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Neukirch: Der neue Mann für den Tourismus

Thomas Wiechert verstärkt das Team der Valtenbergwichtel. Dabei hat er vor allem eine Zielgruppe im Blick.

Thomas Wiechert vor der Wichtelpension am Jugendhaus Neukirch. Der 46-Jährige möchte den Kinder- und Jugendtourismus in der gesamten Region unterstützen.
Thomas Wiechert vor der Wichtelpension am Jugendhaus Neukirch. Der 46-Jährige möchte den Kinder- und Jugendtourismus in der gesamten Region unterstützen. © SZ/Uwe Soeder

Neukirch. Die Wichtelpension am Jugendhaus Neukirch ist in diesen Wochen gut gebucht. Kinder- und Jugendgruppen sowie Familien, vor allem aus Sachsen, verbringen hier ihre Ferien. Thomas Wiechert freut's. Seit März ist er der Mann für den Tourismus beim Jugendverein Valtenbergwichtel. 

Der Verein, der dafür bekannt ist, dass er in seiner Arbeit weit über das Neukircher Tal  hinausschaut, ist angetreten, dem Kinder- und Jugendtourismus im Lausitzer Bergland einen kräftigen Schub zu geben. Finanziell unterstützt durch die Leader-Region Bautzener Oberland, läuft seit dem Jahr 2018 ein entsprechendes Projekt. 

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Die Arbeit an Konzepten, die Suche nach Partnern, Werbeauftritte unter anderem im Internet, aber auch auf dem Dresdner Reisemarkt zeigen erste Ergebnisse. Der Kinder- und Jugendtourismus nimmt allmählich Fahrt auf. 

Vermittler zwischen Anbietern und Gästen

Dass die Oberlausitz landschaftlich viel Schönes bietet, spricht sich seit Jahren herum.  Doch viele wissen nicht, was man hier mit Kindern und Jugendlichen alles unternehmen kann, sagt Tilo Moritz, Geschäftsführer des Neukircher Jugendvereins. Zum Beispiel, dass man in Neukirch töpfern kann, dass es in Sohland ein Forstmuseum und eine Sternwarte gibt und in Wehrsdorf eine Alpaka-Farm, die geführte Touren anbietet. Oder - und da schaut man auch gern nach Bautzen - dass es am Stausee einen Hochseilgarten gibt. 

Die Monsterroller-Abfahrten am Valtenberg sind ein Zugpferd, sagt Tilo Moritz. Doch ringsherum  gibt es noch viele andere Angebote, die es wert sind, besucht und beworben zu werden. Vor allem Schulklassen, Vereine, soziale Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sowie Familien mit Kindern hat man dabei im Blick. 

Thomas Wiechert fungiert gewissermaßen  als Dienstleister für die Region, der die Angebote bündelt und den Kontakt zu den Gästen herstellt. "Viele Anbieter sind Familienbetriebe, die nicht ständig am Telefon zu erreichen sind. Gäste rufen zwei-, vielleicht auch dreimal an, dann geben sie frustriert auf, wenn sie keinen erreichen. Wir übernehmen die Buchungen für sie." 

Möglich ist es, vermittelt über die Valtenbergwichtel, ganze Ferienpakete zu schnüren, egal ob für ein Wochenende oder eine ganze Woche. Dank der Förderung, die bis zum Ende dieses Jahres genehmigt ist, ist dieser Service zurzeit für beide Seiten kostenfrei.

Individuelle Programme für Besuchergruppen

Die Oberlausitz, sagt Tilo Moritz, habe nun einmal nicht die touristische Infrastruktur wie etwa Südtirol, wo man sich am Computer mit einigen Klicks ein komplettes individuelles Ferienprogramm zusammenstellen kann. Hier springen nun die Valtenbergwichtel ein.  Durch ihre Pension haben sie jahrelangen Kontakt zu Gruppen, die sich ein individuelles Programm für Kinder und Jugendliche wünschen. Sie nutzen jetzt ihr Know-how,  um es für Gäste anderer Beherbergungsorte im Oberland zu erweitern. 

Als eigenständige Sparte ist der Kinder- und Jugendtourismus in der Oberlausitz noch ein junges Projekt. Die Neukircher arbeiten dabei mit der Touristischen Gebietsgemeinschaft (TGG) Oberlausitzer Bergland und der Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien (MGO) zusammen. Ein Ergebnis: Auf der Internetseite der TGG gibt es neuerdings einen Link für spezielle Angebote im Kinder- und Jugendtourismus. Außerdem hat das Projekt einen eigenen Internetauftritt. 

Olaf Franke, Geschäftsführer der MGO, sieht im Kinder- und Jugendtourismus neben der pädagogischen und sozialen Relevanz einen bedeutenden Image- und Wirtschaftsfaktor für die Region. Er verweist auf die Breite der Angebote und deren Potenzial für den ländlichen Raum, welches es in der Zukunft weiter zu unterstützen gilt.

Auch Heiko Harig, Leiter der Touristischen Gebietsgemeinschaft, begrüßt die Aktivitäten der Valtenbergwichtel. "Kinder und Jugendliche sind die Kunden von morgen", sagt er. "Ich selbst erinnere mich an schöne Ausflüge und Wandertage mit den Eltern in meiner Kindheit. Diese prägen sich ein und man besucht die Orte immer wieder.“

Corona-Zwangspause für Renovierung genutzt

Für Thomas Wiechert  ist die Arbeit im Jugendhaus ein Neustart. Der 46-Jährige ist gelernter Restaurantfachmann, qualifizierte sich, war Restaurantleiter im Löbauer König-Albert-Bad und im Trixi-Park Großschönau. Bei der Industrie- und Handelskammer machte er den Abschluss als Fachwirt und arbeitete in den vergangenen Jahren in der Versicherungsbranche. Der Liebe wegen zog er von Zittau nach Neukirch um. 

Hier bewarb er sich auf eine ausgeschriebene Stelle als Schulsozialarbeiter beim Jugendverein. Doch Tilo Moritz hatte eine andere Idee: Er schlug ihm vor, die frei gewordene Stelle im Kinder- und Jugendtourismus zu übernehmen. 

Kurz nach seinem Start im März gab es den Corona-Cut. Die Valtenbergwichtel nutzen die Zeit des Lockdowns, um ihre Pension grundlegend zu renovieren. Für die nicht geplanten Ausgaben griffen sie in ihre Rücklagen. 

Zurzeit arbeitet Thomas Wiechert an einer Neuauflage der im vergangenen Jahr erschienenen Broschüre für den Kinder- und Jugendtourismus im Lausitzer Bergland, wobei er die Region von Bischofswerda bis Ebersbach-Neugersdorf im Blick hat.  Das aktuelle Heft beinhaltet rund 20 Angebote - von Outdoor-Aktiverlebnissen bis zu Kunst und Kultur, vom Handwerk bis zu Begegnungen mit Tieren. 

In der neuen Broschüre werden rund 30 Angebote verzeichnet sein. Oberländer, die etwas für Kinder und Jugendliche sowie Familien anbieten, können sich beim Neukircher Jugendverein melden, wenn sie in das Heft aufgenommen werden möchten. Dieser Service ist zurzeit noch kostenfrei. 

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