auch schon für die Band Silbermond das Lichtdesign entworfen hat“, sagt Neuer. Und der beauftragte Metallbauer stammt aus Weißenberg.

Und natürlich kann man ihre Künste nicht nur bestaunen, sondern in der Boutique auch Kontakte für eigene Wünsche knüpfen.

Ob diese Zusammenstellung aufgeht? Daniel Neuer ist gespannt. Nebenan, zwei Häuser weiter funktioniere es schon, sagt er. Hier kann man beim Friseur gleich noch Keramik kaufen – übrigens Keramik aus Großhennersdorf von Iris Schöne. „Im schlechtesten Fall, wird N vogue nur eine gute Boutique“, sagt Daniel Neuer. Aber eigentlich passen Mode und Architektur gut zusammen – es geht um gutes Aussehen.