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Neuhaus bleibt SGD-Trainer

Uwe Neuhaus überzeugt Dynamos Vereinsspitze mit seiner Analyse und darf sich über den ersten Neuzugang freuen.

© Sebastian Kahnert/dpa

Von Sven Geisler

Der Trainer bleibt. Was als Gerücht bereits tagsüber in Dresden die Runde machte, wird am Donnerstagabend kurz nach 22 Uhr Gewissheit, auch wenn es zunächst keine offizielle Bestätigung gab: Dynamo hält an Uwe Neuhaus fest. Es heißt sogar, er habe nie zur Debatte gestanden. Die Geschäftsführer Michael Born und Kristian Walter, der derzeit Ralf Minge vertritt, haben demnach dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, die Zusammenarbeit mit dem Chefcoach fortzusetzen. Allerdings nahm sich das Kontrollgremium für die kritische Analyse der vorigen Saison viel Zeit, ließ Neuhaus und Walter die Ursachen für den Leistungsabfall im zweiten Zweitliga-Jahr erklären und Wege aufzeigen, wie es in der nächsten Saison wieder besser laufen soll.

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Neuhaus soll jedoch nicht infrage gestellt worden sein. Er und Walter hatten ihre Erkenntnisse bereits vor der Sitzung, die etwa eine halbe Stunde später als geplant begann, in einem umfangreichen Strategiepapier dargelegt. Darüber wurde im Aufsichtsrat ausführlich und offen diskutiert. Neuhaus dürfte dabei auch einen Satz wiederholt haben, mit dem er sich nach dem Spiel gegen Union in den Urlaub verabschiedet hatte: „Ich glaube aber auch, dass wir personell etwas machen müssen, um die Mannschaft zu verstärken.“ Dabei dürfte er jedoch weniger an Spieler wie Jannis Nikolaou gedacht haben, der am Donnerstagvormittag als erster Neuzugang vermeldet wurde. Der 24 Jahre alte Deutsch-Grieche kommt von den Würzburger Kickers aus der 3. Liga und erhält einen bis 2021 gültigen Vertrag. Dynamo zahlt eine Ablöse, die Summe fällt unter das vereinbarte Stillschweigen, dürfte aber im unteren sechsstelligen Bereich liegen. „Wir beobachten Jannis seit mehreren Jahren und sind überzeugt, dass er sein Entwicklungspotenzial noch nicht ausgeschöpft hat“, sagt Walter.

Nikolaou verfüge über eine gute Zweikampfmentalität, Stärken in der Balleroberung und sicheres Passspiel. Das klingt vielversprechend. Die zweite Liga wird jedoch für den defensiven Mittelfeldspieler, der auch als Innenverteidiger eingesetzt werden kann, eine neue Herausforderung. Bisher spielte er für die U23-Auswahl des 1. FC Köln in der Regionalliga sowie in Erfurt und Würzburg in der 3. Liga. Ob der 1,87 Meter große Linksfuß eine Verstärkung sein kann, bleibt abzuwarten. Zunächst schließt er rein nominell eine von mittlerweile sieben Lücken im Kader, nämlich die von Manuel Konrad.

Außerdem steht bisher mit Brian Hamalainen ein Linksverteidiger auf der Liste. Die Verpflichtung des 27 Jahre alten Dänen soll bereits durch den Aufsichtsrat abgesegnet worden sein, wurde aber bisher nicht offiziell bekannt gegeben. Auf der Position hat Dynamo auf jeden Fall Bedarf, nachdem Fabian Müller und Paul Seguin den Verein verlassen mussten. Mit Philip Heise ist ein weiterer Profi auf dem Absprung, dessen Vertrag aber noch für ein Jahr gilt.

Mit Verstärkungen meint Neuhaus zweifellos Spieler mit Erfahrung und möglichst Führungsqualitäten, denn die haben den Dresdnern am meisten gefehlt. Zudem hat sich mit Niklas Hauptmann eine weitere Stammkraft nach Köln verabschiedet. Das Geld, das Dynamo durch den Transfer einnimmt – und es sollen mehr als die kolportierten 1,7 Millionen Euro sein – muss gut investiert werden. Es besteht dringender Handlungsbedarf fürs offensive Mittelfeld, die Innenverteidigung und das Tor. Noch ist ausreichend Zeit. Die neue Saison beginnt in gut neun Wochen, die alte sollte nun tatsächlich abgehakt sein.