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Neustädter kämpfen für besseren Poststandort

Die Zweigstelle zog im Januar nach Polenz. Mehr als 1 000 Einwohner wehren sich dagegen. Doch das allein hilft nichts.

Von Katarina Lange

Die neu eröffnete Post in Polenz erntet bei vielen Neustädtern Kopfschütteln. Fünf Monate, nachdem die Deutsche Post ihre Filiale im Rewe-Supermarkt im Wohngebiet an der Maxim-Gorki-Straße geschlossen und das Geschäft nach Polenz verlagert hat, reißt der Unmut über diesen neuen Standort nicht ab.

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Das macht eine aktuelle Protestaktion deutlich, die Milan Milovanovic initiiert hat. Er hat in den vergangenen Wochen mehr als 1 000 Unterschriften von Neustädtern gesammelt, die sich gegen die neue Postfiliale aussprechen. Tagelang protestierte der Neustädter auf dem Marktplatz gegen den Umzug. Mit großen Bannern und Schildern ausgestattet, sprach er Einwohner auf die Postsituation an. Augenscheinlich mit Erfolg. Etwa jeder zehnte Neustädter sprach sich mit seiner Unterschrift gegen die neue Filiale in Polenz aus.

Protestbrief an Ministerpräsidenten

Die Kritik hängt vor allem mit dem Standort zusammen. Die Filiale wechselte Anfang Januar in das Autohaus Nitschke nach Polenz. Das Gebäude befindet sich am Ortsausgang und steht unmittelbar an der Staatsstraße S 159. An der verkehrsreichen Straße am Karrenberg gibt es keinen extra Gehweg und auch keine Beleuchtung. Fußgänger, die zur neuen Post wollen, müssen deshalb vorsichtig am Straßenrand entlang laufen. Für Frauen mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollatoren sei der Weg deshalb nicht zumutbar, argumentiert Milan Milovanovic. Er denkt zudem mit Sorge an den Winter, wenn sich am Straßenrand Schneeberge türmen. Fußgänger müssten sich die Staatsstraße dann mit Autos und Lkws teilen. Der Neustädter kämpft seit Wochen dafür, die Filiale in die Innenstadt zu verlegen. Mit diesem Anliegen hat sich Milan Milovanovic sogar an Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) gewandt. Nun flatterte das Antwortschreiben ins Haus. Tillichs Mitarbeiter hätten sich Informationen eingeholt, auch vonseiten der Stadtverwaltung Neustadt. Doch viel tun könne der Ministerpräsident in dieser Angelegenheit nicht. Die Kommune und die Deutsche Post seien dafür zuständig, hieß es in dem Brief.

Informationen, die für Neustadts Bürgermeister Manfred Elsner (FDP) nicht neu sind. „Wir alle sind mit der aktuellen Situation unzufrieden“, entgegnete er Milan Milovanovic, als dieser seine über 1 000 Protestunterschriften präsentierte. Es gäbe niemanden, der mit der jetzigen Lösung zufrieden sei, sagte Elsner. Fakt sei: In Neustadt gäbe es genügend Postfilialen. Die Post könnte die Dependance in Polenz schließen. Dann gäbe es allerdings einen Anlaufpunkt weniger im Stadtgebiet. Das Problem, das die Sache so kompliziert mache, sei laut Elsner ein ganz anderes. Denn die Post selbst betreibt die Filiale gar nicht. Das Autohaus in Polenz stelle das Personal und besetze damit den Schalter. Um die Niederlassung an einer anderen Stelle zu betreiben, bräuchte man laut Elsner insgesamt zwei Personen, die für die Post arbeiten. Um die Personalfrage zu vereinfachen, suche sich die Post jedoch Partner, die den Dienst mit anbieten. „Wir als Verwaltung können keine eigene Postfiliale betreiben“, betonte der Ratschef. Elsner hätte bis heute auch keinen Interessenten gefunden, der die Filiale auf eigene Faust und mehr in Zentrumsnähe betreiben wolle.

Auch bei der Frage nach dem fehlenden Fußweg und der Straßenbeleuchtung zieht sich die Deutsche Post komplett aus der Verantwortung. Man sei nur für das Objekt zuständig. Alles andere sei außen vor. „Wir als Kommune haben auf der anderen Seite nicht die Mittel, um am Karrenberg einen Fußweg zu bauen“, sagte Elsner. Schon gar nicht für die Deutsche Post.