SZ +
Merken

Niamh aus Irland hängt heute die Socken auf

Niamh Johnston will Lehrerin werden. Das Rüstzeug dafür holt sie sich auch in Deutschland. Sie absolviert ein Praktikum an der Mittelschule in Leisnig und am Gymnasium in Hartha. Auf das Weihnachtsfest ist die junge Irin gut eingestimmt.

Teilen
Folgen

Von Heike Stumpf

Niamh Johnston will Lehrerin werden. Das Rüstzeug dafür holt sie sich auch in Deutschland. Sie absolviert ein Praktikum an der Mittelschule in Leisnig und am Gymnasium in Hartha. Auf das Weihnachtsfest ist die junge Irin gut eingestimmt. Niamh hat eine tolle Gastfamilie gefunden. Die Ostermeiers aus Zschörnewitz bei Döbeln verlegen ihrem Besuch zuliebe schon mal eigene Bräuche vor. Damit ist es der Kunsterzieherin Katrin Ostermeier gelungen, ihre Kollegin in spé mit dem Weihnachtsvorfreudevirus anzustecken.

„Wir haben versucht, Niamh alles zu zeigen, war für uns zu einem traditionellen deutschen Weihnachtsfest gehört“, erzählt Katrin Ostermeier. Begonnen habe es beim Schmücken vor dem ersten Advent. Etwas früher als sonst sei der Weihnachtsbaum aufgestellt und angeputzt sowie der Stollen angeschnitten worden. Das „Plündern“ des Adventskalenders haben Carsten Ostermeier und Niamh im Wechsel übernommen.

Lediglich in den Weihnachtsmarkttrubel in Dresden und Leisnig haben sich die Gasteltern nicht mit gestürzt. Die Märkte machte die 21-Jährige mit anderen Studenten unsicher. „In Leisnig war es sehr nass. In Dresden hatte ich Not, mich durch die Menschenmassen zu drängeln“, schildert die junge Frau. Sie kennt Weihnachtsmärkte nicht. Bei ihr daheim gibt es keine.

Kennengelernt hat sie erst in Deutschland Weihnachtsschmuck aus zartem Glas und aus Holz. „Das gefällt mir sehr gut. Bei uns in Irland ist viel aus Plastik und auch eher schrill“, beschreibt Niamh.

Weil ihr der Werkstoff Holz gefällt, hat sie sich von Katrin Ostermeier anstecken lassen und zusammen mit der sympathischen Gastgeberin Weihnachtsgeschenke für ihre Familie gebastelt. Die zwei Frauen haben aus Holz Schnee- und Weihnachtsmannfiguren ausgesägt, bemalt, mit witzigen Baumelbeinen versehen und mit Wünschen wie „Let it snow“ beschriftet. „Schnee ist für Niamh etwas ganz Tolles“, erzählt Katrin Ostermeier lächelnd. Beim ersten der Saison sei die 21-Jährige total aus dem Häuschen gewesen. „Bei uns hat es vielleicht fünf Jahre nicht geschneit“, begründet die Irländerin.

Sie hat für ihre Lieben zudem Leckereien wie Stollen, Lebkuchen, Spekulatius und Dominosteine mitgenommen. In Familie feiert die angehende Lehrerin jetzt auch das Fest. Niamh hat noch zwei Brüder und eine Schwester.

Mit ihren Geschwistern ist sie früher am ersten Feiertag morgens immer zeitig aufgestanden. „Die Kinder schauen dann nach, ob Santa Claus oder dessen Helfer Geschenke vorbeigebracht haben“, erzählt die Irländerin. In ihrem Land werfen die Weihnachtsmann-Helfer die Geschenke traditionell in den Kaminschlot. An den Kamin und ans Bett werden große Socken für kleine Geschenke aufgehängt.

Das Weihnachtsfest in Irland sei ein ruhiges. Zumindest bei den Johnstons. Auf dem Festtisch stünden gewürztes Fleisch und Truthahn. Typisch irisch hat Niamh auch für ihrer Gastfamilie gekocht. Sie servierte Irish Stew (Eintopf), Shepard’s Pie (Auflauf) und als Dessert Christmas Pudding.

Inzwischen ist die junge Frau daheim in Kork im Süden Irlands. Am 5. Januar setzt sie sich wieder in den Flieger – und freut sich schon darauf, die nächsten deutschen Traditionen kennenzulernen. Denn weder Fasching noch das Osterfest kennt die Irin überhaupt oder in der Ausprägung, in der sie in Deutschland gefeiert werden.