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Dresden

Neustädter Lokal bekommt eigenen Film

Eine Woche war ein Kamerateam in der Kunsthofpassage zu Gast. Was ein Dresdner Restaurant mit einer Coca-Cola-Kampagne zu tun hat:

Er zieht mit seinem Restaurantkonzept viel Aufmerksamkeit auf sich: Boris Kögel, Chef der Lila Soße in der Neustadt.
Er zieht mit seinem Restaurantkonzept viel Aufmerksamkeit auf sich: Boris Kögel, Chef der Lila Soße in der Neustadt. © Foto: Rafael Sampedro

Auf der Suche nach einem typisch deutschen Gericht sind die Macher einer besonderen Werbekampagne in Dresden fündig geworden: Coca-Cola Deutschland erzählt im YouTube-Format „The Original Way“ die Geschichte kulinarischer Originale und die der Köche hinter den Spezialitäten. Jetzt widmet es dem deutschen Kartoffelsalat einen kleinen Hochglanzfilm. Damit hat erstmals eine Dresdner Restaurant den Sprung in die Kurzfilmreihe geschafft.

Eine Woche ist ein Kamerateam in der Kunsthofpassage ein- und ausgegangen, um viele Stunden in Boris Kögels Lokal Lila Soße zu drehen. Nicht nur jeder Vorgang in der Küche wurde begleitet, sondern auch Dresden als Stadt eingefangen. Hintergrund der Kampagne: Traditionelle Gerichte aus aller Welt sollen vorgestellt werden – und natürlich auch für Coca-Cola werben. In der Reihe wird zum Beispiel das Geheimnis hinter dem japanischen Traditionsgericht Miso-Ramen gelüftet, erzählt wird auch, wie das peruanische Fischgericht Ceviche oder arabischer Hummus entsteht. Sechs Kurzfilmfolgen gibt es bereits, stets sind dabei Cola-Flaschen hübsch in Szene gesetzt – das Kultgetränk soll als perfekte Ergänzung der jeweiligen Traditionsgerichte vermarktet werden.

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Lila-Soße-Chef Boris Kögel wurde ausgewählt und musste viele Auswahlverfahren durchlaufen, in denen er sich gegen etwa 50 weitere Restaurants durchsetzte, sagt er. „Das ist natürlich eine tolle Anerkennung unserer Arbeit.“ Vor allem weil nicht nur der hauseigene Kartoffelsalat im Mittelpunkt stehe, sondern auch die kulinarische Mentalität der Stadt. Kögel erzählt vom nachbarschaftlichen und herzlichen Dresden: „Ich habe zum Beispiel ein Ehepaar, dass mich immer mit Bohnenkresse beliefert.“ Persönliche Geschichten wie diese sind es, die Dresden in seinen Augen ausmachen. Auch das Umland mit seinen Streuobstwiesen und vielen kleinen Bauernhöfen sind für den Restaurantchef typisch für die Dresdner Esskultur.

Besonders an der Lila Soße ist hingegen, dass viele Gerichte im Einweckglas serviert werden. Das hat Coca-Cola offensichtlich imponiert. Die Lila Soße frischt eine alte Küchentradition auf. Typisch sächsisch – das ist Kögels Kartoffelsalat im Glas jedoch nicht: Er verwendet neben Speck frischen Staudensellerie. „So schmeckt er mir am besten“, sagt er. Das Rezept sei Italienisch inspiriert.

Mit seinem Gastronomiekonzept hat Kögel nun schon zum zweiten Mal über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Ende vergangenen Jahres wurde der Gastronom gefragt, ob sein Restaurant auf einer chinesischen Ferieninsel samt Freizeitpark im Original nachgebaut werden könnte. Leider musste Kögel dem Projekt vor Kurzem eine Absage erteilen: Er hat niemanden gefunden, dem er die Rolle als Geschäftsführer in Fernost anvertrauen konnte. „Ich habe schweren Herzens abgesagt, aber auch dabei gedacht: Wunderbar, dass unsere Arbeit so eine Wertschätzung erfährt.“