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Neues Schmuckstück in Bad Muskau

Am Donnerstagabend wurde das historische Grufthaus an der Evangelischen Kirche nach dreijähriger Rekonstruktion übergeben.

Diplom Ingenieurin Karin Noack, Frank Dutsch vom Gemeindekirchenrat und Pfarrerin Miriam Arndt während der Einweihungsfeuer des Grufthauses.
Diplom Ingenieurin Karin Noack, Frank Dutsch vom Gemeindekirchenrat und Pfarrerin Miriam Arndt während der Einweihungsfeuer des Grufthauses. © Rolf Ullmann

Bad Muskau. Auf diesen Augenblick haben Frank Dutsch und die zahlreichen Mitstreiter gewartet und viel Mühe sowie persönlichen Einsatz investiert, damit er zur Realität werden kann: Die Flügeltür öffnet sich, das Licht im historischen Grufthaus flammt auf und das obligatorische Einweihungsband fällt dem Schnipp-Schnapp der Schere anheim.

Seit Donnerstagabend ist damit die Evangelische Kirchengemeinde und natürlich auch die Stadt Bad Muskau um ein zweistöckiges Schmuckstück reicher. In ihren Begrüßungsworten würdigt Pfarrerin Miriam Arndt das südliche Grufthaus als „einen Ort der Bewahrung des Andenkens sowie der Erinnerung an die Verstorbenen.“ Nachdem das Gebäude lange in einem Dornröschenschlaf lag, wird es nun nach einer denkmalgerechten Renovierung der Öffentlichkeit übergeben. Mit diesem Schritt erfolgt zugleich eine kulturgeschichtliche Aufwertung des Alten Friedhofs an der Evangelischen Kirche von Bad Muskau. Rund 338 Jahre, bis zur Schließung 1888, bettete man hier die Verstorbenen zur letzten Ruhe. Heute sind nur noch wenige Grabmale erhalten. Gemeinsam mit dem südlichen Grufthaus künden sie von der Begräbniskultur vergangener Jahrhunderte. Dieses kleine Mausoleum konnte sich seine Originalität erhalten.

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Allerdings setzte ihm der Zahn der Zeit arg zu und die mangelnde Pflege tat das ihrige um es in einen baufälligen Zustand zu versetzen. Als im Jahr 2008 das Dach eine Neubedeckung erhielt, bedeutete dies einen ersten Schritt zu seiner Erhaltung, mehr aber auch noch nicht. Die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017 führen schließlich zum Entschluss, mehr zu tun für das Gebäude, als es nur zu sichern. Mit den ersten Arbeiten, die am 1. April 2017 begannen, wurde eine Aufgabe in Angriff genommen, bei deren Verwirklichung sich zahlreiche Glieder der Kirchengemeinde, aber auch Bad Muskauer Bürger und eine Reihe von Firmen verdient machten. Auf einer Informationstafel an der Tür das Grufthauses erfährt ihr Einsatz sowie ihre Unterstützung die verdiente Würdigung.

Mit dem positiven Bescheid des Antrages auf finanzielle Unterstützung durch die Leader-Förderung im Jahr 2018 flossen auch die benötigten Gelder. Von den benötigten rund 29.000 Euro übernimmt Leader 70 Prozent über seine Förderung. Als Bauleiterin konnte Diplom-Ingenieurin Karin Noack mit Baubeginn der Rekonstruktion gewonnen werden. Sie steht seither dem Projekt mit Rat und Tat zur Seite. Der besondere Dank an diesem Tag galt Frank Dutsch, der, als langjähriges Mitglied des Gemeindekirchenrates, ungezählte Stunden der Wiederherstellung des Grufthauses gewidmet hat. Von sich selbst sagt er ein wenig scherzhaft, dass er der Grufthausbeauftragte der Kirchengemeinde sei.

Vom gelungenen Resultat des Projekts können sich alle Interessenten am 4. Juli und 5. Juli während der Tage der offenen Kirche selbst überzeugen. Jeweils von 14 bis 17 Uhr öffnen sich die Türen des Grufthauses, stehen sachkundige Mitglieder des Gemeindekirchenrates für Erläuterungen und zur Beantwortung von Fragen der Besucher bereit. Übrigens besteht ständig die Möglichkeit, von der Straße unterhalb der Evangelischen Kirche sowie vom Kirchhof durch eine verschließbare Klappe einen Blick in das Grufthaus zu werfen.

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