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Zähes Ringen ums neue Königsufer 

Wie soll es entlang der Großen Meißner Straße aussehen? Obwohl es einen Wettbewerb und einen Sieger gab, gibt es in der Frage noch immer Uneinigkeit.

Das Königsufer soll umgestaltet werden.
Das Königsufer soll umgestaltet werden. © René Meinig

Es wurden erneut hitzige Debatten geführt. Die Mitglieder des Bauausschusses sind sich uneins, wenn es um die Zukunft des Königsufers geht. Zwar wurde in einem aufwendigen Wettbewerb, bei dem auch die Dresdner Bevölkerung umfassend einbezogen wurde, ein Sieger ermittelt. Dieser sollte nun eigentlich als Grundlage für einen Rahmenplan dienen. Doch die Bauexperten der Parteien konnten sich am Mittwoch nicht dazu durchringen, für die entsprechende Vorlage zu stimmen. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was plant die Stadt am Königsufer?

Die Stadt möchte einen Rahmenplan erarbeiten, der sich an dem Sieger des Wettbewerbverfahrens orientiert. Der hatte damals eine breite Mehrheit der Jury hinter sich gebracht und auch viele Dresdner überzeugt. Entworfen wurde er von den Berliner Architekten Bernd Albers und Günther Vogt. Diese sehen unter anderem eine Blockbebauung der freien Fläche zwischen Kultus- und Finanzministerium sowie der Augustusbrücke vor. Dort befindet sich derzeit unter anderem ein Parkplatz für Wohnmobile. In zweiter Reihe zur Elbe zu sind weitere Gebäude geplant, allerdings mit deutlich mehr Freiräumen dazwischen. Dazu gehört das wiederaufgebaute Narrenhäusel. Auf der anderen Seite des Brückenkopfes soll die Lücke zwischen dem Blockhaus und dem Hotel Bellevue geschlossen werden. Der Hotelkomplex selbst kann bis zur Großen Meißner Straße vorgezogen werden, sodass der derzeitige Parkplatz zu einem Innenhof werden würde. Auch links und rechts des Goldenen Reiters sind Neubauten geplant, allerdings mit einer etwas moderneren, unregelmäßigen Kubatur. Dem Entwurf zufolge würde zudem der Parkplatz an der Sarrasanistraße zwei neuen Gebäuden weichen.

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Was wird daran kritisiert?

Der Siegerentwurf im Auftrag der Stadtverwaltung zeigt die Formen und Größen der geplanten Häuser.  
Der Siegerentwurf im Auftrag der Stadtverwaltung zeigt die Formen und Größen der geplanten Häuser.   © BERND ALBERS Gesellschaft von Architekten GmbH mit

SPD, Grüne und CDU sprechen sich grundsätzlich dafür aus, dass der Siegerentwurf als Grundlage für eine künftige Bebauung genutzt wird. Dieser werde von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung getragen, erklärt Thomas Löser, der für die Grünen im Bauausschuss sitzt. Trotzdem soll es einige Änderungen geben, welche die Fraktionen am Mittwoch in einem gemeinsamen Antrag zur Sprache brachten.

So soll der Neustädter Markt zunächst unbebaut bleiben. Zu einem späteren Zeitpunkt könne es eine separate Planung zur Aufwertung des Platzes am Goldenen Reiter geben, so Löser. Auch Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hatte sich dafür ausgesprochen, den Neustädter Markt frei zu halten. Die Reaktionen aus der Bevölkerung waren unterschiedlich: Die Bürgerinitiative Neustädter Freiheit spricht sich ebenfalls gegen eine Bebauung aus, die Gesellschaft Historischer Neumarkt sowie die Initiative Stadtbild Dresden fordern hingegen, an den Plänen der Berliner Architekten festzuhalten.

Außerdem müsse die Stadt die Verkehrsführung noch einmal prüfen, finden SPD, Grüne und Linke.  Auch die Idee eines Autotunnels, die in einem anderen Entwurf aufkam, soll dabei Beachtung finden. "Wir lehnen diese Lösung allerdings ab", sagt Löser. In dem gemeinsamen Antrag findet sie trotzdem Erwähnung - ein Kompromiss, um eine Mehrheit für die Vorlage der Stadt zu erhalten und diese endlich zu beschließen.

Wie geht es nun weiter?

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Der Bauausschuss hat das Thema in den Stadtrat verwiesen, ohne eine Entscheidungsempfehlung abzugeben. Dieser könnte in einer der kommenden Sitzungen also eigenständig eine Entscheidung treffen. Löser hofft allerdings, dass das nicht nötig ist. "Wir werden jetzt weitere Gespräche mit den Linken führen", sagt er. Schon in der nächsten Bauausschuss-Sitzung könnte dann über einen angepassten Änderungsantrag entschieden werden. "Ich hoffe, dass wir ein Ergebnis bekommen, das dann auch eine breite Stadtratsmehrheit erhält." In jedem Fall wird noch einige Zeit vergehen, bis die Pläne umgesetzt werden können.

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