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Niesky übernimmt für Görlitz spezielle Büroarbeit

In Görlitz sind einige Leistungen bei Kfz-Zulassung nicht mehr im Angebot. Das hat einen Grund.

Von Ingo Kramer

Von seinem Besuch in der Führerscheinstelle hatte sich Ingo Hartmann mehr erhofft. Der Görlitzer war vor ein paar Tagen zum ersten Mal in deren neuen Räumen im Flachbau hinter dem Landratsamt an der Bahnhofstraße und wollte sich dort einen internationalen Führerschein ausstellen lassen. „Aber so schnell, wie ich gekommen war, bin ich auch wieder weggeschickt worden“, sagt er. Der Grund: Internationale Führerscheine werden seit dem Umzug vom Klinikum an die Bahnhofstraße nicht mehr in Görlitz ausgestellt, sondern nur noch in Niesky und Zittau.

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Die Neuregelung hat Bestand. Die Görlitzer müssen deshalb nun für solche Dokumente 50 Kilometer fahren. Und die internationalen Führerscheine sind nicht die einzigen Positionen, bei denen die Nieskyer den Görlitzern unter die Arme greifen: Führerscheinänderungen, zum Beispiel bei Personendaten, stehen darauf, auch die Erteilung, Verlängerung oder Erweiterung der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung oder die Umschreibung von ausländischen Führerscheinen. Und bei der Kfz-Zulassung sieht es nicht viel besser aus. Auch hier sind in Görlitz nur die Grundleistungen im Angebot. Wer beispielsweise Ausfuhr-, rote Händler- oder Oldtimerkennzeichen haben will, wird ebenso weggeschickt. Amtsleiterin Angelika Voigt bestätigt die Veränderungen auf Nachfrage. „Deshalb sprechen wir in Görlitz nicht mehr von Kfz-Zulassung und Kfz-Fahrerlaubnisbehörde, sondern vom Servicebüro Straßenverkehr“, erklärt sie. Das sei mit sechs Mitarbeitern besetzt. Jeder der sechs muss jetzt alles machen, also Kfz-Zulassung und Führerscheine. Das war am alten Standort am Klinikum anders. Dort arbeiteten zuletzt auch meist nur noch sechs Leute. Die Spezialisierung sei aber zum Problem geworden: Wurde einer krank, gab es keinen Ersatz. Stattdessen blieb die Behörde wiederholt geschlossen, bis wieder genug Mitarbeiter da waren. „Nun haben wir eine stabile Besetzung, krankheitsbedingte Schließungen wird es nicht mehr geben“, sagt die Leiterin des Straßenverkehrsamtes.

Der Haken an der Sache: Sie kann ihre Mitarbeiter nicht überfordern. Wenn sich schon jeder in beiden Gebieten auskennen muss, dann eben in erster Linie in den Themen, die am häufigsten nachgefragt werden, etwa die Ersterteilung einer Fahrerlaubnis, begleitetes Fahren ab 17 oder auch die Erweiterung oder Verlängerung der Geltungsdauer einer Fahrerlaubnis. „Sollte sich im Laufe der Zeit herausstellen, dass die eine oder andere Aufgabe doch noch in Görlitz zu schaffen ist, dann erledigen wir das auch wieder hier“, sagt sie. Das sei aber derzeit noch nicht absehbar.

Zumindest haben sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter in Görlitz verbessert, allein schon durch die Konzentration auf den zentralen Standort des Landratsamtes auf der Bahnhofstraße. Es seien noch kleinere Rest- und Verschönerungsarbeiten im und um das Gebäude zu erledigen, etwa beim Parkplatz.