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Neustadt dreht sich

Mehr als 400 Gäste erlebten eine rauschende Ballnacht in der Neustadthalle. Die sechste Auflage des Bürgerballs geizte nicht mit Illusionen.

© Daniel Förster

Von Katarina Gust

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Großer Badespaß in Freitals Freibädern 

Nach vielen Renovierungsarbeiten ist die Badesaison in den Freibädern "Windi" und "Zacke" in vollem Gange. 

Was haben Wien, Graz, Dresden und Neustadt gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Wenn es ums Tanzen geht, dann jedoch eine Menge. Die vier Städte sind berühmt für rauschende Bälle. Davon konnten sich die rund 400 Gäste bei der sechsten Auflage des Neustädter Bürgerballs wieder überzeugen. Bis tief in die Nacht amüsierten sie sich am Sonnabend auf dem Tanzparkett der Neustadthalle – mal klassisch bei einem Wiener Walzer, exotisch bei einem Cha-Cha-Cha oder frech bei einem Discofox. Bevor sich die Ballgäste jedoch ins Getümmel stürzen durften, begrüßte MDR-Moderatorin Beate Werner die Besucher. Bereits zum sechsten Mal führte sie gewohnt charmant durchs Programm.

Moderatorin Beate Werner ist eine echte „Wiederholungstäterin“. Sie führte zum inzwischen sechsten Mal äußerst charmant durch den Abend. © Daniel Förster
Doppelten Grund zum Feiern hatte Neustadts ehemaliger Bürgermeister Dieter Grützner. Er stieß gemeinsam mit seiner Frau Renate auf seinen 74. Geburtstag an. © Daniel Förster
Einen Hauch von Nichts trug Burlesque-Tänzerin Koko la Douce bei ihrem frivolen Auftritt. Dieser hatte jedoch kaum begonnen, da war er schon wieder vorbei. © Daniel Förster
Eine Illusion aus Licht und Dunkelheit zauberten die Künstler um „Inflammati“. Sie jonglierten mit Keulen, Kugeln und Tüchern, die dank Schwarzlicht leuchteten. © Daniel Förster
Welche Leckerei darf’s sein? Steffi Goll aus Bad Schandau hat es am Buffet auf den Prager Krustenbraten abgesehen, den Köche der Neustadthalle zubereiteten. © Daniel Förster
Tanzend im Dreivierteltakt: Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth und ihr Mann Thomas eröffneten den Bürgerball mit einem Wiener Walzer. Damit lockten sie weitere Tanzpaare aufs Parkett der Neustadthalle. Fotos: Daniel Förster © Daniel Förster

Besonders fein gewandet seien die Neustädter heute, sagte sie beim Blick ins Publikum. Lange Abendkleider, gut sitzende Anzüge – typisch Ball eben. Doch ganz so streng wie beim Opernball in Wien ist es in Neustadt nicht. Hier dürfen die Herren als Schmuck eine Armbanduhr tragen. Diese sei beim österreichischen Pendant tabu, wie Beate Werner verriet. Auch für die Damen gibt es anderswo feste Regeln. In Dresden seien nur bodenlange Kleider erlaubt, in Neustadt dagegen dürfe auch Bein gezeigt werden.

Das taten viele Damen. Der Großteil hielt sich jedoch an den klassischen Dresscode. Dazu gehörte auch der diesjährige Ehrengast: Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth, die von ihrem Mann begleitet wurde. Sie teilten sich den Tisch mit Neustadts erstem stellvertretenden Bürgermeister Peter Mühle und seiner Gattin, der Bürgermeister Manfred Elsner angemessen vertreten hat. Außerdem gehörten CDU-Landtagsabgeordneter Jens Michel und seine Ehefrau zu den Ehrengästen, die noch keinen Ball verpasst haben. Dieses Jahr fehlten nur Landrat Michael Geisler und seine Gattin. Für ihn sprang Kati Hille, die Beigeordnete des Landrates, ein.

Staatsministerin Brunhild Kurth zeigte sich überwältigt von der Dekoration und dankte den Organisatoren. „Ich weiß jetzt, warum Ministerpräsident Stanislaw Tillich Schirmherr dieser Ballnacht ist“, sagte sie. Die Idee werde sie mit nach Südwestsachsen – ihre Heimat – nehmen. Sie freue sich zudem darüber, die erste Frau zu sein, die als Ehrengast nach Neustadt geladen ist, sagte Brunhild Kurth in ihrer kurzen Rede, die sie ablesen musste. Warmherzige Grußworte fand auch Neustadts Vize-Bürgermeister Peter Mühle. Er lobte das Engagement der Ballmacher. Für so einen Abend brauche man Manschen, die Ideen haben. Die Organisatoren um Simone und Jens-Uwe Schöne, Karin und Rainer Fetscher, René und Annett Klingner sowie Susanne Schaffrath hätten diese, sagte er. Mühle richtete zudem Grüße von Bürgermeister Elsner aus, der bei seiner kranken Frau geblieben war, was die Gäste mit viel Applaus honorierten.

Die Ehrengäste durften sich als Erste zum Galabuffet begeben. Auf zwei Etagen waren die Köstlichkeiten aufgebaut. Darunter der erste sächsische Lachskaviar der Fischzucht Ermisch aus Langburkersdorf. Die kleinen Fischeier fanden reißenden Absatz. Nachdem das Buffet gestürmt war, begann der eigentliche Tanzabend. Sieben Paare vom Tanzsportzentrum Dresden eröffneten den Ball mit einer Wiener-Walzer-Formation. Die Damen trugen Kleider der Debütantinnen des Dresdner Semperopernballs. Sie und die anderen Gäste tanzten zu Musik der Dresdner Galaband Fridtjof Laubner, die schon einmal für den richtigen Rhythmus beim Bürgerball sorgte.

Die Veranstalter hatten im Laufe des Abends mehrere Überraschungen parat, die sich an das Motto „Kunst der Illusion“ anlehnten. Dazu gehörte ein Auftritt der Dresdner Burlesque-Tänzerin Koko la Douce. Das kunstvolle Entblättern im Stile 50er-Jahre ist ihr Markenzeichen. In einem Hauch von Nichts hüpfte die Künstlerin über die Bühne, spielte mit einem Ballon. Als dieser wenig später über ihrem scheinbar nackten Körper zerplatzte, ergoss sich ein Glitterregen über sie. Und schwubs: Koko la Douce hatte plötzlich ein Kleidchen an. Ein Wow-Effekt, der wirkte. Das Publikum rechnete damit, dass die Burlesque-Show jetzt erst richtig beginnt. Stattdessen verschwand die Tänzerin hinter der Bühne. Ihr frivoler Drei-Minuten-Auftritt war bereits vorbei, als er begonnen hatte.

Die Ballgäste verschmerzten das Vorspiel schnell. Sie eroberten selbst das Parkett. Sogar die Profitänzer blieben bis weit nach Mitternacht, mischten sich unter die Besucher und amüsierten sich. Wenn das nicht das beste Lob an die Ballmacher ist.

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