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Neues Spiel: Tier gewinnt

Der Lausitzer ist natürlich Tierfreund, und natürlich ehrlich. Doch in der aktuellen Debatte um die Großgrabener Kraniche muss irgendein Lausitzer unnatürlich gehandelt haben. Fakt ist, Kraniche wurden bei ihrer Brutpflege gestört.

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Der Lausitzer ist natürlich Tierfreund, und natürlich ehrlich. Doch in der aktuellen Debatte um die Großgrabener Kraniche muss irgendein Lausitzer unnatürlich gehandelt haben. Fakt ist, Kraniche wurden bei ihrer Brutpflege gestört. Nun beginnt das Rätselratespiel, wer dafür Verantwortung trägt.

Vier Lausitzer treten an: Ein ausgezeichneter Teichwirt lässt Schilfspitzen schneiden – das steht zwar nicht für einen naturbelassenen Teich, ist aber im Sinne der traditionell kulturlandschaftlichen Fischzucht. Ein landauf, landab bekannter Freizeit-Ornithologe wähnt nun die Jungkraniche in Lebensgefahr. Natürlich meldet der Vogelkundler die unnatürliche Gefahr im Naturschutzamt. Das gibt als dritter Teilnehmer auf Wahrheitssuche zu Protokoll, dass der Schilfschnitt im Teich natürlich genehmigt war. Der vierte Teilnehmer äußert sich als Geschädigter nicht – jedoch scheint des Kranichs natürliche Heimstätt’ im Teich verlassen.

Ein Teilnehmer hat natürlich Unrecht. Der Kranich ist es natürlich nicht. Und natürlich ist ein Schuldeingeständnis schwer. Aber natürlich muss die Wahrheit ans Licht. Es heißt Rückgrat beweisen, damit 2006 alle vier Beteiligten das Spiel „Tier gewinnt“ spielen können. S.12