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Neustart in der Neugersdorfer Gastroszene

Ins ehemalige "Casa Mia" zieht wieder Leben ein. Statt auf Pizza setzt der neue Inhaber aber auf deutsche Küche. Und will mit seinem Konzept die Neugersdorfer Textilgeschichte würdigen. 

Christian Apelt und Manuela Goltz eröffnen das Restaurant "Crisela" in Neugersdorf.
Christian Apelt und Manuela Goltz eröffnen das Restaurant "Crisela" in Neugersdorf. © Matthias Weber

Die Nase verrät dem Besucher gleich am Eingang, dass hier ein Neustart bevorsteht: Es riecht nach frischer Farbe. Recht frisch ist alles auch noch für Christian Apelt und seine Lebensgefährtin Manuela Goltz. In den vergangenen zwei Monaten haben sie mit Vollgas auf ihren großen Tag hingearbeitet: die Neueröffnung ihres eigenen Restaurants, die nun  am 12. April bevorsteht. 

Das Lokal ist in den Räumen des ehemaligen "Casa Mia" an der Neugersdorfer Postkreuzung entstanden. Christian Apelt und Manuela Goltz sind die neuen Pächter des zuletzt leer stehenden Lokals. Vor einigen Jahren hatte der Eigentümer das Haus an der Kreuzung der Hauptstraße mit der Zittauer Straße in Neugersdorfs Zentrum umfassend saniert und aus mehreren kleinen Läden ein Restaurant gemacht. Unter dem Namen "Casa Mia" eröffnete hier eine Pizzeria. Zwischendurch wechselte das italienische Lokal den Betreiber, bevor es im vorigen Jahr schließlich wieder schloss. 

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Gleich nach der Schließung wurde Christian Apelt auf das Lokal aufmerksam - und liebäugelte sofort damit, es zu übernehmen. Der gelernte Koch hegte schon länger den Wunsch, ein eigenes Restaurant aufzumachen. Zuvor arbeitete er in verschiedenen Lokalen in der Oberlausitz, viele Jahre zum Beispiel auf dem Mönchswalder Berg bei Wilthen, unter anderem war er stellvertretender Küchenchef im Trixi-Park und zuletzt stand er im Dürrhennersdorfer Schützenhaus am Herd. 

Jetzt ergreift er die Chance auf seinen eigenen Laden. Der Standort hier in Neugersdorf ist vielversprechend, findet der junge Gastronom. Und auch das Lokal selbst gefällt ihm. "Der Eigentümer hat hier gut investiert. Das Lokal ist toll, die Küche super eingerichtet. Da merkt man, dass der Koch mitgeredet hat." 

Seine Partnerin Manuela Goltz wird den Service leiten, während Christian Apelt in der Küche der Chef ist. Auch sie hat ihren Beruf von der Pike auf gelernt, arbeitete in verschiedenen deutschen Großstädten wie München, Nürnberg und Berlin. Der Wunsch in der Heimat etwas eigenes auf die Beine zu stellen, war auch bei ihr da.  Für das Paar wird es ein kompletter Neustart, denn sie werden von ihrem bisherigen Wohnort Ebersbach in die Wohnung über dem Lokal umziehen.

Apelt und seine Lebensgefährtin geben dem Restaurant einen neuen Namen: Ab jetzt heißt es "Crisela". Das ist eine Kombination aus ihrer beider Vornamen, erklärt Christian Apelt. Und auch sonst soll unter das ehemalige Lokal ein kompletter Schlussstrich gezogen werden. Die beiden wagen etwas komplett Neues an dem Standort. Innen haben sie renoviert. Statt terracotta-farbener Wände im mediterranen Stil ziert jetzt ein edles Grau die  Wände. 

Christian Apelt und Manuela Goltz wollen die Neugersdorfer Geschichte in ihrem Lokal aufleben lassen und eine Verbindung zu Textilindustrie herstellen, so die Idee der beiden Neu-Gründer. Tischdecken und Läufer aus Leinen sollen zum Beispiel daran erinnern, ebenso wie der Leinen-Einband der Speisekarte. Auch die Fensterdekoration soll eine Verbindung zur industriellen Vergangenheit der Stadt herstellen. Und die Kellner werden Latz-Schürzen aus Jeansstoff tragen. So wollen die Betreiber in ihrem Lokal modernes und geschichtliches verbinden. 

Auf der Speisekarte werden deutsche, gutbürgerliche Gerichte stehen. "Ich experimentiere aber auch gern", erzählt der 28 Jahre alte Koch und Inhaber. Dabei setzt er auch auf ungewöhnliche Kombinationen. "Im Winter ein Dessert mit Gemüse", nennt er ein Beispiel für seine kreative Kochkunst, die er auch im neuen, eigenen Lokal ausleben will. Darauf sind die Neugersdorfer offensichtlich bereits sehr gespannt. 

In den vergangenen Wochen, in denen Christian Apelt und seine Freundin im Gebäude werkelten, ging immer wieder die Eingangstüre auf. "Leute kamen rein und fragten, was wir hier machen, wann es los geht, was es zu essen geben wird", erzählen die Wirtsleute. "Auf alle Fälle gibt es Schnitzel", sagt Manuela Goltz lachend. Auch danach hatte jemand gefragt - und war zufrieden, als Frau Goltz die Frage nach dem Schnitzel bejahte.  

Kulinarisch ist noch vergleichsweise viel los in Ebersbach-Neugersdorf, weiß Neu-Gastronom Christian Apelt. Ein Blick auf die Liste der gastronomischen Einrichtungen in der Oberlandstadt verrät: Derzeit gibt es 18 Lokale, die Essen anbieten. Mitgezählt sind da auch drei Döner-Gaststätten sowie Cafés. Das Crisela wird also das 19. Lokal werden. 

Apelt macht sich aber keine Sogen, dass die Konkurrenz zu groß sein könnte. Im Gegenteil: "Jeder hat sein eigenes Konzept und die Vielfalt belebt doch die Stadt." Er setzt auf ein faires Miteinander. "Wenn wir selbst mal keinen Platz mehr haben, werde ich die Gäste auch gerne an andere Lokale im Ort verweisen." 

Eröffnung im "Crisela" ist am 12. April um 17 Uhr. Geöffnet ist das Lokal dann immer montags 16 bis 22 Uhr, dienstags und mittwochs 11 bis 14 und 16 bis 22 Uhr, freitags 16 bis 23 Uhr, sonnabends 11 bis 23 Uhr und sonntags von 11 bis 21 Uhr. Am Donnerstag ist Ruhetag. 

Mehr Lokales unter:

www.sächsische.de/ort/loebau

www.sächsischede/ort/zittau

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