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Neustädter Klinik soll weniger operieren

Der Freistaat will, dass die Neurochirurgie Eingriffean andere Krankenhäuser abgibt. Doch die Abteilung erzielt damit einViertel ihrer Erlöse.

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Von Sandro Rahrisch

Dem Krankenhaus Neustadt drohen Einbußen: Patienten zweier Erkrankungen des Gehirns kann die Klinik ab nächstem Jahr nicht mehr operieren, wenn die Landesregierung ihren Entwurf für den Krankenhausplan durchsetzt.

Dieser sieht vor, dass die Eingriffe, die ein Viertel des Erlöses der Neurochirurgie ausmachen, nicht mehr über die Krankenkassen abgerechnet werden können. Das Sozialministerium begründet die Entscheidung damit, dass es eine Überversorgung an Kliniken gebe, die Operationen dieser Art durchführen. Der Verwaltungsdirektor des Neustädter Krankenhauses, Andreas Gerhardt, weist diese Behauptung entschieden zurück.

Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) machte klar, dass die Stadt an der Neurochirurgie festhält, und zwar in ihrer jetzigen Form. „Die Abteilung hat sich in den letzten 20 Jahren gut etabliert“, sagte er. „Ich halte es für nicht zulässig, das Angebot infrage zu stellen.“ Das Rathaus hätte sowohl mündlich als auch schriftlich dem Plan des Freistaats widersprochen. Wird dem kein Gehör geschenkt, will die Stadt alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Vom Abzug der betroffenen Operationen aus Dresden-Neustadt würden vor allem die konkurrierenden Kliniken profitieren, sagte Sittel. Ob Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, ist unklar.

Die beiden städtischen Krankenhäuser Dresden-Neustadt und Dresden-Friedrichstadt machen seit Jahren Millionenverluste und sollen nach dem Willen der Stadt in einer GmbH fusionieren. Das „Bündnis für Krankenhäuser“, dem auch die Personalräte angehören, lehnt das ab. Am 29. Januar stimmen die Dresdner in einem Bürgerentscheid darüber ab.