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Neues vom Bielig-Hans

Das Burkauer Original erzählt auch in seinem jüngsten Buch Geschichten aus dem Alltag. Zum Schmunzeln und Nachdenken.

© Steffen Unger

Burkau. Johannes Bielig kann das Schreiben nicht lassen. Und er hat auch mit 81 Jahren noch viel zu erzählen. Zum Beispiel von einem Missgeschick, das seiner Frau Irmi ausgerechnet in der St. Petersburger Eremitage passierte. Oder von seiner roten Kombi, die er als Polsterer und Tapezierer trug und die ihm auch noch später im Ruhestand gute Dienste leistete. Er schreibt auch über eine Mutprobe aus seiner Kindheit, den Einkaufswahn einer Zeitgenossin und – nicht ganz jugendfrei – die Lockenwicklern der Frau Doktor.

Das und noch viel mehr kann man im siebenten Buch nachlesen, das der Burkauer in diesen Tagen herausgibt. Unter dem Titel „Zwischen den Lausitzer Bergen“ findet man auf rund 120 Seiten wieder Gedichte und Kurzgeschichten, von denen viele in Westlausitzer Mundart, viele aber auch auf Hochdeutsch erzählt werden. In einem Anhang werden typisch Westlausitzer Worte ins Hochdeutsche übertragen. Zeichnungen des Burkauer Tierarztes und Künstlers Dr. Matthias Trauzettel illustrieren auch diesen siebenten Band. Momentan befindet sich das Buch in der Endfertigung. In wenigen Tagen wird man es für 9,80 Euro in der Bischofswerdaer Buchhandlung Heinrich, der Drogerie Hübner in Burkau, im Rammenauer Schmiedeladen und beim Autor selbst kaufen können.

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Kulturellen Schatz erhalten

Johannes Bielig, Jahrgang 1936, hat sich die Mundart von seiner Mutter abgeschaut und abgehört. Sie zog ihn weitgehend allein groß; der Vater ist 1945 im Krieg gefallen. Johannes Bielig wurde Polsterer und arbeitete als Tapeziermeister im eigenen Geschäft. Dazu gehörten Sattlern, Polstern, Gardinen nähen und Wände verkleiden. Mit 21 Jahren musste er das elterliche Geschäft übernehmen. Er führte es bis 2003, seinem Eintritt in den Ruhestand.

Schon in den 1990er-Jahren begann er, Geschichten und Gedichte in Mundart aufzuschreiben. Ihm ist es wichtig, diesen kulturellen Schatz zu erhalten. Er trägt auch gern vor, was er geschrieben hat. Zur Wende hatte er mit der Unterhaltung angefangen. „Wir waren von der Handwerkskammer aus in den alten Bundesländern, um Kontakte zu knüpfen. Die langen Heimfahrten waren immer so langweilig. Da hab ich im Bus das Mikro genommen und gesungen“, sagt Johannes Bielig. Seit 2003 hat er viel mehr Zeit für seine Auftritte. Zu Vereins- und Familienfeiern ist Johannes Bielig noch heute ein gern gesehener Gast.

Sein neues Buch enthält, wie schon die anderen, viele heitere Geschichten. Allerdings ist der Anteil an ernsten und nachdenklichen Erzählungen und Gedichten höher als bei den früheren Büchern. Ein Gedicht ist überschrieben mit „Mei letzter Wille“. Wünschen wir es Johannes Bielig, dass es damit noch lange Zeit hat. (SZ/ir)