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Neues Wohngebiet in Stiebitz

Seit wenigen Tagen läuft der Verkauf der Grundstücke an der Neukircher Straße. Die ersten sind schon weg.

© Uwe Soeder

Von Stefan Schramm

Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

Die Bauteile für die Kontrollschächte liegen schon bereit. Demnächst sollen die Betonringe mit den Steigeisen, auf denen die Mitarbeiter des Bautzener Abwasserbetriebs künftig zu den Rohrleitungen hinabklettern können, in den Boden des einstigen Stiebitzer Gutsgeländes eingelassen werden. „Die Erschließungsarbeiten der Medien wie Gas, Strom und Wasser für das Wohngebiet sind angelaufen“, bestätigt Immobilienvermarkter Jan Hornig.

Auch der Verkauf der Grundstücke sei seit Jahresbeginn in vollem Gange. Auf ihnen ist Platz für bis zu 23 neue Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften. „Die acht Grundstücke auf der Südseite des Wohngebiets sind bereits verkauft“, freut sich Tobias Richter vom Maklerunternehmen Hornig Immobilien. Für die übrigen Parzellen gebe es mehrere Interessenten. Er gehe davon aus, dass es in etwa einem halben Jahr die ersten Spatenstiche für die Häuser gibt.

Keine Provision fällig

Ein Grund für das Interesse: Die Grundstücke liegen innenstadtnah und dennoch im Grünen. Sie sind provisionsfrei zu haben. „Und sie sind im Unterschied zu fast allen anderen Projekten in Bautzen bauträgerfrei“, ergänzt Jan Hornig. Soll heißen, dass sich Bauwillige den Architekten und das ausführende Bauunternehmen für ihr Haus selbst aussuchen können. Vom flachen Bungalow im norddeutschen Backsteinstil über ein zweistöckiges Doppelhaus bis hin zur alpenländischen Almhütte sei alles möglich. „Im Prinzip sind alle Stile erlaubt. Und der Bebauungsplan ist grundsätzlich sehr offen gestaltet“, sagt Tobias Richter. Vorgaben, auf welcher Seite die Terrasse oder Eingangstür anzusiedeln sei, gebe es nicht. Eine Bedingung sei, dass das Haus parallel zur Straße stehe.

„Noch können wir flexibel liefern“, frohlockt Tobias Richter. Möglich sei unter anderem , mehrere Grundstücke zu erwerben und zusammenzulegen, doch auch ein einzelnes hat natürlich seinen Preis. Käufer müssen für die zwischen 350 und 680 Quadratmeter großen Parzellen zwischen 95 und 120 Euro pro Quadratmeter hinblättern. Dafür erhalten sie dann ein voll erschlossenes und vermessenes Grundstück, das bereit für die Bebauung ist. „Ob der Eigentümer erst in ein paar Jahren mit dem Bau beginnt, ist egal“, sagt Tobias Richter.

Geplant ist ferner, ein altes verfallenes Stallgebäude des früheren Gutes zu sanieren. „Die Scheune bleibt kein Schandfleck. Wir wollen sie innerhalb dieses Jahres, aufgeteilt in vier Reihenhäuser, rohbaufertig vermarkten“, kündigt Jan Hornig an. Das Herrenhaus des Gutes, das eine Firma von Hentschke-Bau-Geschäftsführer Jörg Drews nach langer Zeit des Brachliegens im Jahr 2012 gekauft hatte, wurde 2013 abgerissen. Erhalten blieb jedoch die 1924 errichtete Fasanerie, die in der DDR-Zeit der Nutzgeflügelhaltung diente. Sie steht unter Denkmalschutz. „Nach dessen Maßgaben kann sie jemand umbauen, der zum Beispiel ein großes Hobby hat“, sagt Jan Hornig. Das Grundstück müsse der Interessent zum üblichen Preis erwerben, das Fasaneriegebäude gebe es zum symbolischen Preis dazu.

Aus Mischgebiet wird reines Wohngebiet

Erschlossen werden soll das Grundstück von der Neukircher Straße aus über eine eigene, sackgassenartige Zufahrt, die laut Stadtratsbeschluss vom Mai 2014 in Bezug auf die Fasanerie den Namen Fasanenweg erhalten soll. Zudem hatte der Stadtrat damals beschlossen, den Flächennutzungsplan im Hinblick auf den geplanten Bau der Siedlung zu ändern. Bislang handelte es sich um ein Mischgebiet. Daraus soll nach einem Änderungsverfahren, das derzeit läuft, ein reines Wohngebiet hervorgehen. Das hatte unter Anwohnern und Gewerbetreibenden für Kritik gesorgt.

Sie fürchten beispielsweise strengere Regeln beim Lärmschutz. Auch mehrere alte Stiebitzer Höfe, die ebenfalls östlich der Neukircher Straße liegen und an die neue Siedlung grenzen, werden rein rechtlich in das Wohngebiet einbezogen. Der Stiebitzer Ortschaftsrat hatte sich deshalb bei seiner Anhörung im vergangenen Jahr einstimmig gegen die Änderung des Flächennutzungsplans ausgesprochen und gefordert, dass die benachbarten Grundstücke nicht als Wohngebiet ausgewiesen werden. Der Bauausschuss – und mit relativ knapper Mehrheit der Stadtrat – waren letztlich für die Änderung. Ferner hatten Regionalplaner im Vorfeld kritisiert, dass das Wohngebiet weit aus der geschlossenen Stiebitzer Bebauung auf unbebaute Fluren hinausgreife. Jan Hornig sieht darin aber auch einen Vorteil: „Niemand muss fürchten, dass er in ein paar Jahren hinter seinem Grundstück einen neuen Nachbarn bekommt!“

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