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Neues Schwimmhallenkonzept vorgestellt

Als das Ingenieurbüro Kasparetz-Kuhlmann in der letzten Gröditzer Stadtratssitzung die Summe nannte, mit der die Sport- und Schwimmhalle umgebaut, erweitert und umstrukturiert werden müsste, stockte einigen Stadträten der Atem.

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Als das Ingenieurbüro Kasparetz-Kuhlmann in der letzten Gröditzer Stadtratssitzung die Summe nannte, mit der die Sport- und Schwimmhalle umgebaut, erweitert und umstrukturiert werden müsste, stockte einigen Stadträten der Atem.

Rund 1,6 Millionen Euro würden laut neuem Betreiberkonzept allein an baulichen Investitionen anstehen. Hinzu kommen die Umgestaltung der Außenanlage, die Aufwertung der Turnhalle und die Sanierungsrückstände. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf geschätzten 2,2Millionen Euro.

Nimmt die Stadt Gröditz das Projekt Schwimmhalle nicht schnellstens in Angriff, stehe der Erhalt der Einrichtung auf wackeligen Beinen. Jährlich sinkt die Besucherzahl um drei Prozent, der Investitionsbedarf steigt. Der jährliche Zuschuss der Stadt in Höhe von 90000 Euro fällt weg, die Einnahmen schwinden und die Defizite werden größer.

Neben notwendigen Sanierungsarbeiten sind zusätzlich unter anderem Gastronomie, Terrasse und Saunalandschaft geplant. Dazu kommen 34 betriebswirtschaftliche Maßnahmen. Zu den wichtigsten Veränderungen zählen eine neue Betreiberform, gezielte Marketingstrategien, effizienterer Einsatz von Personal, aber auch besucherfreundlichere Öffnungszeiten.

Es wurden viele weitere konkrete Verbesserungsmöglichkeiten durch das Ingenieurbüro aufgezeigt, die die Schwimmhalle vor einer Schließung bewahren sollen. Potenzial habe der Sport- und Freizeitkomplex, aber nur, wenn investiert wird und die Stadt und ihre Einwohner hinter dem Erhalt stehen. Es wurde auch klar gestellt: Die Schwimmhalle wird immer ein Zuschussbetrieb bleiben. Die Planer schätzen die jährliche Summe im schlimmsten Fall auf rund 400000 Euro, im besten Fall auf 220000 Euro. Die Höhe ist abhängig von den Einnahmen, die durch gezieltes Marketing, Angebotserweiterungen und Gewinnung neuer Besucher deutlich steigen müssen. Auch wenn es einige kritische Stimmen von Stadträten zu dem Konzept gab, machte Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos): „Wenn wir noch weiter diskutieren, schließen wir nächstes Jahr zur gleichen Zeit die Schwimmhalle. Wir müssen ab spätestens Januar mit Volldampf loslegen.“ Das Konzept steht am Montag im Stadtrat zum Beschluss.Julia Polony