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Tipis am Schwarzbachtal

Die Waldschule veranstaltet am Sonnabend ihr Jahresfest. Zu sehen sind Indianerzelte und eine legendäre Rockband.

© Frank Baldauf

Von Peter Salzmann

Das grüne Gelände an der Waldschule am Schwarzbachtal nahe der Dippser Siedlung ist um eine Attraktion reicher. Die Diplom-Forstwirtin Jane Klaus – seit sechs Jahren in Dipps zu Hause – hat von Freiberger Spezialisten drei Tipis errichten lassen. Tipis waren die typischen Zelte der nordamerikanischen Prärieindianer. Jedes Tipi ist acht Meter hoch, misst sieben Meter im Durchmesser und bietet acht rustikal-gemütliche Schlafplätze. Jane Klaus zollt damit zum einen dem Brauchtum der Indianer ihren Respekt, wie sie sagt, und bereichert zum anderen das Angebot ihrer 2008 gegründeten Waldschule. In Augenschein genommen werden können die Tipis am kommenden Sonnabend. An diesem Tag lädt Jane Klaus zum sechsten Mal zum Waldfest ein. Im Vorjahr kamen weit über 1 000 Besucher. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter – außer Jane Klaus ist das auch der Förderverein für die Natur des Osterzgebirges – noch mehr.

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Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

„Wir haben ein interessantes Programm für Jung und Alt vorbereitet“, verrät die Powerfrau, die beim Fest von Familie und Freunden unterstützt wird. Die Tharandter Jagdhornbläser, ein Bogenschütze sowie eine Kakadu- und Schlangenshow haben ihre Teilnahme zugesagt, ebenso ein Motorsägenschnitzer und die Kräuterfrau Barbara Timm aus Wermsdorf, die Führungen durch den Heil- und Gewürzpflanzengarten anbietet. Eine Filzerin wird Einblick in ihr seltenes Handwerk geben.

„Auch für die Kinder gibt es Angebote, von der Hüpfburg über einen Lehrpfad bis zum Ponyreiten“, ergänzt Jane Klaus. In ihrer Waldschule konnte sie bisher über 35 000 Kindern, Jugendlichen, Rentnern und Naturfreunden die Schönheiten von Wald und Wiese, den Nutzen der Kräuter und indianisches Brauchtum nahebringen. Beim Waldfest wird auch das Lernort-Natur-Mobil dabei sein, das Wissenswertes für alle Altersgruppen vermittelt. Stände, kleine Läden und eine Tombola erwarten die Besucher, die neben Wildschwein vom Grill noch weitere Gaumenfreuden genießen können. „Höhepunkt aber wird ab 20 Uhr der Auftritt der legendären Renft-Liveband sein“, freut sich Jane Klaus. Die Band ist bereits seit DDR-Zeiten Kult.

Großen Zuspruchs erfreut sich seit zwölf Jahren der Kräutergarten, einst von Kristina Peters aus Glashütte angelegt und vor etwa zwei Jahren von Jane Klaus erweitert und neu bestellt und zum Waldschulfest zu besichtigen. Die Forstwirtin kann viel über ihren Garten erzählen und gerät schnell ins Schwärmen, wenn sie weit über 100 Kräutersorten nennt. Die Vielfalt ist kaum zu überbieten. Zitronen-Bergbohnenkraut, Erdbeerminze, Baumspinat und Salbei sind im Kräutergarten zu bewundern. Neuerdings auch Exoten, darunter Topinambur, eine Indianerkartoffel, oder die Indianernessel, angebaut von Jane Klaus, die sich dem Brauchtum der Rothäute verpflichtet fühlt.

Nicht minder attraktiv sind die Bienenweide und der Myrrhenkerbel mit seinen bis zu 80 Zentimeter hohen Weißblüten. „Die Früchte eignen sich sehr gut für Müsli und Salat“, weiß Jane Klaus. Für die Verwendungsvielfalt der Kräuter ist der Muskatellersalbei ein gutes Beispiel. Er leistet sowohl als Weinzugabe als auch bei der Parfümherstellung gute Dienste. Die Wurzeln des Waschlaugenkrautes dienten einst zur Waschmittelproduktion. Heilende Wirkung hat die Pfefferminze, die „örtlich betäuben kann“, während der Spitzwegerich Juckreiz und Mückenstiche bekämpft und der Salbei dem Schwitzen entgegenwirkt. Die farbkräftige Ringelblume ersetzt den Wetterbericht, weiß Jane Klaus und spricht von einem „kleinen Kalender“: „Wenn die Blüten bis morgens sieben Uhr nicht geöffnet sind, dann wird’s ein Regentag.“ Derzeit spricht nichts dagegen, dass sie sich am Sonnabend rechtzeitig öffnen werden.

www.waldschule-am-schwarzbachtal.de