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Niesky ist Vorreiter mit der Kostnixbox

Am Sonnabend werden die Teile geliefert. Dann baut das Team um Laura Rose, bis alles steht und losgetauscht werden kann.

In den vergangenen Wochen haben Aicko Kopke, Martin Schröter und Laura Rose (v.l.) die KostNixBox in Petershain schon mal aufgebaut. Am Sonnabend entsteht sie dauerhaft neben dem Museum am Nieskyer Zinzendorfplatz.
In den vergangenen Wochen haben Aicko Kopke, Martin Schröter und Laura Rose (v.l.) die KostNixBox in Petershain schon mal aufgebaut. Am Sonnabend entsteht sie dauerhaft neben dem Museum am Nieskyer Zinzendorfplatz. © André Schulze

Monate der Vorbereitung liegen hinter Laura Rose und ihren Freunden. Am Sonnabend wird es ernst. Dann soll die erste KostNixBox der Region direkt neben dem Nieskyer Museum am Zinzendorfplatz entstehen.

Zuschauen, anfeuern, anstoßen - so lautet das Motto, wenn morgen, ab 11 Uhr die Einzelteile des kleinen Büdchens zusammengesetzt werden. Laura Rose möchte gleich zu Beginn die Öffentlichkeit mit einbeziehen. Denn die Idee lebt vom Mittun der Bevölkerung. Zusammen mit den Tischlern Martin Schröter und Aicko Kopke will die junge Frau solange schrauben, hämmern, messen und geraderücken, bis das Werk vollendet ist.

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Idee stößt in Niesky sofort auf Zustimmung

Laura Rose stammt aus Niesky, war zwischenzeitlich aber beruflich in Berlin unterwegs. Dort entdeckte sie an mehreren Stellen sogenannte Giveboxes - und war begeistert. Kleine Häuschen, in die Menschen gut erhaltene Dinge legen, die sie nicht mehr brauchen, aber auch nicht wegwerfen möchten. "Andere Leute, die sich dafür interessieren, nehmen die Gegenstände vielleicht mit. Und hinterlassen ihrerseits etwas Ausgedientes, das andere wieder brauchen können", erklärt die 32-Jährige das Prinzip.

In der Nieskyer Heimat stieß sie mit ihren begeisterten Erzählungen gleich auf offene Ohren. Sowohl Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann fand die Idee gut als auch Eva-Maria Bergmann, die Chefin im Raschke-Haus. Direkt daneben fand sich zudem ein idealer Platz, um die KostNixBox - der Name hat sich in den vergangenen Wochen herauskristallisiert - den Menschen an einer möglichst zentralen Stelle zur Verfügung zu stellen.

Eigentlich sollte das schon längst geschehen sein, doch Corona sorgte auch hier für Verzögerungen. So nutzten Laura Rose, Martin Schröter und Aicko Kopke die Zeit, um das Büdchen auf einem Privatgrundstück in Petershain schon mal aufzubauen. 2,00 mal 1,50 Meter groß ist die Grundfläche des Häuschens, in dem man einigermaßen gut stehen kann. Kein üppiger, aber doch ordentlich viel Platz, um darin möglichst viel Wiederverwertbares unterzubringen.

Freunde und Firmen unterstützen das Projekt

Wiederverwertet wurden auch die meisten Materialien, aus denen die Box entstanden ist. Aus einem Bautzener Abrisshaus wurde ein Stück Dachbodendielung gerettet und zur Wand- und Bodenverkleidung umfunktioniert. Alte Paletten bilden die Unterkonstruktion, Freunde und Bekannte spendeten alte Fenster und eine Tür. Begeistert ist Laura Rose zudem vom Engagement Nieskyer Firmen, die - wenn doch etwas Neues gebraucht wurde - das Projekt unterstützten.

Nach vier bis fünf Stunden soll der Aufbau der KostNixBox am Sonnabend beendet sein. Dann geht die Verantwortung an die Nieskyer über. Museumschefin Bergmann hat sich bereiterklärt, eine Patenschaft zu übernehmen. Gegen weitere Paten hätte sie jedoch nichts einzuwenden. Immerhin soll es ordentlich zugehen in der neuen Nieskyer "Tauschzentrale". Interessenten können sich direkt im Museum melden.

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