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Neues Kapitel für die Oststraße 13

Vom alten Obdachlosenheim ist fast nichts mehr übrig. Auf der Fläche entstehen 20 Wohnungen – mit stattlichen Mietpreisen.

Von Matthias Weigel

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Knirschend greift der Baggerarm ins Gebälk. Putz rieselt, Staub wirbelt auf, als der Greifer zupackt und den herausgebrochenen Bauschutt in den Container verfrachtet. Die Abrissarbeiten an der Oststraße 13/13 c in Freital laufen auf Hochtouren. Bald wird von den beiden Häusern, die einst Obdachlosen und Mietern ein zu Hause gab, nichts mehr übrig sein.

WGF-Chef Uwe Rumberg und sein Vize Michael Heinzig (r.) freuen sich, ein 3,4-Millionen-Euro-Projekt anpacken zu können. Die Neubaupläne für das Gelände an der Oststraße 13 sind vom Aufsichtsrat der städtischen Wohnungsgesellschaft bereits abgesegnet.

Eigentlich wollte die WGF das – von der Stadt 2012 aus Kostengründen geschlossene – Heim samt Nachbarmietshaus sanieren und Wohnungen einrichten. Doch der Hausbock hatte über Jahre in der Immobilie genagt, teils auch an tragenden Teilen der Konstruktion. Entdeckt wurde das erst beim Entkernen. Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat wurde schließlich die Entscheidung getroffen: Für 200 000 bis 300 000 Euro mehr bekäme man einen Neubau. Und bei dem könnte man die Grundrisse frei und zeitgemäß gestalten und habe auch insgesamt viel mehr Platz und Möglichkeiten – und am Ende etwas wirklich Neues. „Man kann alte Mauern nicht immer und zu jedem Preis gesund beten“, sagt WGF-Geschäftsführer Uwe Rumberg.

Jetzt passiert also in der Geschichte der WGF, die viele Jahre von Sanierung und Abriss geprägt war, etwas Historisches: Es wird neu gebaut. 3,4 Millionen Euro steckt die WGF aus Eigenmitteln in das Vorhaben, allein in diesem Jahr 1,3 Millionen Euro. Ging man bei der Sanierung noch von 1 100 Quadratmetern Fläche aus, waren es bei den ersten Betrachtungen 1 600 – letztendlich entstehen nun 1 840 Quadratmeter in insgesamt Wohnungen. Aktuell laufen Abriss, Baugrunduntersuchung und Bauantrag sowie Ausschreibungen. Dann kann die auserwählte Baufirma anrücken.

Zwei baugleiche Häuser hat das Ingenieurbüro Klingauf dafür in Absprache mit der WGF in den Baufeldern entworfen: Statt der einfachen Riegel, die bisher hier Standen werden es Winkelbauten mit Souterrain, zwei Etagen und zurückgesetztem Dachgeschoss mit Walmdach. Das passt angesichts der Umgebungsbebauung besser als das einst angedachte Flachdach. Balkone sind obligatorisch. Im Hof entstehen 20 Stellplätze mit Carport. Ein ansehnliches Außengelände will die WGF außerdem um die beiden Häuser anlegen.

Viele Stunden haben die WGF-Führung und die Architekten auch in die Grundrissplanung gesteckt. Jeweils drei Vier-Raum-Wohnungen mit 104 bis 109 Quadratmetern und sieben Drei-Raum-Wohnungen mit 76 bis 95 Quadratmetern sind geplant. Die Gestaltung gibt es her, dass auch alle Bäder – mit Wanne, Dusche oder beidem ausgestattet – ein Fenster haben. Zum Teil gibt es auch Gäste-WCs. Im Souterraingeschoss gibt es jeweils zwei ebenerdige Wohnungen. Wegen der hangigen Lage des Grundstücks verschwinden Keller und Wirtschaftsräume im hinteren Teil als Kellerbereich unter der Erde. „Der Winkelbau reduziert die ungenutzten Flächen, wie lange Flure, auf ein Minimum“, sagt Rumberg. Er freut sich über die schmucken Neubauten, in die im Frühjahr 2017 die ersten Mieter einziehen sollen.

Dass die Nachfrage stimmt, davon ist Rumberg überzeugt. Von der Lage und der aktuellen Situation auf dem Wohnungsmarkt her sollte es kein Problem sein – trotz der stattlichen 8 Euro je Quadratmeter, die die WGF aufruft. Das dürfte ein Novum sein in der Stadt. Nicht nur die gute Wohnlage rechtfertige das. „Wir haben wirklich mit spitzem Stift gerechnet und anders wäre es für uns nicht wirtschaftlich“, sagt Rumberg. Auf der anderen Seite habe man ja ebenso Wohnraum in niedrigen Preiskategorien im gesamten Stadtgebiet im Angebot.

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