merken
PLUS Meißen

Trotz Corona geht der Bau weiter

Helge Landmann vom Meißner Hahnemannzentrum freut sich über die Baumaterial-Lieferung für das neue Haus. Aber er hat ein anderes Problem.

Helge Landmann, Vorsitzender des Vereins Hahnemannzentrum Meißen, erklärt die Vorteile von geflößtem Holz.
Helge Landmann, Vorsitzender des Vereins Hahnemannzentrum Meißen, erklärt die Vorteile von geflößtem Holz. © Claudia Hübschmann

Meißen. Es gibt auch gute Nachrichten in Corona-Zeiten, obwohl das öffentliche Leben und die Wirtschaft in vielen Bereichen nahezu zum Stillstand gekommen sind. So geht der Bau des neuen Veranstaltungshauses des Meißner Hahnemannzentrums auf der Klosteranlage „Zum Heiligen Kreuz" weiter. „Ich bin froh, dass wir Firmen gefunden haben“, sagt Helge Landmann, Vereinsvorsitzender des Hahnemannzentrums. Vor allem ist er dankbar, dass die Firma Kranverleih Noack mit der Zweigstelle Werner Krause in Weinböhla den Kran auch noch kostenfrei in dieser Zeit zur Verfügung stellt, in der keiner weiß, wie es weitergeht.

Acht Meter lange Holzbalken mit Abmaßen von 24 mal 26 Zentimeter hebt der Kran vom Schwerlasttransporter auf das Grundstück. Unglaublich, wie der knapp 14 Meter lange Lkw, von der Hochuferstraße aus in die schmale Einfahrt von etwa 3,50 Meter einbiegen konnte. Eine Meisterleistung. Die 30 Balken in einem Abstand von etwa 80 Zentimetern dienen später sowohl als Decken- als auch Dachbalken für das neue einstöckige Gebäude. Entstehen wird eine traditionelle Holzdecke. Das Flachdach soll anschließend begrünt werden.

Anzeige
Virtueller Hochschulinfoabend
Virtueller Hochschulinfoabend

[email protected]! Am 18. und 20. Mai 2021 bietet die HSZG bei zwei Onlineveranstaltungen Antworten auf alle Fragen rund um ein Studium an der Hochschule Zittau/Görlitz.

Blick auf die Baustelle des neu entstehenden Veranstaltungsgebäudes auf dem Gelände des Meißner Hahnemannzentrums. Gerade werden Bretter und Dachbalken angeliefert.
Blick auf die Baustelle des neu entstehenden Veranstaltungsgebäudes auf dem Gelände des Meißner Hahnemannzentrums. Gerade werden Bretter und Dachbalken angeliefert. © Claudia Hübschmann

Generell hat sich der Verein dem ökologischen Bauen verpflichtet. Entsprechend erfolgt die Auswahl der Baumaterialien wie auch des Holzes, das gerade angeliefert wird. Neben Balken werden unzählige Bretter verladen. Bei dem Holz handelt es sich um geflößte Baumstämme aus der Elbe, erzählt Landmann. „Wir haben mit unserem Statiker diskutiert, ob wir Verbundholz oder richtiges Holz nehmen“, erzählt er. Am Ende fiel die Wahl auf geflößtes. Es hat mehrere Vorteile durch die Wässerung und die Beeinflussung von Bakterien, erklärt Landmann. So trockne das Holz schneller und nicht so spannungsreich. Auch sei das Holz nicht so nahrhaft für Holzschädlinge. Das Bauholz stammt von Fichten und Weißtannen, so „wie es in früheren Zeiten in Heilig Kreuz auch verwendet wurde“, sagt Landmann. Dabei kaufte der Verein die gesamten Stämme und nicht nur Balken. Das gesamte Holz soll beim Bau verwendet werden.

Finanzieller Verlust wegen Corona-Krise

Eine Ahnung vom neuen Gebäude bekommt man bereits jetzt. So stehen schon die Eckwände des Gebäudes. Die Architektur passt zu den übrigen Bauten auf dem Gelände. Beispielsweise, wird die mit Schaumglas gedämmte Fassade, mit einer Bruchsteinwand verblendet. Die dazu verwendeten Steine stammen aus einem abgebrochenen Bau in der Fischergasse und wurden zur Klosterruine transportiert. In mühevoller Handarbeit werden die großen Brocken mit einfachsten Mitteln wie Sprengeisen gebrochen, erzählt Landmann. Und anschließend von Hand zusammengebaut: „Das macht unser portugiesischer Kollege Jaques Moreira. Er ist ein absoluter Könner.“ Moreira ist gelernter Maurer und seit vielen Jahren in der Klosterwerkstatt des Hahnemannzentrums beschäftigt.

Der Bau, so der Plan, könnte Ende 2020 fertig sein. Anfang 2019 hatte er begonnen. Bereits 2017 war er durch die Stadt bau- und denkmalrechtlich genehmigt worden. Für die Finanzierung hatte der Verein eine Spendenaktion über das Internet gestartet. Hinzu kommt private Unterstützung durch Vereinsmitglieder.

Weiterführende Artikel

Auf Flaschen tanzen

Auf Flaschen tanzen

Das neue Veranstaltungshaus im Hahnemannzentrum ist fast fertig. Für den Innenausbau braucht der Verein noch Unterstützung.

Wegen der Corona-Krise rechnet der Verein nun mit finanziellen Einbußen. So sollten im Jahr des 265. Geburtstages von Homoöpathie-Begründer Samuel Hahnemann im Rahmen der Hahnemann-Tage Anfang April zwei Preise an verdienstvolle Wissenschaftler und Praktiker verliehen werden. Mit den Teilnehmergebühren, der rund 120 Angemeldeten, hatte der Verein fest gerechnet. Das Hahnemannzentrum hofft nun auf eine Verschiebung des Termins auf Anfang Oktober. Selbst wenn die Veranstaltung dann stattfinden kann, schätzt Landmann mit einem Teilnehmerschwund von 20 bis 25 Prozent.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!

Mehr zum Thema Meißen