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Neues Dach und neue Fassade fürs Seniorenhaus

In den nächsten Jahren wird auch die letzte Wand des Haus „Am Südhang“ saniert. Die Pflegesätze könnten steigen.

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Von Maria Lotze

Noch bröckelt der Putz von der Außenfassade des Hauses A im Seniorenhaus „Am Südhang“ in Technitz. Auch das Dach muss saniert werden. In den kommenden zwei bis drei Jahren soll das in Angriff genommen werden, sagt Carola Enge, die Heimleiterin und Geschäftsführerin der gemeinnützigen GmbH. Vor zehn Jahren, als das Seniorenhaus umfangreich saniert wurde, waren Dach und Fassade noch in Ordnung. Nun besteht auch dort Handlungsbedarf. Wie viel Geld für das Vorhaben notwendig ist, weiß Carola Enge noch nicht.

Konkreter beziffern lassen sich die Ausgaben für die neue EDV-Technik und Telefonanlage, die bereits in diesem Jahr kommen soll. Rund 50 000 Euro fallen dafür sowie für neue Möbel an. „Zwischen 50 000 und 70 000 Euro investieren wir jedes Jahr in die Ausstattung des Hauses“, sagt Carola Enge. Gedanken machen muss sich die Heimleiterin auch über eine neue Küche. Nach zehn Jahren im Dauerbetrieb hat die jetzige ihre Grenze erreicht.

Viel Geld ist im vergangenen Jahr in das Pflegeheim geflossen. Für über 650 000 Euro sind Küche und Cafeteria umgebaut sowie die Heizungsanlage erneuert worden. „Die alte Anlage stammte noch aus den 1990er Jahren“, sagt Enge. Der Dampfkessel und der Öltank wurden ausgebaut, der Kessel für Warmwasser und Wärme erneuert. „In dem Dampfkessel war immer Dampf vorrätig. Das war energetisch unwirtschaftlich“, so die Geschäftsführerin. Seit dem Umbau wird in der Küche auch nicht mehr mit Dampf, sondern mit Strom gekocht.

Seit 2008 stabile Pflegesätze

Trotz der großen Investition wird die gGmbH, die sich im Besitz der Stadt Döbeln befindet, auch das vergangene Jahr mit einem Plus abschließen. Die Geschäftsführerin rechnet mit etwas weniger als 19 000 Euro, so das Ergebnis aus dem Jahr 2011. Endgültig fest steht die Summe voraussichtlich Ende Juni. Noch können nachträgliche Erhöhungen der Pflegestufen die Zahl positiv beeinflussen. Seit 2009, einem Jahr nach der Umwandlung des Eigenbetriebes in die gGmbH, schreibt das Seniorenhaus wieder schwarze Zahlen. Der Haushalt sei stabil, das Plus liege meist um die 20 000 Euro, sagt Enge. 195 000 Euro werden voraussichtlich 2012 der Rücklage zugeführt, 2011 waren es 220 000 Euro.

Erstmals schloss das Seniorenhaus im vergangenen Jahr bei der Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) mit einer 1,0 ab. Doch bereits in den Vorjahren gab es mit 1,3 (2010) und 1,2 (2011) schon sehr gute Noten für die Einrichtung. „Wir haben umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt“, begründet Carola Enge die Ergebnisse und lobt das Engagement ihrer Mitarbeiter. „Ohne deren Initiative könnten wir das Niveau nicht halten.“

Insgesamt 75 Beschäftigte, davon 61 in der Pflege, kümmern sich um die Belange der bis zu 117 Bewohner des Hauses. Mit 53,4 Prozent hat Carola Enge etwas mehr Fachkräfte in der Einrichtung, als gesetzlich vorgesehen. „Ich hatte auch schon 56 bis 57 Prozent. Das ist deutlich beruhigender gewesen“, sagt Enge. Schließlich könne bei mehr Fachpersonal die Belastung besser verteilt werden. „Politisches Ziel ist es, die Quote unter 50 Prozent zu senken. Ich halte das für unmöglich.“ Noch hat die Heimleiterin genügend Fachkräfte zur Verfügung, sodass sie nicht auf Personal aus dem Ausland zurückgreifen muss. Für das kommende Ausbildungsjahr hat sie einige gute Bewerber. Insgesamt sechs Azubis kann Enge in dem Haus ausbilden.

Geeignetes Personal mit mehr Lohn locken, das kann Carola Enge nur bedingt. Zwar bekommen die Beschäftigen zum Ende des Jahres eine Sonderprämie, je nach wirtschaftlicher Lage des Hauses, ausgezahlt. Doch das Gehalt ist an die Pflegesätze gebunden. Über die könne die Geschäftsführerin zwar immer neu verhandeln, doch mehr Lohn für die Mitarbeiter bedeutet am Ende höhere Kosten für die Bewohner. Seit 2008 sind die Sätze in dem Seniorenhaus stabil. In diesem Jahr soll neu verhandelt werden. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits.