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Nie mehr dreckige Pfützen zur Hengstparade

Der Turnierplatz des Landgestüts wird gerade erneuert. Mit deutlichen Verbesserungen für Besucher und Pferde.

© Norbert Millauer

Von Ines Scholze-Luft

Es staubt mächtig auf dem Parkplatz an der Zufahrt zum Turnierplatz des Moritzburger Gestüts. Auch auf anderen Flächen wirbeln Autos und Kutschen Staubfahnen auf. Denn es hat wieder nicht geregnet. Und stiebt, wo nicht gesprüht ist.

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Auf dem Turnierplatz soll das künftig anders sein. Der wird nämlich gerade umgebaut. Ein Kanalsystem sorgt bald dafür, dass es auf dem Platz weder zu trocken noch zu feucht ist. Eine Kombination von Drainage und Bewässerung. Ebbe- und Flutsystem nennt sich das, sagt Ludwig Coulin vom Staatsbetrieb SIB. Er ist dabei, als Finanzminister Georg Unland gestern vor Ort über den Baufortschritt informiert.

Bis Ende Juli soll der Turnierplatz fertig sein, kündigt der Minister an. Insgesamt 2,67 Millionen Euro sind dann verbaut. Manches davon – wie das Kanalsystem – zwar unsichtbar. Aber mit spürbaren Auswirkungen. Keine Chance mehr für die Pfützen, die erfahrungsgemäß mindestens einen der drei Hengstparade-Termine im September begleiteten. Wo die Pferde einsanken und die Kutschen schmutzig wurden. Und das nicht nur bei den Paraden selbst. Hier ist dann auch ein besserer Arbeitsplatz für die Pferde, so Coulin.

Und ein noch besseres Aushängeschild für das Gestüt. Denn der Platz entspricht bald internationalen Anforderungen mit seinen neuen Abmessungen von 110 Metern Länge und 50 Metern Breite. Damit könnten sich weitere Veranstaltungen nach Moritzburg holen lassen, hofft Gestütschef Matthias Görbert. Er freut sich auch darüber, dass die Sanierung in einem Jubiläumsjahr stattfindet. Denn 1924 ist hier die erste Hengstparade über die Bühne gegangen.

Nun, 90 Jahre später, wird es ein völlig neu gestaltetes Areal geben, wo sich Veranstaltungen viel besser als bisher zelebrieren lassen. Allein das neu entstandene sogenannte Terminalgebäude an der Ostseite lässt den Gestütschef schwärmen. Dort sitzt das Polizeiorchester bei den Hengstparaden künftig in der ersten Etage, gut sicht- und hörbar bei der nach vorn komplett zu öffnenden Glasfassade.

Neben den Musikern finden in dem Gebäude der Sprecher und die Feuerwehr Unterkunft. Nicht nur sie haben ein Dach überm Kopf, sondern künftig auch ein Großteil der Zuschauer. Nämlich diejenigen, die Plätze auf den mobilen Tribünen haben. Die stehen bei Bedarf auf der Süd- und Westseite. Hier werden zurzeit die Aufstellflächen hergerichtet. Nicht nur für die Tribünen, die bei großen Ereignissen wie der Hengstparade gebraucht und sonst in einem Lager in Laußnitz untergebracht werden. Bei kleineren Reitveranstaltungen können hier Stallzelte aufgebaut oder Pferdetransporter geparkt werden.

Damit die mobilen Tribünen – sie kosten noch einmal 1,1 Millionen Euro – sicher stehen, werden sie auf den Betonfundamenten fest verschraubt. Blitzschutz und Dach gehören ebenso zu den Vorzügen wie die Plastiksitze. Bisher mussten die Zuschauer ihren Platz auf der Holzbank mit Sitzkissen markieren. Und bei Regen hat dann so mancher nichts mehr gesehen wegen der vielen Schirme, sagt Ulrich Reusch vom Landwirtschaftsministerium.

Schon durch die wettersicheren Sitze dürfte sich der Zuspruch zu den Hengstparaden nochmals verstärken. Zwar sind die überdachten Plätze teurer als die auf der alten Steintribüne an der Nordseite – insgesamt gibt es 5 344 Sitzplätze – und die Stehplätze dort. Doch durch das gestaffelte Angebot lassen sich viele verschiedene Zuschauer erreichen, hofft auch Gestütschef Görbert.

Der neue Turnierplatz soll noch nicht der Abschluss sein bei den Erneuerungen im Gestüt. Die Reithalle ist jetzt in der Diskussion, sagt der Finanzminister. Ob und wann sie kommt, hängt vom nächsten sächsischen Doppelhaushalt 2015/16 ab. Und der muss nicht nur durchs Kabinett, sondern auch durch den neuen Landtag, der am 31. August gewählt wird.

www.saechsische-gestuetsverwaltung.de