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Nicht nur mit dem Rotstift einsparen

über die Sparpläne im Jugendamt

Madeleine Siegl-Mickisch

Das Jugendamt will drei Millionen Euro einsparen – das lässt aufhorchen. Aus zweierlei Gründen. Einerseits ist gerade die Jugendhilfe ständig in der Kritik, weil die Kosten unaufhörlich steigen. Denn immer mehr Kinder und Jugendliche – oder ihre Eltern, die mit der Erziehung überfordert sind – brauchen Hilfe. Und um die kommt der Landkreis nicht herum. Doch gerade das ist meist richtig teuer. Allein ein Heimplatz kostet im Jahr rund 40 000 Euro.

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Andererseits wurde in den letzten Jahren im Landkreis Bautzen immer wieder geknapst. So kämpfen die Betreiber von Jugendtreffs wie Steinhaus und TiK in Bautzen oder dem Jugendhaus in Neukirch regelmäßig mit einem Defizit. Dieses Jahr sind insgesamt schon wieder über 80 000 Euro Minus aufgelaufen. Aber ohne die Anlaufstellen, wo Kinder und Jugendliche auch jemanden finden, der ihnen bei Problemen zuhört, geht es nicht.

Das scheint man nun erkannt zu haben. So will das Jugendamt künftig insgesamt stärker auf Prävention setzen und sie als Teil der Hilfen ansehen und nicht nur als ein Angebot je nach Kassenlage. Bemerkenswert, dass Einsparen diesmal nicht bedeutet, einfach nur den Rotstift anzusetzen und bestimmte Dinge zu streichen. Der Weg, den das Jugendamt stattdessen gehen will, ist langwieriger – aber im Sinne der Sache besser. Wenn er durchgehalten wird.