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Neues Depot für Museum scheint gefunden

Noch ist nichts unterschrieben. Die Umzugsvorbereitungen sind aber im Gange. Alle Objekte sind digital zu inventarisieren.

Kerstin Noack zeigt ein Gemälde des tschechischen Malers Juraj Kresila, das vor dem Umzug des Depots digital inventarisiert werden muss.
Kerstin Noack zeigt ein Gemälde des tschechischen Malers Juraj Kresila, das vor dem Umzug des Depots digital inventarisiert werden muss. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Der staatlich verordnete Shutdown wegen Corona betrifft auch das Stadtmuseum Hoyerswerda, das jetzt keine Besucher mehr empfangen darf. Die Mitarbeiter befassen sich daher unter anderem mit der Vorbereitung des Umzuges aller Sammlungsgüter vom Dachboden des Schlosses in ein neues Depot.

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Nach jahrelanger Suche scheinen nun endlich entsprechend große Kellerräume in der Neustadt gefunden, erzählt die Leiterin des Schloss- und Stadtmuseums, Kerstin Noack, erleichtert. Sie haben die nötige Traglast von 1.000 kg/m² und sogar stabile Klimabedingungen, die jedes Depot braucht. Jetzt wird mit dem Vermieter über die Mietbedingungen und Umbauten am Objekt verhandelt. Fördermittel zum Kauf von Depotmöbeln sind vorhanden. Die wissenschaftliche Leiterin des Museums, Boglarka Szücs, beginnt jetzt, alle Sammlungsobjekte digital zu inventarisieren. „Diese Mammutaufgabe ist die wichtigste Vorbereitung für den Umzug“, betont Kerstin Noack. Die Kunstsammlung, alte hölzerne Truhen, viele Alltagsgegenstände aus den vergangenen hundert Jahren und gusseiserne Gerätschaften einer Schuhmacherei werden im neuen Depot unter besseren Bedingungen als auf dem Dachboden des Schlosses für die Zukunft aufbewahrt.

Lager Elsterhorst bleibt ein Thema

Bezüglich der letzten noch auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule in Nardt stehenden Baracke des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Umsiedlerlagers Elsterhorst tut sich ebenfalls etwas. Noch soll sie laut der Bauplanung des Grundstückseigentümers Freistaat Sachsen entfernt werden, denn das Gelände ist für den Neubau eines Internats für auszubildende Feuerwehrleute vorgesehen, erklärt Kerstin Noack. Sie verhandelt aber trotzdem mit den Vertretern des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements über den Erhalt der ehemaligen Lazarettbaracke an diesem Standort. „Der Chef der Feuerwehrschule, Markus Morgenstern, setzt sich auch dafür ein“, ist sie optimistisch.

Anhand dieses Gebäudes, dem Ausstellungs- und Dokumentationszentrum Lager Elsterhorst, können noch viele unbekannte Geschichten aus dem Kriegsgefangenenlager im Zeitraum von 1938 bis September 1945 erzählt werden. Geschichten, denen sie jetzt beim Lesen von Augenzeugenberichten französischer Gefangener nachspürt, erklärt Kerstin Noack.

Die Zeit des Umsiedlerlagers von Oktober 1945 bis Anfang 1948 übernimmt die auf dem Gelände der Energiefabrik Knappenrode neu entstehende Schulungsstätte zu den Themen Flucht, Vertreibung und Integration. Dabei handelt es sich um das Projekt des Hoyerswerdaer Stadtrates Frank Hirche, der auch Vorsitzender des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen ist.

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