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Nicht alle Blütenträume reifen

Das Wochenend-Wetter zeigte sich kühl, nass und stürmisch. Darunter litt auch das 31. Borthener Blütenfest.

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Von Hannelore Angermann

Natürlich hatten die Initiatoren mehr Besucher erwartet, zumal mit Himmelfahrt ein zusätzlicher Tag zur Verfügung stand. Deshalb dankt der Vorstand allen, die trotz widrigen Aprilwetters nach Borthen kamen, sagt der neue Blütenfest-Vereinschef Jens Werner. Besonders in der Nacht zum Sonntag habe der Sturm viele Stände beschädigt und das Programm am letzten Tag beeinträchtigt. Dass an den vier Tagen dennoch viele Fans kamen, sei dem abwechslungsreichen, kreativen Programm und dem vielseitigen Angebot von über 100 Händlern und Schaustellern zu danken. Und dem Einsatz vieler Helfer, zum Beispiel Schüler Toni König aus Borthen, der sich als Parkplatzwächter anheuern ließ. So jedenfalls sieht es auch Karin Thiele, seit dieser Saison im Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Ohne Frage – die kulturellen und sportlichen Höhepunkte des 31. Jahrgangs fanden durchweg viel Anklang. So das Konzert des Sächsischen Bergsteigerchores „Kurt Schlosser“ im Festzelt unter dem Dirigat von Axel Langmann, der Blütenfestball, die Dixieland-Einlagen der Hotspurs, das Lagerfeuer mit Countrymusik. Oder das 7. Röhrsdorfer Reit- und Springturnier, der Blütenfestlauf, das Höhenfeuerwerk am Sonnabend und gestern die Technikschau von freiwilliger Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Johannitern beim „Großen Löschangriff“.

Viel Kurzweil bot Borthen Familien mit Kindern. Ob bei den Schaustellern oder in der „Kinderwelt“ – man setzte oft auf bewährte Rezepte. „Neu ist aber, dass wir mehr Vereine und Schulen einbezogen haben“, sagt Organisatorin Anke Werner. Zum Beispiel Karate-Gruppe oder Theaterzirkel der Grundschule Dohna. Auch die Sozialpädagogik-Studentinnen Peggy und Antje aus Dresden waren das erste Mal als Schmink-Akteure dabei. Zur Freude der Jüngsten. „Meine Hawai-Mädchen-Bemalung finde ich einfach toll“, schwärmt die siebenjährige Jenny aus Rosenthal. Ein paar Meter weiter reitet die kleine Rebekka aus Dresden kerzengerade auf Kamel „Aladin“, das Günter Gutte aus dem Freizeittiergarten Pirna als Attraktion erstmals nach Borthen mitbrachte. Das Kunsthandwerk präsentierte in diesem Jahr nicht nur fertige Erzeugnisse, hebt der für diesen Part zuständige Holger Tintner hervor. Es bot Kindern „Handwerk zum Anfassen“. So führte der Dohnaer Steinmetzmeister Sven Gruner vor, wie man mit Knüpfel, Feustel und Eisen einen Wegestein meißelt. „Gar nicht so einfach“, meint Schüler Lars Krajak nach ersten praktischen Versuchen. Die Pirnaer Sandsteinwerke, vertreten durch Uwe Jahr, sponserten dem Handwerker das Material. Gediegenes Steindesign mit Liebe zum Detail wurde auch am Stand vom Jörg Hentschel aus Obervogelgesang sichtbar.

Edle historische und zeitgemäße Drucke dagegen präsentierte die Dohnaer Traditionswerkstatt der Buchdruckerkunst Joachim Liebers. Sie belegt eindrucksvoll: Noch heute, im Zeitalter von Internet und Telefon, verrät der persönlich geschriebene Brief Stil und Individualität des Absenders.

„Mit Zeichenstift und Pinsel durch unsere Heimat“ hieß die Ausstellung des Heimatvereins Röhrsdorf im Schlosshof. Zehn Hobbymaler gestalteten sie mit ihren schönsten Werken. „Einige davon, wie Elke Goerke, sind das erste Mal dabei“, resümierte Vorstandsmitglied Annemone Lieber. Der Auftritt der am Vortag in Sornzig gekürten 20-jährigen Blütenkönigin Katrin Mende, Azubi aus Sornzig-Ablaß, in Begleitung der Blütenprinzessin Janett Kaden (22) aus Pirna, war ein Glanzpunkt am letzten Tag des Festes. Sie wurden von einem bunten Programm der Musikschule Fröhlich und der Kindertanzgruppe Piccolina begleitet.