merken
PLUS

Neukirchs Agrarbetrieb mit neuem Chef

Ralf Koppitz ist ein offener Typ. Auch für die Belange des Naturschutzes.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Neukirch. Ralf Koppitz ist neuer Geschäftsführer der Agrargemeinschaft Oberland in Neukirch. Der 52-Jährige übernahm die Leitung des Betriebes zum 1. März von Matthias Ahrens. Sein Vorgänger habe das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen, sagte Ralf Koppitz im Gespräch mit der SZ.

TOP Deals
TOP Deals
TOP Deals

Die besten Angebote und Rabatte von Händlern aus unserer Region – ganz egal ob Möbel, Technik oder Sportbedarf – schnell sein und sparen!

Seine wichtigste Aufgabe sieht der neue Chef darin, eine stabile Entwicklung des Unternehmens zu sichern. Die beiden Gesellschafter bekennen sich zur Zukunft des Neukircher Agrarbetriebes, betont er. Die Agrargemeinschaft in der Gemeinde beschäftigt aktuell vier Mitarbeiter, den Chef mitgezählt. Eine fünfte Stelle wird demnächst besetzt. Zwei weitere Mitarbeiter sollen das Team verstärken. Gesucht werden dafür qualifizierte Landwirte.

Auf Feldproduktion spezialisiert

Der Betrieb konzentriert sich seit mehreren Jahren auf die Feldproduktion. Auf rund 900 Hektar werden Feldfrüchte angebaut: Sommer- und Wintergerste, Weizen, Hafer und Raps. 150 Hektar wurden mit Zwischenfrüchten bestellt, vor allem um der Bodenerosion entgegenzuwirken. Hinzu kommen 550 Hektar Grünland. Das dort produzierte Futter verkaufen die Neukircher an Betriebe, die Tiere halten. Die Agrargemeinschaft bewirtschaftet Flächen rund um Neukirch, Steinigtwolmsdorf, Weifa und Tautewalde. Bei den Feldarbeiten gebe es witterungsbedingt in diesem Jahr rund drei Wochen Verzug, schätzt Ralf Koppitz. Im Moment sei man dabei zu erfassen, welche Schäden die Fröste der vergangenen Wochen auf den Feldern verursacht haben.

Ralf Koppitz ist gelernter Landwirt und studierter Diplom-Agraringenieur (FH). Er kommt aus dem Nachbarlandkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, lebt in Helmsdorf bei Stolpen. Vor seinem Wechsel nach Neukirch war er zehn Jahre lang Vorstandsvorsitzender der Landwirtschaftlichen Erzeuger- und Absatzgenossenschaft in Ehrenberg bei Hohnstein. Als seine Stärken nennt er unter anderem ein ziel- und lösungsorientiertes Arbeiten, ein ganzheitliches Denken, soziale Kompetenz – und Aufgeschlossenheit. Ein Typ, der unbefangen auf andere zugeht und in dem Kleinbetrieb auch praktisch mit anpackt. Für Ralf Koppitz ist jetzt schon klar, dass in der Ernte-Hochzeit auch der Chef auf einen Mähdrescher steigen wird.

Grüngutsammelplatz bleibt

Für die zumeist langjährigen Partner des Betriebes, unter ihnen viele Landverpächter, soll sich mit dem Geschäftsführerwechsel nichts ändern. Auch nicht für Bürger aus dem Oberland, die den Grüngutannahmeplatz auf dem Betriebsgelände in Steinigtwolmsdorf nutzen. Der Sammelplatz hat Bestand. Ebenso das Betreibermodell durch das Naturschutzzentrum Neukirch. Mit dieser Einrichtung, die nicht mal einen Kilometer vom Büro der Agrargemeinschaft entfernt ist, strebt Ralf Koppitz auch eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Naturschutzes an. Seine Vorstellungen: An den Feldrainen von Flächen, die die Agrargemeinschaft bewirtschaftet, könnten Hecken und Sträucher gepflanzt werden, die durch Mitarbeiter des Naturschutzzentrums gepflegt werden. Erste Absprachen gibt es. Zurzeit prüfe er dafür Fördermöglichkeiten, sagt der Landwirt.