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Was ist mit Neustadts Schwänen passiert?

Die kleine Schwanenfamilie auf dem Teich im Arthur-Richter-Park in Neustadt zieht alle Blicke auf sich. Und dennoch gibt es mehrere Ungereimtheiten.

Die Schwanenfamilie ist wieder komplett. Mit dem Nachwuchs hat es auch dieses Jahr wieder geklappt.
Die Schwanenfamilie ist wieder komplett. Mit dem Nachwuchs hat es auch dieses Jahr wieder geklappt. © Daniel Schäfer

Was wäre der Stadtpark von Neustadt ohne Schwäne? Nicht vorstellbar. Sie sind der Hingucker, praktisch schon ein Maskottchen für die Stadt und überhaupt die Tierfamilie auf die man in Neustadt achtet. In den letzten Tagen drängelten sich die Besucher am Zaun, um das beste Fotomotiv der kleinen Familie zu erhaschen. Denn nicht immer sind die Eltern offenbar so gut gelaunt, dass sie freiwillig mit ihrem Nachwuchs vor den Kameras posieren. An dem Schicksal der Schwäne nehmen viele Neustädter teil. Schon vor Wochen kursierte das Gerücht, dass es dieses Mal wohl fünf junge Schwäne werden könnten. Und täglich harrten Neugierige am Zaun aus. "Wir sind stolz auf unsere Schwäne und deshalb komme ich mit meinem Mann auch fast täglich in den Park", sagt Gisela Mitzschke. Und fast hätten sie wohl auch fünf Schwanenküken gesehen.  

Schwanen-Opa Hansi war dennoch gut in Form. Vier kleine Küken sind geschlüpft. Aus dem fünften Ei des Geleges kam kein Jungtier, sagt Gotthard Mutscher, der Geflügelzüchter aus Langburkersdorf, welcher sich seit vielen Jahren liebevoll um Neustadts Schwäne kümmert. Der Alt-Schwan Hansi trägt bereits  30 Jahre Lebenserfahrung mit sich herum und hat auf dem Teich im Arthur-Richter-Park ein wesentlich jüngeres Frauchen. Im Durchschnitt werden Schwäne übrigens nur etwa 20 Jahre alt. Aber Hansi erfreut sich offenbar bester Gesundheit. Beide hatten bereits 2018 vier Schwanenbabys großgezogen. Im letzten Jahr waren es zwei. Die sind inzwischen flügge geworden und leben an der Elbe bei Dresden.

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Plastikmüll im Schwanenteich

Achtlos im Teich entsorgter Plastikmüll könnte zur Gefahr für die Schwäne werden.
Achtlos im Teich entsorgter Plastikmüll könnte zur Gefahr für die Schwäne werden. © Daniel Schäfer

Hoffentlich überleben es die vier kleinen Schwäne. Denn es gibt offenbar nicht nur Liebhaber dieser stolzen Tiere. Im Teich findet sich auch immer wieder Unrat, derzeit ist  es Plastikmüll, der einfach in den Teich geworfen wurde. Gotthard Mutscher ärgert das, zieht er doch seit Jahren die Schwäne groß, schaut immer wieder nach ihnen. Und er kann allein aus den letzten vier Jahren so einiges berichten, mitunter auch Dramatisches.

So wurde im Jahr 2016 vor den Umbauten am Teich Altschwan Hansi, damals stolze 26 Jahre alt, an den Feuerlöschteich am Promenadenweg gebracht, um dort seine Altersruhe zu verbringen. Für den Arthur-Richter-Park wurden neue Tiere gesucht. In Neustadt sorgte das  für Diskussionen. Und es sollte noch weiter gehen. Es wurden zwei neue Schwäne geholt, Fritz und Trudy. Und tatsächlich legten die edlen Tiere einige Eier ins  vorbereitete Nest. Nur schlüpfen wollte partout kein Nachwuchs.

Der Geflügelzüchter schaut sich die jungen Tiere noch einmal genauer an. Und siehe da, der Fritz war ein Mädchen. Bei den Vögeln ist das Geschlecht optisch nur schwer zu unterscheiden. Männchen haben einen größeren Höcker auf dem Schnabel als Weibchen. Doch der Fall Fritz/Fritzi zeigt: Sicher kann man sich nicht sein. Kurzerhand reagierte Gotthard Mutscher und holte Hansi von der Promenade wieder zurück in den Stadtpark und brachte dafür Trudy an den ursprünglichen Alterssitz. Der Plan ging auf, trotz des stattlichen Alters von Hansi. Auf  dem Teich im Arthur-Richter-Park ist seitdem jeden Frühsommer das gleiche Schauspiel zu bewundern. 

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