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Neues Gleis für S-Bahn: Mehr Züge möglich

Der Verkehrsverbund Oberelbe könnte künftig aller 15 Minuten S-Bahnen zwischen Dresden und Meißen rollen lassen. Vorausgesetzt, die Kundenzahlen steigen weiter kräftig. An Werktagen wird die Strecke derzeit durchschnittlich von 12000 Fahrgästen genutzt.

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Von L. Müller und P. Anderson

Der Verkehrsverbund Oberelbe könnte künftig aller 15 Minuten S-Bahnen zwischen Dresden und Meißen rollen lassen. Vorausgesetzt, die Kundenzahlen steigen weiter kräftig. An Werktagen wird die Strecke derzeit durchschnittlich von 12000 Fahrgästen genutzt. Auch eigene S-Bahn-Linien nach Riesa oder Großenhain wären in den nächsten Jahren denkbar.

Um für diese Zukunftsprojekte die technische Basis zu schaffen, soll die Bahntrasse zwischen Dresden-Neustadt und Coswig ab 2010 von drei auf vier Gleise erweitert werden. Das bestätigte gestern Hendrik Wagner, der Sprecher des VVO. Ein dichterer Takt sei damit allerdings nicht automatisch verbunden. Für mehr Verkehr würden die aktuellen Fördermittel des Bundes nicht ausreichen.

Mehr Verkehr ab 2015?

Wenn überhaupt, seien frühestens 2015 bis 2020 mehr Züge realistisch. Ob die alle bis Meißen fahren oder ab Coswig abwechselnd nach Großenhain oder Riesa bestellt würden, hänge von der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung des Elblandes ab, sagte der VVO-Sprecher. Wagner begrüßte einen aktuellen Beschluss des sächsischen Kabinetts: Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) unterstützt demnach den viergleisigen Ausbau der Strecke zwischen Dresden-Neustadt und Coswig sowie den Neubau einer Eisenbahnspange bei Großenhain mit 60Millionen Euro. Über das Geld war zuvor monatelang zwischen Bahn und Land gestritten worden. Jetzt ist der Vertrag dem Wirtschaftsministerium zufolge unterschriftsreif.

Der Bau wird nötig, um Fernbahn und S-Bahnen im Elbtal auf unterschiedlichen Gleisen fahren zu lassen. „Momentan teilt sich die S-Bahn noch die Schienen mit dem Reise- und Güterverkehr“, sagt VVO-Sprecher Wagner. Durch das Nadelöhr auf den 14 Kilometern zwischen dem Bahnhof Neustadt und Coswig bremsen verspätete Fern- und Güterzüge immer wieder die S-Bahn aus. Für reibungslosen Nahverkehr soll außerdem der große Eisenbahnknoten Coswig mithilfe einer Neubaustrecke südlich von Großenhain zwischen der Berliner und Leipziger Trasse von Fern- und Güterzügen entlastet werden.

Baustart ist unbestimmt

Unklar ist, wann der Bau der neuen Strecke und des vierten Gleises startet. Es fehlten noch die Unterschriften unter dem Vertrag, sagte gestern Jörg Puchmüller, ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Die geschätzte Bauzeit beträgt sechs Jahre. Ebenfalls unbestimmt ließ die Bahn, bis wann der geplante Haltepunkt Meißen-Altstadt gebaut wird. „Wir sind einen großen Schritt weiter“, sagte gestern Bahnsprecherin Daniela Bals. Bevor Jurk die Finanzierungsvereinbarung nicht unterschrieben hat, könne die Bahn die notwendigen Bundesmittel nicht abrufen und keine Bauleistungen ausschreiben.