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Großenhain

Newcomer und alter Hase

Jürgen Winkler und Thomas Koitzsch stellen sich bei „Gemeinsam für Großenhain“ zur Wahl. Ein Plädoyer für die Vereine und das Ehrenamt.

Jürgen Winkler (rechts) und Thomas Koitzsch am Sportplatz in Zabeltitz: Ehrenamt und Vereinsleben haben sich die beiden Zabeltitzer Kandidaten der Initiative „Gemeinsam für Großenhain“ ganz groß in ihr persönliches Wahlprogramm geschrieben.
Jürgen Winkler (rechts) und Thomas Koitzsch am Sportplatz in Zabeltitz: Ehrenamt und Vereinsleben haben sich die beiden Zabeltitzer Kandidaten der Initiative „Gemeinsam für Großenhain“ ganz groß in ihr persönliches Wahlprogramm geschrieben. © Anne Hübschmann

Von Thomas Riemer

Zabeltitz. Zwei Männer stehen an der Barriere des Zabeltitzer Sportplatzes. Bezeichnender könnte der Treffpunkt kaum sein. Denn Jürgen Winkler und Thomas Koitzsch sind Ehrenamtler mit Leib und Seele. Winkler (62) viele Fäden beim SSV Zabeltitz-Treugeböhla in der Hand, Koitzsch (45) ist einer der Frontmänner beim Fußballverein. Ohne Übungsleiter und Eltern gehe nichts – da sind sie sich einig. Leute dafür zu gewinnen, sei vielleicht auf dem Land etwas einfacher als in der Stadt.

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Denn: „Die machen das ja nicht für sich selbst“, sagt Jürgen Winkler. Um Kinder zu Wettkämpfen oder zum Training zu schaffen, tun sich Eltern und Betreuer zusammen. „Diesen Zusammenhalt gibt es nur auf dem Land“, glaubt Thomas Koitzsch. Und doch gehe nichts von allein. 

Motivation sei das Eine, eine funktionierende Infrastruktur das Andere. „Da ist vieles mit dem Wegfall des Mittelschulstandortes weggebrochen“, sagt Winkler, selbst Schulleiter in Nünchritz. Hinzu komme, dass beispielsweise einzelne Ortschaften vom Radwegenetz abgeschnitten sind, kaum Busse fahren. „Beim ÖPNV muss was passieren“, sind sich die Zabeltitzer einig.

Es ist ein Grund von vielen, warum Jürgen Winkler und Thomas Koitzsch bei der Stadtratswahl am 26. Mai auf der Liste „Gemeinsam für Großenhain“ (GfG) kandidieren. Jürgen Winkler ist dabei ein alter Hase, hat über zehn Jahre als CDU-Stadtrat ohne Parteibuch gearbeitet. Thomas Koitzsch wäre Newcomer im Gremium. „Ich bin also noch etwas unbedarft, aber ein pragmatischer Denker. Vereinsleben ist mein Steckenpferd“, sagt er.

Das Duo gehört sozusagen zur sportlich-kulturellen Flanke bei GfG. Für Zabeltitz fällt ihre Bestandsaufnahme keinesfalls negativ aus. Die Sportanlagen sind in einem guten Zustand. Jürgen Winkler sagt aus Erfahrung, dass die Zusammenarbeit und Unterstützung durch das Großenhainer Rathaus stets gewinnbringend für beide Seiten war, und nennt als Beispiele das Palais, das Bauernmuseum sowie die Rekonstruktion der Grundschule mit der Turnhalle. 

Thomas Koitzsch mahnt an, dass gerade die Ist-Situation der Sportanlagen erhalten werden müsse. „Man darf nichts kaputtgehen lassen“, sagt er. Für Jürgen Winkler ist klar: „Das hat etwas mit Lebensgefühl zu tun.“

Für den Kernort Zabeltitz mag das stimmen. Dass andere Ortsteile der früheren Großgemeinde nach wie vor ein wenig „abgehängt“ sind, ist Anhaltspunkt für die beiden GfGler. „Wir wollen Ansprechpartner für alle Ortsteile sein“, macht Thomas Koitzsch klar. Denn Ehrenamt und Vereinsleben finde letztlich überall statt, und da müsse man schon nach „Stellschrauben“ suchen. 

Jürgen Winkler sieht aus eigener Erfahrung durchaus Potenzial, die Themen der kleinen Dörfer im Stadtrat einzubringen. Die Gedanken Vieler zusammenzubringen, das sieht er als Anliegen der Kommunalpolitik. Da sei in den letzten Jahren in Großenhain so manches auch über Parteigrenzen hinaus auf den Weg gebracht, andererseits aber auch „vorschnelle Beschlüsse“ gefasst worden. Die Initiative GfG sehen Winkler und Koitzsch deshalb als „breit aufgestellt mit Leuten, die nicht nur reden“.

Dass sich Trends für das Leben auf dem Land nicht in jedem Falle aufhalten lassen, wissen die beiden Zabeltitzer. Einkaufen in Geschäften in den Ortsteilen, „dieser Zug ist abgefahren“, glaubt Jürgen Winkler. Aber gerade deshalb müsse sich in Sachen ÖPNV etwas bewegen. 

Sicher: Zabeltitz sei mit medizinischer Grundversorgung gut ausgestattet. Doch wenn es um die Notfallversorgung geht, „fühlt man sich schon ein bisschen abgeschieden“, ergänzt Thomas Koitzsch. Generell müsse ein Verkehrskonzept her, „um die ländlichen Gebiete aufzuwerten“. 

Ein kostenloser Schülerverkehr zum Beispiel, um Mädchen und Jungen eben auch zu ermöglichen, günstig und schnell nach Großenhain zum Training, zur Theaterprobe oder auch ins Kino zu gelangen.

Visionen also, mit denen das Zabeltitzer Duo bei „Gemeinsam für Großenhain“ ins Rennen um die Stadtratsmandate geht. Dazu gehört übrigens auch, das Industriegebiet Flugplatz auf den Weg zu bringen. „Da bin ich Optimist. Das wäre der Boom – auch für die Ortsteile“, so Jürgen Winkler.

Kandidaten von „Gemeinsam in Großenhain“ stellen sich in den nächsten Tagen wie folgt vor: 9. Mai, 19 Uhr, Meyers Gaststätte in Großenhain: 11. Mai, 15 Uhr, Jahnkampfbahn.