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Neues Gerätehaus, alte Technik in Leisnig

Mit kleinen Verzögerungen kommt der Neubau des modernen Feuerwehrgerätehauses gut voran. Hingegen stockt die Fahrzeug-Kaufliste.

In Bockelwitz entsteht ein neues Feuerwehrgerätehaus für drei Ortswehren. Im Herbst sollen die Kameraden umziehen.
In Bockelwitz entsteht ein neues Feuerwehrgerätehaus für drei Ortswehren. Im Herbst sollen die Kameraden umziehen. © Dietmar Thomas

Leisnig. Coronabedingt wird es in diesem Jahr wohl keine Jahreshauptversammlung für die Gesamtfeuerwehr Leisnig geben. Trotzdem dürften die Angehörigen der einzelnen Abteilungen relativ gut darüber informiert sein, wie es mit dem Neubau des Gerätehauses vorangeht. Vor allem diejenigen Kameraden, für die das neue Domizil bestimmt ist. Vertreter der drei Abteilungen Naunhof-Beiersdorf, Clennen und Naundorf haben sich nach Pfingsten auf der Baustelle getroffen, um die nächsten Details abzustimmen. Darüber informierte Bürgermeister Tobias Goth (CDU).

„Leider konnten wir uns nicht alle Räume anschauen“, so der Rathauschef. Dies begründete er damit, dass die Schläuche der Fußbodenheizung noch teilweise offen dalagen. Wie Bauamtsleiter Thomas Schröder erklärte, hat es beim Einbringen des Estrich Verzögerungen von etwa einer Woche gegeben. 

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Inzwischen allerdings ist das Material eingebracht und trocknet aus. „Ich gehe davon aus, dass die Installationen Mitte dieser Woche weitergehen können“, so Tobias Goth. Nach seinen Worten sollen Mitte Juli die Arbeiten im Außenbereich beginnen. Der Vorplatz soll, wie bereits berichtet, mit Geld hergerichtet werden, das der Kommune über das Finanzausgleichsgesetz (FAG) für die Unterhaltung der stadteigenen Straßen zur Verfügung gestellt wird. Die Kostenschätzung dafür liegt bei rund 90.000 Euro.

Wichtige Kleinigkeiten

Die Fertigstellung des Neubaus steht laut dem Bürgermeister für Mitte bis Ende August in Aussicht. Bis dahin soll es am 28. Juli noch einen weiteren Termin mit den Feuerwehrleuten geben, die die Räume in Zukunft nutzen sollen. Dann geht es unter anderem um die Gestaltung der Werkstatt oder wo noch welcher Lichtschalter benötigt wird. „Das sind Kleinigkeiten, die aber wichtig sind, weil sie über eine längere Zeit funktionieren müssen“, so Tobias Goth.

Er hat sich auf der Baustelle dieser Tage auch mit dem neuen Kreisbrandmeister getroffen. Dabei ging es nicht nur darum, ihm das Projekt vorzustellen. Außerdem hat der Bürgermeister eigenen Angaben zufolge einen Förderkonflikt angesprochen, in dem sich die Stadt Leisnig befindet. Wie bei anderen Wehren auch, ist die Liste der reparaturbedürftigen Fahrzeuge und anderer Technik lang. In Leisnig steht ein Ersatz für den altersschwachen Rüstwagen ganz oben auf der Wunschliste.

Die Förderung eines solchen Wagens hatte die Kommune auch beim Landkreis Mittelsachsen beantragt – und Zuschüsse in Aussicht gestellt bekommen. Allerdings nur für das Fahrzeug selbst, nicht für die Ausstattung mit Spezialgerät wie Schere und Spreizer, mit dessen Hilfe zum Beispiel Personen nach einem Verkehrsunfall aus den demolierten Fahrzeugen befreit werden können.

Dass diese Hilfsmittel einigermaßen modern sind, ist aus zweierlei Gründen wichtig, wie Praktiker wie Wehrleiter Bernd Starke häufiger veranschaulicht haben. Zum einen, weil die Fahrzeuge immer komplexer und stabiler werden und es daher zum anderen kaum möglich ist, sie mit der alten Technik mit vernünftigem Kraftaufwand zu bearbeiten. Weil derartige Ausstattung aus Sicht der Kommune längst kein Extra mehr ist, sondern Standard sein muss, ist diese Art Förderpraxis für die Stadt Leisnig nicht nachvollziehbar.

„Ich werde mich dazu am Dienstag mit den Mitgliedern des Ältestenrates besprechen“, kündigte der Rathauschef an. Im Ergebnis dieses Gespräches wolle er entscheiden, ob unter diesen Umständen an dem Förderantrag festgehalten oder die Neuanschaffung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. „Das jetzt zu entscheiden ist deshalb wichtig, weil auch andere Städte und Gemeinden gern Fördergeld einsetzen wollen und dies können, wenn wir unseren Antrag zurückziehen“, begründete Goth.

Für die Feuerwehr wäre das Verschieben dieser Investition zweifelsfrei ein Rückschlag. Mehrfach hatte Leisnigs Feuerwehrchef deutlich gemacht, wie wichtig diese Ersatzbeschaffung ist. Denn fällt der Rüstwagen aus, ist wahrscheinlich, dass Menschen nach einem Verkehrsunfall oder in anderen misslichen bis lebensbedrohlichen Situationen länger auf rettende Hilfe warten müssen. 

Außerdem ist dieses Fahrzeug nicht das einzige auf der Ersatzbeschaffungsliste für die Feuerwehr. Auch das Drehleiterfahrzeug muss in absehbarer Zeit gegen ein jüngeres getauscht werden.

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