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Neues Leben für den toten Riegel

Das „Haus am Zwinger“ hat den Besitzer gewechselt. Für den aufwendigen Umbau muss das Irish Pub weichen.

© Christian Juppe

Von Tobias Hoeflich

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Der Leerstand hat Spuren hinterlassen. Die Fassade und Innenwände sind ergraut, Tapeten blättern ab, Kabel hängen lose von der Decke. Seit Jahren steht das 1999 errichtete „Haus am Zwinger“ trotz exponierter Lage nahe dem Postplatz fast komplett leer. Nur einige Händler füllen das riegelförmige Gebäude an der Kleinen Brüdergasse noch mit Leben. Mehrfach wechselte es den Besitzer, doch der Leerstand ist geblieben.

Tristesse in Toplage: Schon mehrere Eigentümer hatten große Pläne mit dem „Haus am Zwinger“. Am Leerstand änderte sich bisher aber nichts. © Christian Juppe

Nun will sich das oberbayrische Unternehmen Denkmalneu aus Bad Heilbrunn an dem Riegel gegenüber dem Zwinger probieren. Im vergangenen Herbst hat es das Gebäude erworben. Sofort sei er von dem Haus und vor allem der tollen Lage angetan gewesen, erklärt Geschäftsführer Thomas Scherer: „Es passt wie die Faust aufs Auge zu uns.“ Bisher hat sich das Unternehmen vor allem auf Bayern und Norddeutschland konzentriert – und den Fokus dabei auf „extrem schwierige Objekte“ gelegt, wie Scherer sagt.

Auch das „Haus am Zwinger“ sei eine Herausforderung. Oberster Ansatz ist, das Gebäude auf vielfältige Art zu nutzen. Ursprünglich war der Riegel als reines Bürohaus konzipiert, auch ein Umbau als Hotel war angedacht. Das Augenmerk auf nur eine Nutzung sei laut Scherer aber der Knackpunkt, warum es bislang niemandem gelang, das Haus mit Leben zu füllen. „Es mag einem gefallen oder nicht. Aber es hat inzwischen seinen Platz“, so Scherer. Erklärtes Ziel der Stadtverwaltung ist auch, den Riegel zu erhalten und zu revitalisieren. Das erklärte Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) kürzlich gegenüber der SZ.

Im Frühjahr will die Denkmalneu GmbH mit dem Umbau des Hauses beginnen. Bereits heute soll laut dem Geschäftsführer der Bauantrag bei der Stadt eingereicht werden. Geplant ist ein Mix aus Büros, Gewerbeflächen und 107 Apartments zwischen 26 und 62 Quadratmetern, die als Business-, Ferien- oder Langzeitwohnungen genutzt werden können. In den obersten Etagen sollen Penthouses mit Blick über die Stadt entstehen.

Zusätzlich erarbeitet der neue Eigentümer ein Konzept, wie die Kleine Brüdergasse belebter werden könne. Durch das L-förmige, zu DDR-Zeiten errichtete Gebäude an der Schloßstraße ist eine Art Hinterhofsituation entstanden. Ansatz sei, den Bereich um das „Haus am Zwinger“ mit Licht und Kunst attraktiver zu gestalten, erklärt Scherer die noch abstrakten Überlegungen. Mehr Menschen sollen in die Gasse gelockt, die Aufenthaltsqualität erhöht werden. „Wir wollen das Umfeld lebensfreundlicher gestalten.“

Die fehlenden Passantenströme in der Kleinen Brüdergasse haben es Händlern und Gastronomen in der Vergangenheit schwer gemacht, die Flächen im Erdgeschoss stehen fast vollständig leer. Den verbliebenen Gewerbetreibenden ist laut Scherer zunächst gekündigt worden. Mit dem Optiker werde über einen Verbleib nach dem Umbau verhandelt.

Für das Irish Pub gibt es diese Option nicht: „Das Pub Shamrock wird leider nicht ins Konzept passen“, erklärt Scherer. Nachts sei es hier „brachial laut“, was mit der geplanten Wohnnutzung nicht vereinbar ist. Ziel sind vor allem Geschäfte mit hochwertigen Produkten. Unter anderem schwebt den neuen Eigentümern ein Bio-Markt vor. Die Betreiber des Irish Pubs sehen die Pläne des neuen Eigentümers aber nicht kritisch. Im Gegenteil: „Wir stehen dem positiv gegenüber, auch wenn wir den Standort wechseln müssen“, sagt Betreiber Derek Beath. Es sei höchste Zeit, eine Nutzung für das Gebäude zu finden. Ob und wo das Pub wiedereröffnet, ist noch offen.

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