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Sebnitz

Neustadthalle fährt wieder Minus ein

Die Stadthalle in Neustadt hat wieder mehr als 100.000 Euro Verlust gemacht. Droht nun der GmbH das Aus?

In der Neustadthalle finden regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte und Theater statt. Dennoch bleibt sie ein Minusgeschäft.
In der Neustadthalle finden regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte und Theater statt. Dennoch bleibt sie ein Minusgeschäft. © Daniel Schäfer

Die Stadt Neustadt muss die Verluste der Neustadthalle ein weiteres Mal ausbaden. Die Neustadthalle Veranstaltungs GmbH hatte im Jahr 2018 einen Fehlbetrag von knapp 110.000 Euro eingefahren. Dieser soll durch Kapitalrücklagen in diesem Jahr ausgeglichen werden, teilt die Stadtverwaltung mit.

Der Neustadthalle-Aufsichtsrat hatte bereits Anfang Oktober den Jahresabschluss und den Lagebericht per 31. Dezember 2018 gebilligt. Den Stadträten wurde das Papier zur Ratssitzung am Mittwoch zur Kenntnisnahme vorgelegt. Der aktuell öffentlich bekanntgegebene Fehlbetrag von 2018 schließt die beiden gastronomischen Einrichtungen, das „Schützenhaus“ und die „Kugel“, noch mit ein.

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Beide sind mittlerweile aus der Neustadthalle Veranstaltungs GmbH ausgegliedert worden. Für das laufende Jahr 2019 sollten die Fehlbeträge nun eigentlich geringer ausfallen, sagt CDU-Fraktionschef Matthias Mews: „Da die beiden Gastronomien ja seit März 2019 nicht mehr mit eingerechnet werden, können durch sie auch keine Verluste mehr entstanden sein. Somit müsste sich der Fehlbetrag, den die Neustadthalle Veranstaltungs GmbH im Jahr 2019 erwirtschaftet hat, auf 25.000 bis 30.000 begrenzen“, sagt Mews und rechnet vor: „Wenn 2018 ein Minusbetrag im Jahresabschluss von rund 110.000 Euro entstand, und ein ähnlich hoher mit den Restaurants auch 2019 aufgelaufen wäre, könnten wir neun Monate von den 110.000 Euro abziehen. Die Restaurants fehlten ja nun in der Bilanz in den letzten neun Monaten“, erklärt der CDU-Mann. Somit dürften Minusbeträge durch die Gaststätten nur für Januar, Februar und März 2019 entstanden sein, begründet er. Mews Rechnung ginge aber nur auf, wenn allein die Restaurants den Verlust verursacht hätten.

Bürgermeister Peter Mühle (NfN) erklärt dazu, dass es einen geänderten und bestätigten Wirtschaftsplan der GmbH gäbe, in dem die voraussichtlich zu erwartenden Ergebnisse benannt sind. „Ein endgültiges Ergebnis wird mit dem Jahresabschluss für 2019 festgestellt“, sagt er. Dennoch denkt Matthias Mews, dass es dringend Zeit wäre, über weitere Kostenreduzierungen zu reden und diese letztlich zügig umzusetzen.

Sollten die Verluste im laufenden Jahr höher als 30.000 Euro ausfallen, müsse spätestens dann eine Lösung her: „Die Frage ist ja, brauchen wir nur für den kulturellen Bereich eine Firma? Eine GmbH kostet Geld. Die Neustadthalle Veranstaltungs GmbH könnte aufgelöst werden und der Bereich Kultur in der Stadtverwaltung untergebracht werden“, sagt der CDU-Mann. Somit könnten die Kosten zum Beispiel für die Gehälter der Geschäftsführer, Aufsichtsräte und auch für den Wirtschaftsprüfer eingespart werden. Außerdem wird die Touristinformation ab 2023 mit der Eröffnung des neuen Museums aus der Neustadthalle ausziehen.

Auf SZ-Anfrage teilte der Bürgermeister dazu mit: „Eine Auflösung der GmbH steht derzeit nicht zur Debatte.“ Warum er von der Idee des CDU-Mannes nichts hält, begründete er nicht. Die GmbH erhält jährlich vom Kulturraum Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Förderungen in Höhe von rund 130.000 Euro für den kulturellen Bereich. In diesem Jahr liegt die Summe sogar bei 135.000 Euro, erklärt der Bürgermeister und betont: „Auch wenn die Gastronomie derzeit geschlossen ist, so bleibt die Neustadthalle ein Kulturzentrum mit einem breiten Angebot an kulturellen Veranstaltungen.“ Am Donnerstag zum Beispiel fand der Marketingtag Sächsische Schweiz statt, am Sonntag gastieren die Landesbühnen mit der Kriminalkomödie „Acht Frauen“ in der Stadt.

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Bereits seit mehreren Jahren hatte die Neustadthalle Veranstaltungs GmbH Verluste eingefahren. 2017 lag der Jahresfehlbetrag bei gut 147.000 Euro. Auch dieses Geld wurde durch Kapitalrücklagen und Steuergelder ausgeglichen. Mit der Schließung der Gastronomie wurde die Notbremse gezogen. Die „Kugel“ ist seit einem Jahr geschlossen, das „Schützenhaus“ seit März. Jetzt werden neue Betreiber gesucht, bislang ohne Erfolg. Der letzte Interessent, ein Italiener aus Schmölln-Putzkau, war von den Neustädter Stadträten mehrheitlich abgelehnt worden. Ein bereits ausgearbeiteter Pachtvertrag kam nicht zustande. Für das „Schützenhaus“ soll es einen weiteren Interessenten geben. Ein einheimischer Gastronom war von seinen Überlegungen, die „Kugel“ zu übernehmen, aus privaten Gründen wieder abgekommen.

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