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Neues Haus für Reichenberger Hort

Freitag wurde Richtfest gefeiert. Zünftig mit einer Krone an der Spitze des Satteldaches. Dieses hatte den Baubeginn verzögert. Nicht das einzige Problem.

Zimmerermeister Rico Sachse aus Berbisdorf brachte Verstärkung zum Richtfest mit. Seine Töchter Thea (li.) und Emma. Den symbolischen Nagel durfte Bürgermeister Jörg Hänisch einschlagen.
Zimmerermeister Rico Sachse aus Berbisdorf brachte Verstärkung zum Richtfest mit. Seine Töchter Thea (li.) und Emma. Den symbolischen Nagel durfte Bürgermeister Jörg Hänisch einschlagen. © Arvid Müller

Moritzburg. Vor gut vier Wochen wurde im benachbarten Boxdorf der Grundstein für ein neues Kinderhaus gelegt. Dabei hatte Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) die zuvor gefüllte Zeitkapsel im Fundament vergraben. Am Freitag durfte er nun den Hammer schwingen. Oben am Dach des Erweiterungsbaus für den Hort in Reichenberg.

Dieser Anbau ist seit vielen Jahren Wunsch von Eltern und Erziehern. Eigentlich war der Bau erst nach dem Umzug der Kindergartenkinder in die neue Kita „Kleeblatt“ nach Boxdorf geplant. „Wir haben aber nach Bekanntgabe der Fördermittel des Programms „Brücken in die Zukunft“ entschieden, den Hortanbau vorzuziehen“, sagte der Rathauschef.

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Mit dem Architekturbüro Reiter, das bereits die Sanierung und Erweiterung der gegenüberliegenden Grundschule geplant und begleitet hat, konnte in einem längeren Prozess die optimale Variante eines Erweiterungsbaues gefunden werden. Für die Hort- und Schulkinder steht nach der Fertigstellung des Gebäudes ein neuer, großzügig gestalteter Speiseraum für etwa 50 Personen mit einer modernen Ausgabeküche und neuen Sanitärräumen zur Verfügung. Hinzu kommt ein angrenzender Bewegungsraum für die kleineren Kinder, der auch von anderen Sportgruppen für Gymnastik oder Yoga genutzt werden kann.

Wird die mobile Trennwand herausgenommen, ergibt sich ein multifunktionaler Raum für größere Veranstaltungen des Hortes aber auch der Grundschule - eine Aula gibt es dort bisher nicht. „Gedacht ist der neue Raum aber auch für eine Nutzung durch die Reichenberger Dorfgemeinschaft und für Sitzungen des Ortschaftsrates.“ Deshalb wurde extra ein zweiter Hauptzugang aus Richtung Volkersdorfer Straße eingeplant, der unabhängig vom übrigen Hortgelände ist.

So wie links in der Visualisierung soll der Anbau einmal aussehen.
So wie links in der Visualisierung soll der Anbau einmal aussehen. © Reiter Architekten

Einen deutlichen Dämpfer bekam der ohnehin ambitionierte Zeitplan - die Fördermittel müssen eigentlich bis zum Jahresende verbaut sein - als die Denkmalbehörden sich völlig überraschend gegen das geplante Flachdach stellte und stattdessen für ein Satteldach plädierte. „In einem längeren spannenden Diskussions- und Abstimmungsprozess mit den Denkmalbehörden wurde der Neubau schließlich der alten Scheunenstruktur eines Dreiseithofes nachempfunden, ohne die moderne Formensprache aufzugeben.“ Verbunden war das allerdings mit deutlichen Mehrkosten in Höhe von rund 60.000 Euro.

Dank des Grundstückskaufs von der Agrargenossenschaft Radeburg stehen auch ausreichend neue Flächen für Spiel und Sport der Hortkinder zur Verfügung. Ein Großteil der Baukosten in Höhe von insgesamt inzwischen fast 1,4 Mio. Euro werden aus Haushaltsmitteln der Gemeinde finanziert. Aus dem Brücken-Programm verwendet Moritzburg 385.000 Euro Fördermittel.

Der CDU-Wahlkreisabgeordnete und Landtagspräsident Matthias Rößler lobte dann auch das Engagement der Gemeinde, die trotz der Fördermittel die Summe von über einer Million Euro aufbringen muss. Aber das sei gut für die Zukunft investiertes Geld. Auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) fand, dass bei allen Diskussionen um Prioritäten im Gemeinderat hier die richtigen gesetzt wurden. Der Moritzburger hatte seinerzeit noch als Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zum Bau des neuen Kinderhauses in Boxdorf mit auf den Weg gebracht. Und auch die Entscheidung, dass mit dessen Fertigstellung in Reichenberg nur noch Hortkinder betreut werden.

Andreas Herr, Beigeordneter im Landratsamt, hob hervor, dass Moritzburg nicht nur eine von sechs Gemeinden im Landkreis ist, deren Einwohnerzahl wächst, sondern dass sie auch einer der bestversorgten bei der Kinderbetreuung ist. Beträgt die Abdeckung im Landkreis im Durchschnitt 98 Prozent, sind es hier 120 Prozent.

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