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Neukircher einigen sich mit Glockengießerei

Die vier Bronzeglocken sollen ein zweites Mal gegossen werden. Das gibt Hoffnung, auch beim morgigen Reformationsfest.

© Thorsten Eckert

Überall im Land werden morgen die Kirchenglocken läuten. Nur in Neukirch herrscht Stille. Dabei haben sich gerade dort viele auf den diesjährigen Reformationstag gefreut. Die Ende Mai in Passau gegossenen vier Bronzeglocken sollten dann zum ersten Mal im Ort zu hören sein. Doch weil es im Bereich der Aufhängung – unerlässlich für die Stabilität – Risse gibt, empfahlen die Sachverständigen von Landeskirche und Kirchenbezirk der Kirchgemeinde, die Glocken nicht abzunehmen.

Nun gibt es Hoffnung auf einen zweiten Guss – und die Aussicht, dass im neuen Jahr „angeläutet“ werden kann. Die Kirchgemeinde und die Passauer Gießerei Perner, wo die Glocken hergestellt worden sind, haben sich auf eine außergerichtliche Einigung verständigt, sagte Gemeindepfarrer Jörg Briesovsky gestern auf Anfrage der SZ. Bisher gebe es die Vereinbarung in mündlicher Form, die jetzt noch schriftlich besiegelt werden soll. Erst wenn diese von beiden Seiten unterschrieben ist, wollen Kirchenvorstand und Glockenförderverein Details bekannt geben. Er rechne damit, dass spätestens Mitte November der unterschriebene Brief aus Passau zurück sein werde, sagte Jörg Briesovsky.

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Mit der Einigung wäre der Weg frei, dass die Glocken neu gegossen werden können. Wann und wo das geschehen soll, ist noch offen. Die Gießerei Perner selbst kann nicht nachbessern, denn sie stellte das Gießen von Glocken Ende August ein. Der wichtigste Teil der Vereinbarung dürfte deshalb die Frage sein, wer den Neuguss bezahlt bzw. zu welchen Teilen sich die Gießerei und die Kirchgemeinde auf eine Finanzierung verständigt haben.

Wegen des für morgen geplanten Glockenfestes wurde der diesjährige Regionalgottesdienst zum Reformationsfest von Wilthen nach Neukirch verlegt. Dazu werden Christen aus dem gesamten Oberland erwartet. Der Gottesdienst werde wie geplant gefeiert, auch wenn es kein Glockenläuten gibt, sagte Jörg Briesovsky. Dass es in Neukirch seit Abnahme der alten Stahlglocken nach Ostern kein Läuten mehr gibt, „tut weh“. „Viele im Ort vermissen das Läuten der Kirchenglocken. Insofern haben wir eine Leerstelle“, sagt der Gemeindepfarrer. Er denkt dabei nicht nur an den Reformationstag, der an den Thesenanschlag Martin Luthers 1517 an der Wittenberger Stadtkirche erinnert. Die Weihnachtszeit ohne Kirchenglocken: Viele im Ort, die gespendet haben, möchten daran noch gar nicht denken. (SZ/ir)

Regionalgottesdienst in Neukirch: morgen 10 Uhr