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Neues Leben in der Neumarktschule

Am Sonntag ziehen die ersten Bewohner in das Gebäude, das für 3,5 Millionen Euro umgebaut wurde. Von innen ist es nicht wiederzuerkennen.

© hübschmann

Von Christoph Scharf

Ab auf den Grill

Warme Sommernächte, schönes Wetter. Zeit zum Grillen! Doch worauf muss man achten und was schmeckt am besten auf dem Grill?

Das war die Aula? Bei diesem Anblick werden frühere Schüler und Lehrer ins Grübeln kommen. Die hohen Fenster, die Säulen, der Stuck, die Holztüren – na klar, das ist die Aula der ehrwürdigen Neumarktschule. Aber gleichzeitig wirkt der Raum völlig anders: An den Wänden hängen Gemälde von Paul Cézanne, um vier Tische gruppieren sich bequeme Holzstühle mit Armlehne. Vor allem aber steht plötzlich mitten im Raum eine Art offene Küche: mit Herd als Zentrum, umlaufendem Tresen, Spülmaschine und Arbeitsplatte.

Freundlich: Ein Gemeinschaftsraum der Tagespflege im zweiten Stock. © hübschmann
Freundlich: Ein Gemeinschaftsraum der Tagespflege im zweiten Stock. © hübschmann
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„Das wird ein Ort, an dem man sich nicht nur treffen, reden und essen kann – sondern auch mitmachen“, sagt Dorit Birke. Die gelernte Altenpflegerin und studierte Pflegemanagerin ist Niederlassungsleiterin bei Advita, einem Berliner Unternehmen mit gut 20 Niederlassungen vor allem in Sachsen und Thüringen. Neu auf der Standortliste ist die Neumarktschule – zwischen Triebisch und Neumarktarkaden. Gerade erst bekam Advita das für 3,5 Millionen Euro vom Eigentümer Volksbank umgebaute Haus übergeben – und ließ gleich wieder die Maler anrücken. „Bei uns muss Farbe rein!“, sagt Dorit Birke. „Wir sind kein Krankenhaus – und auch kein Pflegeheim.“ So strahlt manche Wand auf den Fluren gelb, manche grün, manche rot.

Die Klassenzimmer in den beiden unteren Geschossen haben sich in 23 Wohnungen verwandelt. Sie sind zwischen 33 und knapp 60 Quadratmeter groß und bequem über einen silbern glänzenden Fahrstuhl zu erreichen, der seit Neuestem lautlos von Etage zu Etage fährt. Hier können sich Leute einmieten, die ihr eigenes Reich behalten wollen – aber dennoch Unterstützung und Pflege gern in Reichweite haben. „Bei uns kann man je nach Bedarf Angebote dazubuchen“, sagt Dorit Birke. Einkaufsservice? Kein Problem. Gemeinsam Essen? Gerne doch. Physiotherapie, Friseur, Fußpflege? Kommt ins Haus.

Im zweiten Stockwerk ist auf der einen Seite eine Tagespflege entstanden: Bis zu 30 Leute finden hier Gemeinschaftsräume, ein schickes Bad mit Ausblick, moderne Sanitäranlagen. Gegenüber zieht die Demenz-WG ein: überschaubare Wohnräume mit kleinen Nasszellen und Gemeinschaftsküche. Treffen können sich alle in der früheren Aula, die mit Liebe zum Detail in einen Speiseraum umgebaut worden ist. „Da ist auch genug Platz für einen riesigen Weihnachtsbaum“, sagt Dorit Birke, die gerade noch die letzten Arbeiten koordiniert. Am Sonntag können die ersten Bewohner einziehen. Die meisten Wohnungen sind schon vergeben, einzelne sind aber noch zu haben. Künftig will Advita in der Schule bis zu 30 Mitarbeiter beschäftigen.

Kontakt: 035243 468246, www.advita.de

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