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Niesky feiert Richtfest im neuen Hospiz

Im Herbst soll das Bauwerk fertig sein. Hilfe gibt es von den Freizeitkünstlern mit einer Gemälde-Auktion.

Mit kritischem Blick verfolgt Carsten Schneider von der gleichnamigen Zimmerei, wie Oberin Sonja Rönsch beim Richtfest im Hospiz den Nagel einschlägt. Mit etwas Hilfe vom Fachmann gelingt dies dann beim zweiten Versuch.
Mit kritischem Blick verfolgt Carsten Schneider von der gleichnamigen Zimmerei, wie Oberin Sonja Rönsch beim Richtfest im Hospiz den Nagel einschlägt. Mit etwas Hilfe vom Fachmann gelingt dies dann beim zweiten Versuch. © André Schulze

Der Anlass ist ein freudiger, der Grund dafür weniger. Die Diakonissenanstalt Emmaus feiert am Freitagnachmittag in der Nieskyer Plittstraße Richtfest im neuen Hospiz, das im Herbst eröffnet werden soll. Künftig werden hier unheilbar kranke Menschen in ihren letzten Lebenswochen betreut. „Auch wenn das sicherlich nicht so schön ist – es gehört zu unserem Dasein dazu“, sagt Schwester Sonja Rönsch. Sie ist Oberin der Diakonissenanstalt und damit Bauherrin. Und sie hätte schon vor einigen Wochen zu diesem feierlichen Moment einladen können. „Doch wir wollten auf besseres Wetter warten“, lacht sie und lobt gleichzeitig die Planer und Handwerker für ihre gute, zügige Arbeit. In den vergangenen Jahren hat sie sich viele Hospize in ganz Deutschland angesehen. Deshalb weiß sie, auf was es bei diesem Bauwerk ankommt: Die Gäste – nicht Patienten – brauchen eine schöne, häusliche Atmosphäre. Und: Die Angehörigen müssen in diesem besonderen Lebensabschnitt mit einbezogen werden. „Deshalb haben wir den Standort auch mit großer Sorgfalt ausgewählt – im Grünen gelegen, in unmittelbarer Nähe zum Park. Gästehaus und Cafeteria von Emmaus sind nicht weit.“ Das Gelände habe einen ganz eigenen Charme.

Gabriele Beinlich (links) stellt das erste Gemälde für die Hilfsaktion der Nieskyer Freizeitkünstler vor. Hospiz-Bauherrin Sonja Rönsch ist begeistert.
Gabriele Beinlich (links) stellt das erste Gemälde für die Hilfsaktion der Nieskyer Freizeitkünstler vor. Hospiz-Bauherrin Sonja Rönsch ist begeistert. © André Schulze

Zwölf Räume, zwei davon besonders groß und damit für Kinder, Jugendliche und deren Angehörige geeignet, entstehen derzeit im Erdgeschoss. Dazu ein Gesellschaftsraum und eine Kapelle – ein „Raum der Stille“, wie ihn Bauleiter Holger Kliemt beschreibt. Er und die Handwerker, die er hier betreut, spüren das Besondere der Baustelle. „Fachlich ist das eigentlich etwas ganz Normales. Aber sobald man darüber nachdenkt, was hier entsteht, wird klar, dass man an einem außergewöhnlichen Objekt beteiligt ist.“

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Benigna Carstens, die Vorsitzende des Kuratoriums Emmaus, kann sich sehr gut in diese besonderen Gedanken hineinversetzen. Sie war erst kürzlich zu Besuch in einem Hospiz. „Als ich dort gesehen habe, welche Entlastung für die Angehörigen damit verbunden ist und wie auch die Betroffenen viel besser gepflegt werden können, wurde mir noch einmal bewusst, wie wichtig das Projekt ist, in dem wir jetzt Richtfest feiern.“ Das ist längst auch auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Für die 26 zu besetzenden Stellen sind laut Schwester Sonja 35 Bewerbungen eingegangen. Bis zu 18 Pflegefachkräfte werden eingestellt.

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Hilfe leisten wollen auch die Nieskyer Freizeitkünstler. Ein ganzes Jahr lang stellen sie monatlich jeweils ein Bild zur Verfügung, das ab einem Mindestgebot von 50 Euro versteigert wird. Gabriele Beinlich, die Leiterin, hat zum Richtfest gleich das erste Exemplar mitgebracht. Es ist ein Sonnenaufgang und wurde von Marita Christoph gemalt. Ausgestellt werden die Kunstwerke in der Nieskyer Sparkassenfiliale. Preisangebote nimmt dort ein Briefkasten auf. Aber auch Gabriele Beinlichs Mailadresse ist empfangsbereit. „Wir sind ja eigentlich 18 Künstler in unserer Runde. Vielleicht lässt sich unsere Aktion noch ein bisschen verlängern“, hofft sie auf eine möglichst große Summe zur Unterstützung des Nieskyer Hospizes.

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