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Niedlich ist nicht unbedingt auch schön

über das Waschbären-Image

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Ina Förster

Ja, ich gebe es zu – ich finde ihn auch putzig. So ein schön gemustertes Fell, der Blick aus schwarzen Knopfaugen. Das hat schon was. Ich glaube, vor allem wir Frauen finden Waschbären allerliebst. Schon als Kind nannte ich ein kleines Plaste-Exemplar aus einem Überraschungs-Ei aus dem Goldenen Westen mein eigen. Und habe mich regelmäßig mit meinem Bruder darum gestritten. Spätestens wenn man aber einen der riesigen Kothaufen der Racker auf dem Dachboden wegräumen muss oder vor einer umgekippten Biotonne bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius steht, ist Schluss mit lustig. Nicht zu vergessen die nächtlichen Trampelaktionen auf dem Boden. Wer da etwas mehr Fantasie hat, kann wirre Träume bekommen. Die Viecher müssen weg, schießt es einem da nur noch durch den Kopf. Der Jäger im Allgemeinen und Besondern bemüht sich nun ja schon sehr um gute Abschussraten. Die Vorstellung eines abgeknallten Problembärchens finde ich nun auch nicht so prickelnd, aber manchmal muss man eben nachhelfen. Richtig gut finde ich hingegen die Forschungsarbeit des Kamenzer Sammelsuriums. Da hat die ganze Sache wenigstens noch einen Nutzen. Und man kann dem einen oder anderen Waschbären wieder begegnen: ausgestopft in einer Ausstellung. Wie putzig …