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Niederländer führt vier Obstland-Töchter

Die Obstland AG strafft ihre Struktur. Erik Buitenhuis steht jetzt bei den Erzeugerbetrieben in Ablaß, Leisnig, Sornzig und Baderitz an der Spitze.

Erik Buitenhuis ist neuer Geschäftsführer bei der Obstland AG.
Erik Buitenhuis ist neuer Geschäftsführer bei der Obstland AG. © Obstland AG

Dürrweitzschen/Leisnig. Ein nettes Hoi zur Begrüßung, oft ein freundliches Lächeln im Gesicht – so haben zumindest die Dürrweitzschener Mitarbeiter der Obstland AG Erik Buitenhuis kennengelernt. Seit Jahresbeginn arbeitet er dort als Geschäftsführer Obstanbau. Seit April ist der 47 Jahre alte Niederländer noch zum alleinigen Geschäftsführer von vier der insgesamt fünf Erzeugerbetriebe der Obstland AG bestellt. Das heißt, ihm obliegt nun die Leitung der Ablaßer sowie der Leisniger Obstgarten GmbH, der Klosterobst GmbH Sornzig sowie der Bio-Obst GmbH Baderitz.

Bis jetzt gab es für alle Tochterunternehmen eigene Geschäftsführer. Thomas Seidel war das bislang in Leisnig. „Er wird weiterhin für unter Unternehmen tätig sein“, sagt Vorstand Jan Kalbitz auf Anfrage von Sächsische.de. 

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Als Auditor sei er unter anderem für die Umsetzung von Maßnahmen auf dem gewünschten Qualitätsstandard und die Dokumentation von neuen Projekten zuständig. In Leisnig ist das beispielsweise der Anbau von sogenannten immertragenden Erdbeeren. Der hat 2019 in größerem Stil begonnen. Der Klosterobst-Chef Thomas Arnold etwa geht im Laufe des Jahres in den Ruhestand.

Bisher privater Berater der Gesellschaft

Dass ein Geschäftsführer für mehrere Unternehmen zuständig ist, sei in der Branche nicht unüblich, sagt Jan Kalbitz. „Auch bei uns hat es das zeitweise schon gegeben“, so der Vorstand. Er kennt den neuen „Mehrfachgeschäftsführer“ Erik Buitenhuis übrigens schon länger. Immerhin arbeitet der bereits seit acht Jahren als privater Obstbauberater mit der Dürrweitzschener AG zusammen. 

„Ich schätzte die Region sehr. Hier stecken unzählig Potenziale, mit denen wir punkten können“, sagt Buitenhuis. Die Entscheidung, noch stärker als bisher im sächsischen Obstland tätig zu sein, sei ihm daher nicht schwergefallen.

Die Entscheidung, im Ausland zu arbeiten, hat er zusammen mit seiner Familie getroffen. Durch seine Tätigkeit als Berater ist er schon immer viel in Europa unterwegs gewesen. Obstbaubetriebe in Deutschland, Österreich, den Benelux-Staaten, aber auch Rumänien, Georgien und Russland zählten bisher zu seinen Kunden.

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Trotz Corona und den damit verbundenen enormen Reisebeschränkungen kann Erik Buitenhuis im Moment noch regelmäßig zu seiner Frau und den Söhnen in die Niederlande fahren. „Es ist aber jedes Mal ein Glücksspiel, ob es klappt oder nicht“, erzählt er.

Buitenhuis hat einen Hochschulabschluss im Gartenbau, verfügt über vielfältige berufliche Erfahrungen. Seine Visionen für das Obstland sind vielversprechend, aber bodenständig. Wie wirtschaftlich erfolgreich die Erzeugerbetriebe in den nächsten Monaten arbeiten können, das ist diesmal nicht nur vom Wetter, sondern auch davon abhängen, wie in und nach der Corona-Krise gearbeitet werden kann.

250 Erntehelfer benötigt

Vorstand Jan Kalbitz ist zunächst einmal über die am Donnerstag getroffene Entscheidung auf Bundesebene dankbar, das in den Monaten April und Mai jeweils 40.000 Erntehelfer nach Deutschland einreisen können. Um einige von ihnen will sich auch die Obstland Dürrweitzschen AG bemühen. 

Etwa 250 werden zur Hauptzeit zuerst in den Betrieben benötigt, die Erdbeeren anbauen. Danach geht es schon mit der Ernte von Süß- und Sauerkirschen, Birnen und Pflaumen weiter. Die meisten Helfer benötige Obstland für die Apfelernte, die meist Ende August beginnt. Diese sind bislang aus Polen, Rumänien, Bulgarien oder auch der Slowakei gekommen.

Für die Erntehelfer in Zeiten der Pandemie gelten strenge Einreisevorschriften. Und auch, wenn die Männer und Frauen in Deutschland sind, ist einiges zu beachten. So dürfen sie beispielsweise nicht mit anderen Helfern in Kontakt kommen und müssen separat untergebracht sein. Das kann Obstland in Leisnig mit einem eigenen kleinen Wohnheim für die Obstpflücker gewährleisten.

Neben dem Obstanbau, zu dem auch 43 Hektar Haselnüsse und 45 Hektar Johannis- und Stachelbeeren gehören, betreibt die Obstland auf rund 1.000 Hektar außerdem Feldbau, sät und erntet unter anderem Gerste und Raps. Neue Erfahrungen sammelt Obstland auf der Biofläche, die etwa ein Drittel des Feldbaus ausmacht. 

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Auf ihr werden in diesem Jahr erstmals Erbsen und Dinkel angebaut. Insgesamt ist die Obstland Dürrweitzschen AG zwar ein primär landwirtschaftlicher, in seiner Struktur jedoch vielschichtig gegliederter Mischkonzern. Es gibt Tochterunternehmen im Bereich Handwerk sowie im Dienstleistungsbereich.

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