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Platz schaffen für junge Familien

Als Gewerbegebiet wurde die Fläche hinter dem Kaufland in Neustadt verschmäht.

Hier mit Blick zum Ungerberg entsteht ein neues Wohngebiet in Neustadt.
Hier mit Blick zum Ungerberg entsteht ein neues Wohngebiet in Neustadt. © Sarina Mann, Stadtverwaltung

An der Heinrich-Hertz-Straße hinter Kaufland in Neustadt sind die ersten Baufahrzeuge gesichtet worden. Jetzt beginnen die ersten Bauvorbereitungen, bevor es dann an den scharfen Start für ein neues Wohngebiet geht. Die Vorgeschichte war eher holprig. 

Bereits nach der Wende wollte Neustadt Vorreiter bei neuen Industrie- und Gewerbeansiedlungen sein. Aus diesem Grund sicherte sich die Stadt über mehrere Jahre hinweg zahlreiche Flächen, um diese später vermarkten zu können. Dazu gehörte seit 1999 auch das Gebiet zwischen Friedhof, Kleingärten und ehemaliger Bahntrasse, hinter Kaufland. Jahrelang war das Areal an der Heinrich-Hertz-Straße als Gewerbefläche ausgewiesen. Während sich die andere Gebiete in Neustadt mit Firmen füllten, hielt sich das Interesse an diesem Standort in Grenzen. Hier wollte keiner bauen. Aus welchen Gründen auch immer.

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Dafür gab es im Rathaus aber viele Anfragen nach freien Flächen zur Wohnbebauung. Eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen wollte. Schließlich macht die demografische Entwicklung auch um Neustadt keinen Bogen. Ein Blick in die Statistik beweist das. Hatte die Stadt zum Beispiel im Jahr 2010 im gesamten Gebiet noch 13.499 Einwohner, waren es 2018 noch 12.333 Einwohner. Der Grund: Ein Rückgang der Geburten, mehr Sterbefälle. Deshalb ist die Stadt an jedem "Neuzugang" interessiert. Neue Wohngebiete, kleinere und größere Flächen schießen praktisch aus dem Boden.

Doch ganz so einfach war es mit dem neuen an der Heinrich-Hertz-Straße nicht. Denn als reines Gewerbegebiet ausgewiesen, konnten dort nicht plötzlich Wohnhäuser gebaut werden. Deshalb beschloss der Stadtrat im Mai 2018, das Areal in eine Mischbaufläche umzuwandeln für Wohnen und nicht störendes Gewerbe. In jedem Falle sollten die Einfamilienhäuser überwiegen.

Möglich wären dann zusätzlich kleinere Handwerksbetriebe, aber auch kulturelle, soziale und andere Einrichtungen. Das Landratsamt hatte die Änderung des Bebauungsplanes bestätigt. Mit dem entsprechenden Notarvertrag konnte jetzt mit den ersten Arbeiten begonnen werden.

Zunächst muss aber die alte Trasse abgefräst werden. Deshalb ist die Straße nach den Hohwald-Werkstätten der Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital im gesamten Erschließungsbereich ab sofort für den Fahrverkehr voll gesperrt. Danach kann mit der eigentlichen Erschließung begonnen werden, also Wasser, Abwasser, Strom etc.  Da dass Jahr bereits fortgeschritten ist, ist es noch nicht sicher, ob bereits 2020 die ersten Bauherren hier mit der Errichtung ihres neuen Eigenheims beginnen können. Zumindest können sie sich aber im Bauamt der Stadt Neustadt schon mal eine Fläche reservieren und sichern. Dabei muss mit angegeben werden, ob man nur ein Wohnhaus bauen möchte oder ein Wohnhaus mit nicht störendem Gewerbe. 

Bebaut werden könnten laut Plan der Stadtverwaltung ungefähr 45 Grundstücke. Bei rund der Hälfte der Grundstücke wäre Platz für gewerblich genutzte Gebäude. Wieder andere stehen für die reine Wohnbebauung zur Verfügung. Also praktisch wohnen und arbeiten unter einem Dach. Ob das die Käufer so wollen, entscheiden sie natürlich selbst. Wer ein größeres Grundstück zum Wohnen haben möchte, kann die Fläche auch ausschließlich dafür nutzen.

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