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Neukirchs „Hofgericht“ soll Asylbewerberheim werden

Der Landkreis sucht dringend Unterkünfte für Flüchtlinge. Die Gemeinde Neukirch verschließt sich nicht, äußert aber Bedenken hinsichtlich des Standortes.

© daniel schäfer photography

Das Neukircher „Hofgericht“ – vor Jahren als Hotel geschlossen – soll am 14. Januar 2014 zwangsversteigert werden. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages am kommenden Montag, wird es mindestens einen Bieter geben: den Landkreis Bautzen. Er möchte den Backsteinbau an der Hauptstraße erwerben, um Asylbewerber darin unterzubringen. Darüber informierte Neukirchs Bürgermeister Gottfried Krause (CDU) gestern in einer Pressemitteilung.

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, nimmt ständig zu. Nach einem Schlüssel werden diese den Bundesländern und Kreisen zugeordnet. Derzeit leben im Landkreis Bautzen 587 Asylsuchende, davon rund 100 in Bischofswerda. Bis Jahresende werden weitere 150 Menschen erwartet, die der Landkreis unterbringen muss. Für das Neukircher Hofgericht, sollte es denn zum Asylbewerberheim umgebaut werden, sind zunächst 80, später bis zu 120 Plätze vorgesehen.

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Der Landkreis habe sich an die Gemeinde gewandt, sagte Gottfried Krause der SZ. Diese habe Bedenken hinsichtlich des Standortes mitten im Dorf. Zugleich nannte sie gegenüber dem Landratsamt Alternativen im Ort, die sie für geeigneter hält. „Herr des Verfahrens ist der Landkreis“. sagte Gottfried Krause. Er selbst habe eine „geteilte Meinung“ zu dem Vorhaben: „Ich verstehe die Sorgen und Ängste der Bürger. Wir nehmen sie ernst, indem wir frühzeitig informieren. Ich sehe aber auch die politische Aufgabe, Menschen, die um Asyl bitten, unterzubringen. Hierfür müssen geeignete Standorte gefunden werden.“ Auf der Gemeinderatssitzung am 11. Dezember 19 Uhr informiert ein Vertreter des Landratsamtes über die Pläne. Außerdem will die Gemeinde zu öffentlichen Bürgerinformationen gesondert einladen. (SZ/ir)