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Niederländer wollen Riesas größten Arbeitgeber kaufen

Der Chef von BuS-Elektronik zieht sich aus Altersgründen zurück. Was aus den 900 Jobs wird, ist zurzeit noch offen.

© Schroeter

Von Jens Ostrowski

Die BuS Elektronik GmbH mit ihren 900 Mitarbeitern soll von dem niederländischen Konzern Neways Electronics International übernommen werden, teilten die Unternehmen gestern mit. Demnach sei eine Absichtserklärung unterschrieben worden, nach der Neways die Anteile zu einhundert Prozent kaufen werde. Im Juni sollen die letzten Details geklärt werden.

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Derzeit befindet sich das Unternehmen in den Händen zweier Familien. Dr. Werner Maiwald hatte BuS Elektronik 1991 gegründet und ist bis heute Hauptgesellschafter. Damals rettete er ein fast schon zerstörtes Robotronwerk vor dem Niedergang. Bei ihrer ersten Preisverleihung kürte ihn die SZ deshalb 2006 zum „Unternehmer des Jahres“.

„Ich mache mir bereits seit Langem Gedanken darüber, wie es weitergehen könnte“, sagt Maiwald, der mit 75 ans Aufhören denke und sich für sein Unternehmen unter dem Dach von Neways gute Zukunftsaussichten erhoffe.

Neways ist ein internationaler Anbieter auf dem Elektronikmarkt. Die 13 Tochtergesellschaften beschäftigen in den Niederlanden, Deutschland, Osteuropa und China über 1.900 Mitarbeiter. Der Konzern entwickelt und stellt elektronische Bauteile auch für Luftfahrt, Automobilbranche, Militär und Telekommunikation her.

Der Umsatz ist mit 265 Millionen Euro mehr als doppelt so groß wie der von BuS, das die Hälfte aller Geschäfte in der Automobilbranche tätigt. Während sich die Belegschaft Sorgen um die Jobs in Riesa macht, geht Maiwald davon aus, dass vorerst alles so weiterlaufe wie bisher.