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Neustart im Katzenparadies

Der Streichelzoo in Oppach kämpfte zuletzt mit großen Existenzsorgen. Nun stehen für den Verein einige Veränderungen an.

Von Carina Brestrich

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Oppach. Susi kuschelt gern. Die schwarz-weiße Mieze liebt die Streicheleinheiten, die sie regelmäßig von Daniela Prescher und den anderen, ehrenamtlichen Mitarbeitern im Streichelzoo in Oppach bekommt. Schließlich kommt neben der Pflege der Gehege und dem Füttern auch das Schmusen mit den Tieren im Streichelzoo nicht zu kurz. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Denn während der kleine Zoo, der auch Tierauffangstation ist, noch vor einigen Monaten mit Existenzsorgen kämpfte, steht er nun vor einem Neuanfang.

„Es geht auf jeden Fall weiter“, bestätigt Michael Müller. Seit drei Monaten führt er die Geschäfte des Tierschutzvereins Beiersdorf, der den Streichelzoo betreibt. Die frühere Vorsitzende, Giseltraud Kretschmer-Meckbach, hatte ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen, nachdem sie den Streichelzoo vor fast 20 Jahren mit aufgebaut hatte. Half sie in den vergangenen Wochen noch bei organisatorischen Fragen aus, zieht sie sich nun vollständig zurück. „Ich denke, die Kollegen sind so weit, dass sie es auch ohne mich schaffen“, sagt die Tierfreundin, die inzwischen in Rheinland-Pfalz wohnt.

Tatsächlich hat Michael Müller mit dem Streichelzoo einiges vor. Der Beiersdorfer, der seit 1996 Schatzmeister des Vereins ist, plant eine Umstrukturierung. „Wenn wir so weitermachen würden wie bisher, könnten wir den Streichelzoo auf Dauer nicht halten“, sagt er. Immerhin kämpft der Verein schon seit Längerem mit verschiedenen Problemen: So machten vor allem die Energiekosten zu schaffen. Diese stiegen in den vergangenen Jahren immer mehr, während die Spendeneinnahmen des Vereins aber sanken. Hinzu kamen Personalsorgen: „Ein-Euro-Jobs werden kaum noch vergeben. Und Bundesfreiwilligendienstler sind ebenso schwer zu bekommen“, sagt Müller. Ende November ging der vorerst letzte Ein-Euro-Jobber, der Vertrag des noch verbliebenen Bufdis läuft Ende Januar aus. Doch unterkriegen lässt sich der Tierschutzverein nicht. „Wir haben zum Glück neue ehrenamtliche Helfer finden können“, sagt Müller. Dadurch arbeiten nun insgesamt acht Leute unentgeltlich im Streichelzoo mit. „Die Versorgung über die Winterzeit ist so gesichert“, sagt der Geschäftsführer des Vereins. Um die Probleme auch langfristig in den Griff zu kriegen, hat der Streichelzoo in den vergangenen Monaten außerdem den Tierbestand um ein Drittel reduziert, wie Michael Müller erklärt. Einige größere Tiere, wie die Esel und Ziegen, konnten erfolgreich vermittelt werden. Aber auch etliche kleinere sind umgezogen: Einige Vögel etwa übergab der Streichelzoo an Vereine. Und kürzlich fand der letzte Hund ein neues Zuhause.

Auch optisch soll sich in den nächsten Monaten einiges ändern. „Wir werden hier und da renovieren“, sagt Michael Müller. Bislang fehlte für solche Bauarbeiten das Geld. „Es war wie ein Teufelskreis: Bei Reparaturen an den Ställen und Gehegen konnten wir immer nur günstige Materialien verbauen. Aber langfristig haltbare Lösungen waren finanziell nicht drin“, sagt er. Das soll künftig anders werden. Die Dachpappe der Behausungen der Tiere etwa soll durch richtige Schindeln ersetzt werden. Außerdem kann sich Michael Müller vorstellen, kleine Ruhezonen mit Bänken einzurichten und die derzeit abgebauten Spielgeräte für die jüngeren Gäste wieder aufzubauen. Finanziert werden soll der Umbau durch die Einsparungen beim Tierbestand, Spenden und Fördermittel, die Müller beantragen will. „Der Streichelzoo soll künftig weniger Tierheim sein, sondern wieder mehr den ursprünglichen Charakter als Ausflugsziel für Familien zurückbekommen“, fasst er zusammen. Als Auffangstation für Fundkatzen bleibt der Streichelzoo aber erhalten. „Wir werden Katzen weiterhin aufnehmen und vermitteln“, sagt Müller. Der neue Streichelzoo-Chef weiß, dass er sich mit dem Neustart viel vorgenommen hat. Allerdings ist er optimistisch, dass die ehrenamtlichen Helfer und Spender dem Streichelzoo treu bleiben. „Wir haben inzwischen wieder eine solide Basis“, sagt er.

Der Streichelzoo hat über die Winterzeit von Montag

bis Sonntag, 9 bis 11 Uhr, geöffnet.

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